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2009-03-03: MOBILE TIMES Weekly 0338
Boris Nemsic verlässt also nach mehr als einem Jahrzehnt sowohl mobilkom austria als auch die Telekom Austria. Fast sicher fanden die entscheidenden Gespräche während des Mobile World Congress in Barcelona statt. Dabei sieht es für Messen gerade nicht sehr schön aus. Die gerade laufende CeBIT kann heuer 4.500 Unternehmen als Aussteller zählen - 2008 waren es noch mehr als 5.800 Aussteller. Aber auch für die World Telecom der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), die im Herbst in Genf über die Bühne gehen soll, sieht es noch nicht besonders gut aus: Laut Sanjay Acharya, dem Pressesprecher der ITU, hat man bis jetzt erst etwa ein Drittel der Anmeldungen, die man zu diesem Zeitpunkt erwartet hätte. Andererseits sagen neue Statistiken, dass nach wie vor Messen der beste Platz zum Anbahnen neuer Geschäfte sind. Aber wenn niemand neue Geschäfte anbahnen will, weil er die Finanzierung dafür von den Banken nicht bekommt, wird er wohl auch keine Messe besuchen.
Die meisten Jahresabschlussmeldungen der Unternehmen waren eher traurig. Lediglich Apple sticht mit dem besten Geschäftsjahr der Firmengeschichte deutlich hervor. Ebenfalls Grund zum Jubeln hatten LG Electronic und Lenovo. Sonst aber häufen sich die Negativmeldungen. Manche Beobachter bezweifeln inzwischen, dass es sich hier um eine «normale» Wirtschaftskrise handeln und sprechen schon von einer «Zeitenwende» nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war.
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2009-02-25: MOBILE TIMES Weekly 0337
Gebannt blickt die Branche nach Barcelona und übersieht dabei kleine aber wichtige Ereignisse um die Ecke. So hat z. B. die mobilkom erstmals eine Mobilfunkstation in Betrieb genommen, die von einer Windturbine mit Strom versorgt wird. Der Verband Österreichischer Software-Industrie hat nach zwanzig Jahren Bestand eine intensive Zusammenarbeit mit dem Fachverband UBIT der Wirtschaftskammer Österreich vereinbaren können und vielleicht die wichtigstes Ansage, wenngleich vermutlich ohne grosse Wirkung: Die ISPA warnt vor dem Umgang den Google offensichtlich mit den Inhabern von Rechten an geistigem Eigentum beabsichtigt.
In Barcelona ist beim Mobile World Congress (MWC) der erwartete Boom an Android-Handys ausgeblieben. HTC liefert nun allerdings auch für Vodafone ein exklusives Android-Modell, womit die Briten nach den Deutschen von T-Mobile die zweiten sind, die ein Google-Handy im Angebot haben. Das weltweit dritte Google-Handy hat Huawei vorgestellt und damit ist der Google/Android-Hype für diesen MWC auch schon wieder vorbei. Auch die Hoffnung, dass Android zu einer einheitlichen Linux-Plattform für Handys führen werde, hat sich in Barcelona nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil: Die wieder zu neuem Leben erwachte LiMo Foundation konnte ebenfalls auf zwei neue Handy verweisen, die in diesem Fall von NEC und Panasonic stammen.
Für Windows Mobile war das Angebot das schon etwas grösser, denn abgesehen von zwei neuen HTC-Modellen gab es auch neue Windows Mobile Smartphones von LG und Samsung. Dazu kamen Ergänzungen für das Xperia von Sony Ericsson usw.
Die eigentliche Überraschung bei den Smartphones war aber die Fülle an Symbian-Modellen, wo doch das neue einheitliche System der Symbian Foundation noch gar nicht vorliegt. Neben Nokia, das eine ganze Palette an neuen S60-Modellen vorstellte, kamen auch LG und Samsung mit neuen Modellen und Sony Ericsson brachte für das künftige Symbian OS eine hoch interessante Designstudie.
Generell scheint die Hoffnung der Branche wieder einmal auf einem Angebot zu liegen, dass ein Unternehmen erfolgreich vorexerziert hat: Der Online Store. Nachdem Apple ganz offensichtlich mit dem App Store erfolgreich war, ziehen nun bald alle anderen nach. Nokia hat den Ovi Store, Microsoft eröffnete einen, Android hat schon den Android Market wie auch Samsung einen Application Store hat. Die Netzbetreiber schliessen entweder Bündnisse mit einem dieser virtuellen Läden oder denken über einen eigenen nach.
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2009-02-18: MOBILE TIMES Weekly 0336
Grosse Aufregung gab es um die Beteiligung der Telekom Austria am Glasfaserunternehmen CableRunner der Stadt Wien. Die Konkurrenten der Telekom sahen den freien Wettbewerb gefährdet, weil nun auch dieses Netz in den Händen des Ex.Monopolisten ist. Stadt Wien und Telekom beruhigten und meinten, dass für andere Betreiber eigentlich ohnehin alles so bleibe wie es ist und zudem die Telekom gerade in Wien am Breitbandmarkt nur über einen Marktanteil von ca. 20 % verfüge, während Marktdominator UPC nicht reguliert würde und zudem auch keine Konkurrenten ins eigene Netz liesse.
Der Verband der Österreichischen Software-Industrie (VÖS) hat, gestützt auf die Tatsache, dass die im Land verbleibende Wertschöpfung auch absolut über dem in der Öffentlichkeit als weit wichtiger wahrgenommenen Tourismus liegt, einen Forderungskatalog aus sieben Punkten an die neue österreichische Bundesregierung gestellt. Die meisten der genannten Punkte kosten weniger Geld als guten Willen, also sind sie eigentlich erfüllbar.
Inzwischen empfiehlt Regulator RTR mehr Tariftransparenz bei 05er-Nummern, denn bei diesen recht praktischen Nummern, die ohne Vorwahl aus ganz Österreich erreichbar sind, scheinen einige Mobilfunker ganz unbarmherzig zuzuschlagen. Wer nämlich eine solche Nummer anruft, bekommt oft eine Rechnung des eigenen Anbieters, die diese Nummern als Sonderrufnummern und nicht als das, was sie eigentlich ist, nämlich eine ganz gewöhnliche Nummer aus dem inländischen Festnetz, ausweist. Vielleicht könnte der Regulator über Empfehlungen hinausgehen und klar festhalten, dass solche Nummern eben nur Festnetznummern ohne Vorwahl sind.
Irgendwie scheint heuer der Mobile World Congress nicht die wahre Begeisterung zu bringen. Es gibt zwar jede Menge durchaus interessanter neuer Produkte, aber so richtig einen Neuheitenregen gibt es nicht. Die Hoffnung der meisten Hersteller richtet sich auf die Smartphones, die im letzten Jahr als Segment recht gut abgeschnitten haben. Ob allerdings jeder Handybesitzer wirklich einen kompletten Computer in der Tasche haben will, ist eher fraglich. Ein Nebenbereich, der bisher von kaum einem Analyseunternehmen - Ausnahme ist Berg Insight aus Schweden - intensiv studiert wurde, scheint plötzlich für die Anbieter interessant: M2M, die Mensch-Maschine-Kommunikation. Ob allerdings die doch meist staatlichen grossen Versorgungsunternehmen gerade in Zeiten drohender Arbeitslosigkeit ihre Zählerableser durch Maschinen ersetzen sollen?
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2009-02-11: MOBILE TIMES Weekly 0335
Nicht gerade begeisternd findet der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) die Resultate der ECTA Scorecard für Österreich. Unter zwanzig Ländern der zehnte Platz gemeinsam mit Ungarn ist ja sicher keine Glanzleistung. Andererseits gibt es immerhin noch neun Länder hinter uns. In der FMK-Notrufstatistik hat die Euro-Notrufnummer auch 2008 noch nicht den ersten Platz erreicht. Der Pannendienst des ÖAMTC wurde weit häufiger direkt angerufen. Allerdings hat die 112 die traditionellen Notrufe zur Polizei oder Rettung bereits überholt.
Nach Dell findet sich jetzt auch Acer in der Gerüchteküche, die vor dem Kongress in Barcelona brodelt. Während man bei Dell ein Smartphone mit Touchscreen und Windows Mobile - aber vielleicht auch Goggle Android - vermutet, sind die Details bei Acer noch vager: Es soll ein Smartphone werden. Auch Huawei sagt man Interesse an einem neuen Smartphone nach, das in diesem Fall mit Android ausgestattet sein soll. Schliesslich soll Nokia etwas planen, das es schon bei Psion - das ist die Ur-Firma von der Symbian eigentlich stammt - bereits gab: Ein Netbook. Ein wenig werden wir ja noch warten müssen, aber dann...
In der Zwischenzeit setzt sich die Abwärtsspirale der Wirtschaft weiter fort. Wie befürchtet, hat Motorola eine tiefrote Bilanz gelegt und wird den geplanten Personalabbau noch deutlich ausweiten. Qimonda hat ein Werk in den USA geschlossen und selbst die Spiele-Industrie kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Leute auch in Notzeiten noch spielen: Electronic Arts hat ein extrem schlechtes Ergebnis geliefert, obgleich Electronic Arts mit den FIFA-Spielen, den SIMs, Trivial Pursuit etc. über ein erfolgreiches Portfolio verfügt. Da wird es die Strategen in der kalifornischen Redwood City kaum trösten, dass auch eine andere Spiel-Ikone pleite ist: Letzte Woche musste mit Märklin, die grosse deutsche Modellbahnmarke Konkurs anmelden.
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2009-02-03: MOBILE TIMES Weekly 0334
Da offensichtlich auf Grund der in den letzten Jahren stark gesunkenen Preise kaum mehr «Tarifinnovationen» neue Kunden locken können, verlegen sich die Mobilfunker mehr und mehr auf andere Angebote. Bei A1 ist das offensichtlich das Bankgewerbe. Da versucht man mit Handyparken, Handyfahrschein usw. alle jene Bereiche abzudecken, die den «richtigen» Banken wohl zu klein sind. Praktisch für den Kunden ist es jedenfalls, wenn er seinen Kurzparkschein oder sein Bahnticket einfach mit dem Handy lösen kann. Bei T-Mobile dagegen hat man offensichtlich das Thema M2M entdeckt und testet nun in Klagenfurt die Steuerung von Strassenlaternen über Mobilfunk. Die Fernablesung von Strom-, Gas- und Wasserzählern, wie sie in Skandinavien bereits sehr weit verbreitet ist, ist da wohl auch nur mehr eine Frage der Zeit.
Die ersten neuen Handys des neuen Jahres wurden jetzt vorgestellt. Da es ja keine grosse Einkaufssaison gibt, kann das nur bedeuten, dass der Mobile World Congress in Barcelona vor der Tür steht. Das heisst, dass es in den nächsten Wochen eine Fülle von Neuigkeiten geben wird.
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2009-01-25: MOBILE TIMES Weekly 0333
Während die Weltwirtschaft im Wanken ist, wird hierzulande noch gemütlich diskutiert (oder auch gestritten). Die Ärztekammer Wien jubelte - wohl etwas verfrüht - über ein vom französischen Umweltminister geplantes Handy-Verbot für Kinder unter sechs Jahren und das ebenfalls diskutierte Werbeverbot für Kinder unter 12 Jahren. Die Wiener Ärztekammer sah Frankreich damit «einen grossen Schritt vor Österreich, wo es nach wie vor keinen gesetzlichen Schutz vor Handy-Strahlung für Kinder gibt» und fordert entsprechende gesetzliche Massnahmen.
Natürlich konterte das Forum Mobilkommunikation (FMK) sofort mit «Kein Handy-Verbot für Kinder in Frankreich», denn ganz so, wie es sich die Ärzte wünschen, hat es der französischen Umweltminister auch nicht gemacht. Er will allerdings per Gesetz Handys, die speziell für Kinder unter 6 Jahren entworfen wurden, verbieten. Weil aber laut FMK diese Handys von den österreichischen Anbietern nicht mehr vertrieben werden - hauptsächlich mangels Geschäftserfolg damit - und weil ein generelles Handy-Verbot für Kinder nicht vorgeschlagen wurde, sieht sich das FMK im Recht.
Überdies verweist man natürlich wieder auf die Einschätzung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das wissenschaftlichen Gremium der EU-Kommission (SCENIHR).
Wie man auf Kritik positiv reagiert, führte m-parking vor. Weil es immer wieder zu Problemen beim Handy-Parken kommt, rief der ÖAMTC seine Mitglieder auf, Fälle, in denen SMS Parkscheine nicht zeitgerecht zugestellt wurden, an den Club zu melden. Die m-parking Betreibergesellschaften begrüssten diese Initiative und sprachen eine Einladung an den ÖAMTC zur Kooperation bei der Weiterentwicklung von Handy-Parken aus. Das gab auch gleich Gelegenheit, sich selber zu loben: Seit der Einführung im Jahr 2004 wurden über 22 Millionen Parkscheine per SMS gelöst. Die mehr als 260.000 angemeldeten Autofahrer kaufen im Monat knapp 900.000 Parkscheine per SMS.
Die Krise beginnt voll zuzuschlagen: Konnte man die Pleite von UIQ in Schweden noch als Folge der Umwälzungen im Symbian-Lager erklären, so ist weder die Pleite von Nortel - immerhin einer der grössten Netzwerkausrüster - noch die von Qimonda - letztere trotz kräftiger öffentlicher Unterstützung aus Deutschland und Portugal - einfach wegzudiskutieren. Bekämpft wird die Krise durch Unmengen an Geld, die eigentlich durch nichts gedeckt sind. Das heisst, die Krise, die ihre Ursache in einer zu grossen Geldmenge hatte, versucht man durch Vermehrung eben dieser Geldmenge zu bekämpfen. Die gängigen Wirtschaftstheorien, die mehrheitlich dem Wachstum verpflichtet sind, helfen da auch wenig, denn sie gehen fast immer davon aus, dass die jeweils nötigen Rohstoffe praktisch unbeschränkt vorhanden sind und lediglich ein Verteilungsproblem besteht, das es zu lösen gilt.
Im Internet tummelt sich immer mehr bösartiges Getier, das gefährlicher als je zuvor ist und auch die Spezialisten der Virenbekämpfung vor teilweise unlösbare Probleme stellt. Manche Probleme, die dann entstehen, sind zwar hausgemacht, wie etwa die Verseuchung von Computern in Kärntner Spitälern, wo nach Medienberichten die aktuellen Patches noch nicht installiert waren - aber wir sollten uns doch darauf einstellen, dass es möglicher Weise in absehbarer Zeit heisst «rien ne va plus» - nicht geht mehr. Und das gilt für die Wirtschaft ebenso wie für die Elektronik.
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2009-01-13: MOBILE TIMES Weekly 0332
Willkommen in einem Neuen Jahr, das nach Ansicht vieler Menschen zu einem sehr schweren Jahr wird. Bedenkt man aber, dass die Milliardenpakete zur Rettung der Banken, die Staaten weltweit jetzt auf die Beine stellen, in der Zukunft vom kleinen Steuerzahler finanziert werden müssen, kommen wohl noch härtere Zeiten auf uns zu. Zusätzliche Einnahmequellen der Staaten, die diese Belastung verringern könnten, scheinen auszutrocknen. Eine 3G-Lizenz in Indien scheint derzeit um knapp 650 Millionen Euro zu bekommen zu sein. Wenn man bedenkt, wie viele Milliarden noch vor wenigen Jahren eine Lizenz in europäischen Ländern gekostet hat, könnte man mit diesen Beträgen die Banken recht bequem finanzieren. Dennoch versuchen einige Regierungen mit Lizenzverkäufen gerade jetzt zu Geld zu kommen. Wenn sich die Situation beruhigt hat, wird man ihnen vorwerfen, Volksvermögen verschleudert zu haben. Insgesamt scheint es aber der Mobilfunkbranche noch wesentlich besser zu gehen, als der Automobilindustrie. Wenn z. B. Hutchison ankündigt, 2009 Mitarbeiter aufzunehmen und Orange versichert 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, dann ist das ja wohl ein gutes Zeichen.
Fast völlig untergegangen ist durch die Weihnachtszeit, dass der Verwaltungsgerichtshof die Idee des Regulators, der die Regulierung für urbane Gebiete aufheben wollte, aufgehoben hat. Eine der Begründungen dürfte andere ähnliche Vorhaben wohl unmöglich machen: Die vorgenommene geographische Unterteilung ist weder mit den innerstaatlichen, noch mit den gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen vereinbar, denn solange der Markt in geographischer Hinsicht das gesamte Bundesgebiet umfasst und auf diesem Markt ein Unternehmen über beträchtliche Marktmacht verfügt, sind von der Behörde bundesweit effektive Regulierungsmassnahmen vorzunehmen.
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2009-01-05: MOBILE TIMES Weekly 0331
Kurz vor Jahresschluss zog beinahe so etwas wie Frieden ein. Der Streit um die Telekom Austria wurde beendet oder zumindest auf Sparflamme gedreht. Sogar expansives gab es zu vermelden: ORS, die Tochter von ORG und Raiffeisen, die in Österreich die Technik für das digitale Fernsehen installierte, kaufte von der bulgarischen BTC deren Tochterfirma NURTS (National Unit für Broadcasting Operations). Die Österreicher wollen das Sendernetz, über das Radio und Fernsehen läuft, zuerst modernisieren und dann digitalisieren.
Dass die Zeiten dennoch härter werden könnten, liesse sich aus der Bewerbung des «ReparaturNetzwerk Wien» durch die Stadt schliessen. Aber wahrscheinlich hat man wirklich nur an die Umwelt gedacht, als man den Wiener empfohlen hat, nicht alles gleich wegzuwerfen, denn vieles liesse sich mit einer kleinen Reparatur wieder Instand setzen. Bisher war das allerdings eher nicht möglich, weil die Arbeitszeitkosten zu hoch waren. Mit dem «ReparaturNetzwerk Wien» soll das aber alles anders sein.
Die Propheten, die in den letzten Jahren gegen Jahresschluss immer genau gewusst haben, was im jeweils nächsten Jahr passieren wird, sind im Bezug auf 2009 auffällig still. Lediglich die Chartisten, deren Regeln ähnlich wie bei ernsthaften Astrologen auf langjährigen Beobachtungen - nein nicht der Sterne, sondern der Aktienkurse - beruhen, ziehen wie eh und je ihre Linien durch die Charts.
Der für den Jahreswechsel typischen Flaute an neuen Geräten stehen unzählige Meldungen über Aufträge, Kooperationen, Fusionen und auch Pleiten gegenüber. Viele Meldungen beschäftigen sich mit Personalreduktionen; andere mit schlechten Bilanzzahlen. Jubelmeldungen gibt es kaum noch - ausser vom Weihnachtsgeschäft, das dem Vernehmen nach geradezu sensationell gewesen sein muss, wenn man die vorhergehenden Hiobsbotschaften auch gelesen hat.
Dennoch: 2009 wird ein spannendes Jahr. Ob es auch erfreulich wird? Unsere «Propheten» verheissen uns nichts Gutes - aber die haben ja noch vor kurzem auch für 2008 herrliche Zeiten prognostiziert.
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2008-12-21: MOBILE TIMES Weekly 0330
Rechtzeitig vor Weihnachten kehrt bei der Telekom wieder Frieden ein. Die Gehaltsverhandlungen brachten den Mitarbeitern eine Gehaltserhöhung von 3,6 % und eine Verlängerung des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms. Auch die Führungsfrage im Festnetzbereich, die seit dem Abgang von Rudolf Fischer offen war, wurde entschieden und Dr. Hannes Ametsreiter zum Vorstand Festnetz bestellt, Finanzvorstand Mag. Hans Tschuden zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Ametsreiter behält er seine Funktion als Marketingvorstand von mobilkom austria.
Kurz vor seinem Abgang machte der nunmehrige Ex-Konsumentenschutzminister Erwin Buchinger Front gegen die Tendenz der Unternehmen, ihre monatliche Abrechnung immer stärker ausschliesslich auf elektronischem Weg durchzuführen. Buchinger wies nicht ganz zu Unrecht darauf hin, dass nur etwa 30 % der Bevölkerung über einen Internetanschluss verfügen und viele Konsumenten bei elektronischen Rechnungen weniger kontrollieren.
Die ITU hat einen neuen HDTV-tauglichen Standard namens G.hn für die Heimvernetzung vorgestellt und Qualcomm man ein neues Konzept namens Kayak vorgestellt, das von den Ingenieuren des Chip-Giganten als Alternative zum PC beschrieben wird.
Der Boom an Geräten für Weihnachten ist fast vorbei, was uns Gelegenheit gibt, ein wenig auch auf andere Neuheiten einzugehen. Weil Weihnachten kommt, haben wir uns intensiver als sonst dafür interessiert, welche neuen Spiele es für Handys gibt. Aber keine Angst - auch für den Profi gibt es interessante Software wie z. B. de Duden Rechtschreibung am BlackBerry oder ein neuer Anti-Virus für Windows Mobile.
Allen Besucherinnen und Besuchern unserer Internetseiten wünschen wir ein friedvolles Weihnachtsfest und möglichst wenig Sorgen wegen der dräuenden Krise. Vielleicht kommt ohnehin alles nicht so schlimm...
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2008-12-12: MOBILE TIMES Weekly 0329
Seit fast zwei Monaten wird nun um einen möglichen Personalabbau im Festnetzbereich der Telekom Austria, der, für viele verwirrend, als Telekom Austria TA AG agiert, gestritten. Ausgangspunkt war offensichtlich eine Informationsreise des Vorstandes bei allen Führungskräften in den Bundesländern. Davor informierte man noch die Personalvertretung.
«Unverantwortlich und gewissenlos» kommentierte der freiheitliche Sprecher für den Öffentlichen Dienst, Abg. z. NR. Werner Herbert und «Post und Telekom dürfen nicht kaputt gespart werden ... Die Sparpläne sind nicht tragbar und schaden den Arbeitnehmern, den Gemeinden und dem Wirtschaftsstandort Österreich» meinte AK Präsident Herbert Tumpel.
Dann gab die Telekom bekannt, dass im Laufe des Jahres 1.250 Mitarbeiter im Segment Festnetz, deren Dienstverhältnis vor allem aufgrund ihres Beamtenstatus nicht aufgelöst werden kann, freigestellt werden. Diesen Menschen bietet man einen Sozialplan an und hofft, dass etwa 400 das Unternehmen freiwillig in den nächsten Jahren verlassen werden. Unsensibel, aber durch die Gesetze der Börse gezwungen, wurde gleichzeitig die geplante Dividende je Aktie von 0,75 Euro für das Geschäftsjahr 2008 bestätigt.
FPÖ-Herbert warf daraufhin dem Telekom-Management Versagen vor: «...So wurde sogar noch bis Ende vorigen Jahres seitens der Telekom zusätzliches Personal in diese marktwirtschaftlich aussichtslose Sparte zugeführt, obwohl sich die zu erwartenden Verluste im Festnetzbereich bereits deutlich abzeichneten».
Die Vertretung der Telekom Austria-Belegschaft erklärte in einem offenen Brief an die Minister Faymann (inzwischen Bundeskanzler) und Pröll (inzwischen Vizekanzler) ihr völliges Unverständnis, weil ja eine halbe Milliarde Euro Gewinn genug seien und warnt vor negativen Auswirkungen auf die Telefonversorgung und auf den Wirtschaftsstandort Österreich. Sie fordert einen Telekom-Gipfel mit Experten, die «Ablöse des unfähigen ÖIAG-Vorstands» und eine neue Perspektive für das Festnetz mit «echten Fachleuten und einer Anschubfinanzierung».
Betriebsräte, Personalvertreter und Gewerkschaften in der Telekom-Branche forderten kurz darauf auch deutliche Erhöhungen von Lohn und Gehalt: «0,0 Prozent sind zu wenig!», hiess es da plakativ.
Die Telekom versuchte mit Vernunftargumenten gegenzusteuern: «Die Entscheidung des Vorstandes, umfangreiche Kostensenkungsmassnahmen im Festnetz umzusetzen, beruhen darauf, dass seit dem Jahr 2004 600.000 Festnetzanschlüsse abgemeldet worden sind. 42 % der österreichischen Haushalte telefonieren ausschliesslich mit dem Handy. Nur mehr ca. 25 % aller Telefonminuten in Österreich werden über das Festnetz geführt, 2004 waren es noch 55%. Dagegen steigen die Personalkosten im Telekom Austria Festnetz um jährlich 5 % oder EUR 25 Millionen bei gleich bleibendem Personalstand.
Ohne umfangreiche Kostensenkungsmassnahmen verliert das Festnetz sehr rasch die wirtschaftliche Basis. Die Entwicklung im Festnetz zeigt, dass beim derzeitigen Trend ein negatives Betriebsergebnis in absehbarer Zeit erreicht wird und damit das Unternehmen investitionsunfähig macht. Mit den beschlossenen Kostensenkungsmassnahmen soll dies verhindert werden».
Die Antwort des Zentralausschusses der Telekom Austria TA AG bzw. des Telekom-Betriebsrates: «Zahlenspiele des Vorstands machen Fehlentscheidungen nicht besser ... Das Festnetz wird 2008 einen operativen Gewinn von 620 Millionen Euro schreiben».
Und so ging die Debatte seither immer weiter und wird wohl vor Weihnachten kein Ende mehr nehmen.
Über den Vorschlag, denn Oskar Obereder, Chef von Silver Server, erneut einbrachte, wollte da wohl niemand ernsthaft diskutieren: Die Gründung einer nationalen Netzgesellschaft, die das Know-how der frei werdenden Fachkräfte im Sinne des österreichischen Wirtschaftsstandortes nutzt. Als Vorbild schwebt Obereder dabei die britische Openreach vor, die - wenigstens formell - unabhängig die Netzinfrastruktur des Landes verwaltet, an Anbieter vermietet und durch die Einnahmen sukzessive erweitert und modernisiert. Ein weiteres Argument für eine nationale Netzgesellschaft sieht man bei Silver Server im derzeitigen Umgang mit brach liegenden Leerrohren und noch unbeschalteten Glasfasern: Unter Österreichs Strassen liegen tausende Kilometer bereits für einen künftigen Glasfaserausbau verlegter Leerrohre und unbeschaltete Glasfasern. Diese sind hauptsächlich im Besitz der TA, die diese aber derzeit ungenutzt lässt.
Der Streit um die Telekom liess so manche positive Meldung einfach verschwinden. So hat etwa Google ein ca. 75 Hektar grosses Grundstück im Oberösterreichischen Kronstorf erworben, auf dem man einmal ein Rechenzentrum errichten will. Zwar gibt es noch keine unmittelbaren Pläne für den Baubeginn eines Rechenzentrums, aber der Kauf des Grundstücks ist doch ein positives Signal zur Bewertung Österreichs als Standort.
Weltweit läuft noch das Weihnachtsgeschäft. Wie gut oder schlecht es gelaufen ist, wird man erst am Heiligen Abend wissen. Was man aber jetzt schon weiss: Das Übernahmekarussell dreht sich offensichtlich immer schneller und auch bekannte Firmennamen könnten im Neuen Jahr völlig verschwinden. Die Hoffnung, durch Auswechseln von Führungspersonal den Trend nach unten zu stoppen, scheint man weitgehend aufgegeben zu haben, denn so wenige Jobwechsel wie dieses Mal hatten wir schon lange nicht mehr.
Die Gründung der Symbian Foundation ist wieder einen Schritt näher gerückt, denn jetzt hat Nokia alle Anteile der bisherigen Symbian Ltd. erhalten. Ein kleiner Nebeneffekt ist, dass es momentan - ausser von Nokia - keine neuen Symbian-Geräte am Markt gibt. Die Alternativen scheinen dagegen Probleme zu haben, denn sowohl vom iPhone als auch vom Android-Handy werden Probleme gemeldet.
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2008-12-04: MOBILE TIMES Weekly 0328
Die Hoffnung auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft lässt die Neuheiten nur so auf uns herunter regnen. Neue Geräte und neue Tarife allenthalben. Ob das etwas nützt werden wir in vier Wochen sehen. Ganz so sicher scheinen die Unternehmen aber nicht zu sein, denn die Zahl der neu besetzten Positionen ist nicht unbeträchtlich. Interessant dabei, dass so mancher Gründer und langjährige Firmenchef beschlossen hat, sich nun doch in den Aufsichtsrat zurückzuziehen und das tägliche Geschäft anderen zu überlassen.
Träumen vom Apple iPhone darf man, aber bevor die Sicherheitsbedenken ausgeräumt sind, die das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie entdeckt hat, sollte man bei geschäftlichen Einsätzen vorsichtig sein. Ähnliches gilt, wenn man Meldungen aus den USA glauben darf, auch für das Android-Handy.
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2008-11-25: MOBILE TIMES Weekly 0327
Mit Hyundai Mobile tritt ein neuer Player auf den europäischen Markt, der gar nicht aus Korea, sondern aus Wien kommt. Anders als bisherige Neugründungen von Handyfirmen ist Hyundai Mobile die Tochterfirma eines grossen und traditionsreichen österreichischen Handelshauses. In Russland hat mit Yota der erste Mobilfunkbetreiber, der auf mobiles WiMAX setzt, in Moskau und St. Petersburg mit Handys von HTC den Betrieb aufgenommen. Überhaupt ist die Fülle neuer Geräte enorm. Bei Sony Ericsson kommt jetzt nicht nur ein neuer Walkman und ein neues Cyber-shot, sondern auch das seit Jahresbeginn erwartetet Modell Xperia X1 mit Windows Mobile auf den Markt. Parallel zu den vielen Handyneuheiten beginnen die Netzbetreiber mit einer Notebook-Offensive, um so vielleicht den Durchbruch des mobilen Internets doch noch zu erzwingen, bevor die Wirtschaftskrise alles verschlingt.
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