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Was gibt es Neues?
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2009-05-12: MOBILE TIMES Weekly 0342
T-Mobile provoziert Streit
    Hutchison 3G will sich auf das Festnetz ausdehnen. Der Preis für einen Kombianschluss soll dem der normalen TA-Grundgebühr entsprechen. Dafür, so 3CEO Thoma, bekommt man nicht nur den Anschluss, sondern auch 3 GB Datenvolumen und 1.000 Freiminuten ins Festnetz. Technisch wird das mit HSUPA-Modems (LAN bzw. WLAN) realisiert. Damit will man auch Kunden ansprechen, die einen Festnetz-Internet-Zugang nur wegen der Festnetznummer behalten haben: Die Nummer wird portiert und das herkömmliche Telefon kann an das HSUPA-Modem angeschlossen werden.
    Der Jahresbericht der RTR über Streitschlichtungsverfahren vermeldet einen Anstieg um 50 % auf 5.226 Verfahren im Jahr 2008. Der Grossteil der Beschwerden entfiel auf Mobilfunker. Spitzenreiter war einmal mehr T-Mobile mit diesmal 1.244 der insgesamt 5.226 Verfahren. Die etwas grössere mobilkom austria brachte es mit 630 Verfahren gerade auf die Hälfte. Die kleineren Betreiber lagen dahinter (Hutchison 453 Beschwerdefälle und Orange 450). Inhaltlich dominierten im Berichtsjahr Entgeltstreitigkeiten. Verfahren, die Vertragsschwierigkeiten zum Inhalt hatten verzeichneten mit 180 % die stärkste Steigerung. Streitpunkt war in diesem Zusammenhang meist die Frage, ob überhaupt ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen ist. Bei den abgeschlossenen 4.754 Verfahren konnte in mehr als 47 % der Fälle eine Einigung bei den Verfahrensparteien erzielt werden. Erstritten wurden von der Schlichtungsstelle 2008 270.000,- Euro.
    Die Breitbandpenetration in Österreich liegt auf Haushaltsebene mit 2,52 Millionen Anschlüssen laut RTR erstmals über 70 %. Im 3. Quartal 2008 gab es 1.711.000 Breitbandanschlüsse im Festnetz und 812.700 mobile. Dafür reduzierten die Österreicher die Telefonate mit dem Handy. Die Gesprächsminuten gingen vom 2. Quartal 2008 auf das 3. Quartal 2008 um 3,1 % von 4.904 Millionen Minuten auf 4.753 Millionen Minuten zurück.
    Vielleicht telefonieren die Leute weniger, weil sie weniger freies Geld zum Ausgeben haben. Dass das den Anbietern wenig gefällt ist klar. Daher versuchen sie mit neuen - zumindest scheinbar günstigeren Tarifen - manchmal sogar mit kostenlosen Minuten - die Gesprächszeiten zu erhöhen.
    Die WKÖ (Wirtschaftskammer Österreich) hat wieder einmal von einem massiven Fachkräftemangel berichtet, der das Wachstum der IT-Branche hemme und damit eine Lebensader des Wirtschaftsstandortes Österreich gefährde. Die Frage, warum eigentlich so viele ältere IT-Fachleute keinen Job finden oder in irgendwelche Wartepositionen «outgesourct» werden, will allerdings niemand diskutieren.
    Weltweit sind die Auslieferungen von Handys im ersten Quartal im Jahresvergleich um fast 16 Prozent zurückgegangen. Das heisst nun noch nicht, dass die Nachfrage ebenso stark zurückgegangen ist, sondern dass der Handel einen entsprechenden Rückgang erwartet und seine Lagerbestände abbaut.
    Bei den Job-Wechseln gibt es offensichtlich neue Rekorde. Immer schneller dreht sich das «Bäumchen wechsle Dich» Karussell, ohne dass in den Unternehmen deshalb signifikante Veränderungen bemerkbar würden.
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2009-04-18: MOBILE TIMES Weekly 0341
Erste Monats-Million beim Handyparken
    Erstmals hat die Zahl der Handyparker in einem Monat in Wien eine Million überschritten. Damit werden mehr als ein Drittel aller Parkscheine in der Bundeshauptstadt mobil bestellt. Das Service ist mit 300.000 registrierten Kunden das meistgenutzte mobile Service Österreichs. Durch paybox ist der mobile Parkscheinkauf für Kunden aller österreichischen Mobilfunkbetreiber verfügbar. Neben Wien ist dieser von mobilkom austria und Siemens entwickelte Parkscheinkauf via Handy auch in Bregenz, Gleisdorf, Gmunden, Mödling, St. Pölten, Stockerau und Wels möglich. Neben der Million in Wien wurden in den anderen sieben Städten weitere 300.000 Parkscheine gelöst. Neben der eigentlichen Parkgebühr bezahlt der Kunde auch noch eine Bestell-SMS.
    Auch andere Städte in Österreich bieten Handyparken. So ist etwa in Linz seit November 2008 ein System mit drei Betreibern (mobile-city GmbH, Simty GmbH und Mobilzahlen) im Einsatz. Alle drei Betreiber sind deutsche Firmen, die Mitgliedsgebühren verrechnen.
    Mobile Parking hingegen ist ein Wiener Unternehmen, das in Niederösterreich, Vorarlberg und Tirol agiert.
    Bludenz, Kitzbühel, Krems und Tulln sind die Städte wo Mobile Parking auftritt. Ein Test in Amstetten führte zu keinem Abschluss, die Stadt blieb bei Automaten.
    Warum Handyparken in Wien so erfolgreich ist liegt nicht nur an der Einfachheit des Systems für den Nutzer. Handyparker können offensichtlich so lange parken wie sie möchten - so lange sie zahlen. Das heisst, wenn man einen Termin hat, der vielleicht länger als die erlaubten 1,5 Stunden dauert, ist im Allgemeinen Handyparken die sicherere Variante. Das ist zwar nicht offiziell, aber nach einer kleinen Umfrage unter Intensivnutzern scheint es so zu sein, denn man wird sogar an das Verlängern erinnert, wie uns berichtet wurde. Ausserdem entgeht man in jedem Fall den möglichen Strafen wegen falsch angebrachter oder markierter Parkscheine. Man erspart sich auch den Geldverlust, wenn man falsch ausgefüllte Parkscheine nicht verwendet usw.
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2009-03-31: MOBILE TIMES Weekly 0340
Keiner sagt's, jeder tut's
    Seit Anfang März haben wir es - dank einer Studie von KfV und mobilkom austria - schwarz auf weiss: Österreichs Autolenker halten Telefonieren am Steuer für sehr gefährlich. Konkret sind es 95 Prozent, die das Telefonieren am Steuer ohne Freisprech-Einrichtung als sehr gefährlich (52 %) oder etwas gefährlich (43 %) eingestuft haben. Und drei Viertel halten Strafen dafür für gerechtfertigt. Seltsam, dass man dann immer die fünf Prozent sieht. Aber das wird sofort klar, wenn man weiter liest, dass von den Befragten, die im Auto telefonieren, nur 49 % eine Freisprech-Einrichtung besitzen.
    Offizielle Zahlen der RTR belegen nun, dass die Breitbandpenetration in Österreich auf Haushaltsebene mit 2,52 Millionen Anschlüssen im dritten Quartal 2008 erstmals die 70 %-Marke durchbrochen hat. Davon waren 1.711.000 Anschlüsse im Festnetz und 812.700 im mobilen Breitband. Damit wird es wohl weiter endlose Debatten darüber geben, ob Österreich in Europa ganz schlecht liegt (wenn man nur das Festnetz berücksichtigt) oder ganz vorne mit dabei ist (wenn man die mobilen Breitbandanschlüsse einberechnet).
    Das Institut für Breitbandkommunikation der Technischen Universität Wien hat wie jedes Jahr auch heuer die Netzqualität gemessen und wie in den letzten neun Jahren siegte auch diesmal das Netz von mobilkom austria. Wer an zweiter, dritter und vierter Stelle liegt, wurde diesmal nicht veröffentlicht. Wo letztes Jahr noch Firmennamen standen, steht heuer an drei Stellen nur mehr «Anderer Betreiber».
    Technisch tut sich trotz Wirtschaftskrise noch etwas, wenn auch nicht mehr so viel wie früher. Technologisch ist sicher interessant, dass erste Installationen von HSPA+ erfolgen. Nach den Australiern von Telstra hat jetzt die mobilkom austria als erster Betreiber in Europa HSPA+ eingeschaltet - und das liegt vermutlich nicht daran, dass Austria im englischen Alphabet direkt hinter Australia liegt. Für den Alltagsbetrieb spannend könnte eine Entdeckung am MIT sein: Lithium-Ionen-Akkus müssen nicht unbedingt auf Lithium und Kobalt basieren. Es geht auch anders und die Akkus laden sogar schneller...
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2009-03-14: MOBILE TIMES Weekly 0339
Belegschaft gegen mobilkom austria
    Der Abgang von Boris Nemsic hat einen alten Streit wieder aufleben lassen: Michael Kolek, Vorsitzender der Telekom Austria-Personalvertretung, gegen Hannes Ametsreiter. Kolek forderte als Kandidaten «geeignete internationale Experten für die Nachfolge» und übersah dabei, dass gerade Ametsreiter in den letzten Monaten so «unwesentliche» Ehrungen wie «CMO of the Year 2008» von Booz & Company oder auch «Manager des Jahres» von der Wirtschaftskammer Wien und dem Businessworld Magazine erhielt. Nun hat die Telekom Austria tatsächlich einen internationalen Experten als Chef bekommen und der heisst - wie unerwartet - Hannes Ametsreiter. Da hat sich der Betriebsrat der mobilkom austria mit seinem Satz «Hannes Ametsreiter als Holding CEO würden wir geniessen», wahrscheinlich mehr Freunde gemacht. Allerdings fürchtet die Belegschaftsvertretung der mobilkom austria eine Aufspaltung der mobilkom austria Gruppe durch eine Ausgliederung der Auslandstöchter in eine eigene Gesellschaft, was, so sein Schluss, die ökonomische Substanz des Unternehmens schwächen würde. Eine solche Aufspaltung wäre gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten nur dann der Weisheit letzter Schluss, wenn man das Unternehmen ohnehin loswerden möchte. Irgendwie österreichisch: Wenn wir schon etwas international Erfolgreiches haben, sei es ein Manager oder sei es ein Betrieb - wir werden ihn schon klein kriegen.
    «Draussen in der Welt» sieht es aber auch nicht gut aus. Die CeBIT, «Leitmesse» der IT-Branche, schaffte gerade noch 400.000 Besucher - 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Dass die Zahl der Aussteller kräftig gesunken ist, war ja schon vorher bekannt. Daher war die CeBIT auch nicht wirklich aufregend - zumindest nicht, was Neuigkeiten auf dem Sektor Telekommunikation betrifft.
    Für den Endkunden interessant ist aber, dass in diesen Wochen langsam die Auslieferung von schon angekündigten Endgeräten anläuft. Wie gut sich diese verkaufen, wird wohl vom Gefühl der Benutzer abhängen, ob sie sich in einer Wirtschaftskrise befinden - oder nicht. Nach den Handyverkaufszahlen von Gartner für das vierte Quartal 2008 dürfen wir jedenfalls im ersten Quartal 2009 keine Rekorde erwarten. Selbst wenn das Publikum plötzlich kaufwilliger wird, nützt das wenig, weil man branchenweit die Lagerbestände herunter gefahren hat.
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2009-03-03: MOBILE TIMES Weekly 0338
Boris Nemsic verlässt also nach mehr als einem Jahrzehnt sowohl mobilkom austria als auch die Telekom Austria. Fast sicher fanden die entscheidenden Gespräche während des Mobile World Congress in Barcelona statt. Dabei sieht es für Messen gerade nicht sehr schön aus. Die gerade laufende CeBIT kann heuer 4.500 Unternehmen als Aussteller zählen - 2008 waren es noch mehr als 5.800 Aussteller. Aber auch für die World Telecom der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), die im Herbst in Genf über die Bühne gehen soll, sieht es noch nicht besonders gut aus: Laut Sanjay Acharya, dem Pressesprecher der ITU, hat man bis jetzt erst etwa ein Drittel der Anmeldungen, die man zu diesem Zeitpunkt erwartet hätte. Andererseits sagen neue Statistiken, dass nach wie vor Messen der beste Platz zum Anbahnen neuer Geschäfte sind. Aber wenn niemand neue Geschäfte anbahnen will, weil er die Finanzierung dafür von den Banken nicht bekommt, wird er wohl auch keine Messe besuchen.
    Die meisten Jahresabschlussmeldungen der Unternehmen waren eher traurig. Lediglich Apple sticht mit dem besten Geschäftsjahr der Firmengeschichte deutlich hervor. Ebenfalls Grund zum Jubeln hatten LG Electronic und Lenovo. Sonst aber häufen sich die Negativmeldungen. Manche Beobachter bezweifeln inzwischen, dass es sich hier um eine «normale» Wirtschaftskrise handeln und sprechen schon von einer «Zeitenwende» nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war.
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2009-02-25: MOBILE TIMES Weekly 0337
Gebannt blickt die Branche nach Barcelona und übersieht dabei kleine aber wichtige Ereignisse um die Ecke. So hat z. B. die mobilkom erstmals eine Mobilfunkstation in Betrieb genommen, die von einer Windturbine mit Strom versorgt wird. Der Verband Österreichischer Software-Industrie hat nach zwanzig Jahren Bestand eine intensive Zusammenarbeit mit dem Fachverband UBIT der Wirtschaftskammer Österreich vereinbaren können und vielleicht die wichtigstes Ansage, wenngleich vermutlich ohne grosse Wirkung: Die ISPA warnt vor dem Umgang den Google offensichtlich mit den Inhabern von Rechten an geistigem Eigentum beabsichtigt.
    In Barcelona ist beim Mobile World Congress (MWC) der erwartete Boom an Android-Handys ausgeblieben. HTC liefert nun allerdings auch für Vodafone ein exklusives Android-Modell, womit die Briten nach den Deutschen von T-Mobile die zweiten sind, die ein Google-Handy im Angebot haben. Das weltweit dritte Google-Handy hat Huawei vorgestellt und damit ist der Google/Android-Hype für diesen MWC auch schon wieder vorbei. Auch die Hoffnung, dass Android zu einer einheitlichen Linux-Plattform für Handys führen werde, hat sich in Barcelona nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil: Die wieder zu neuem Leben erwachte LiMo Foundation konnte ebenfalls auf zwei neue Handy verweisen, die in diesem Fall von NEC und Panasonic stammen.
    Für Windows Mobile war das Angebot das schon etwas grösser, denn abgesehen von zwei neuen HTC-Modellen gab es auch neue Windows Mobile Smartphones von LG und Samsung. Dazu kamen Ergänzungen für das Xperia von Sony Ericsson usw.
    Die eigentliche Überraschung bei den Smartphones war aber die Fülle an Symbian-Modellen, wo doch das neue einheitliche System der Symbian Foundation noch gar nicht vorliegt. Neben Nokia, das eine ganze Palette an neuen S60-Modellen vorstellte, kamen auch LG und Samsung mit neuen Modellen und Sony Ericsson brachte für das künftige Symbian OS eine hoch interessante Designstudie.
    Generell scheint die Hoffnung der Branche wieder einmal auf einem Angebot zu liegen, dass ein Unternehmen erfolgreich vorexerziert hat: Der Online Store. Nachdem Apple ganz offensichtlich mit dem App Store erfolgreich war, ziehen nun bald alle anderen nach. Nokia hat den Ovi Store, Microsoft eröffnete einen, Android hat schon den Android Market wie auch Samsung einen Application Store hat. Die Netzbetreiber schliessen entweder Bündnisse mit einem dieser virtuellen Läden oder denken über einen eigenen nach.
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2009-02-18: MOBILE TIMES Weekly 0336
Grosse Aufregung gab es um die Beteiligung der Telekom Austria am Glasfaserunternehmen CableRunner der Stadt Wien. Die Konkurrenten der Telekom sahen den freien Wettbewerb gefährdet, weil nun auch dieses Netz in den Händen des Ex.Monopolisten ist. Stadt Wien und Telekom beruhigten und meinten, dass für andere Betreiber eigentlich ohnehin alles so bleibe wie es ist und zudem die Telekom gerade in Wien am Breitbandmarkt nur über einen Marktanteil von ca. 20 % verfüge, während Marktdominator UPC nicht reguliert würde und zudem auch keine Konkurrenten ins eigene Netz liesse.
    Der Verband der Österreichischen Software-Industrie (VÖS) hat, gestützt auf die Tatsache, dass die im Land verbleibende Wertschöpfung auch absolut über dem in der Öffentlichkeit als weit wichtiger wahrgenommenen Tourismus liegt, einen Forderungskatalog aus sieben Punkten an die neue österreichische Bundesregierung gestellt. Die meisten der genannten Punkte kosten weniger Geld als guten Willen, also sind sie eigentlich erfüllbar.
    Inzwischen empfiehlt Regulator RTR mehr Tariftransparenz bei 05er-Nummern, denn bei diesen recht praktischen Nummern, die ohne Vorwahl aus ganz Österreich erreichbar sind, scheinen einige Mobilfunker ganz unbarmherzig zuzuschlagen. Wer nämlich eine solche Nummer anruft, bekommt oft eine Rechnung des eigenen Anbieters, die diese Nummern als Sonderrufnummern und nicht als das, was sie eigentlich ist, nämlich eine ganz gewöhnliche Nummer aus dem inländischen Festnetz, ausweist. Vielleicht könnte der Regulator über Empfehlungen hinausgehen und klar festhalten, dass solche Nummern eben nur Festnetznummern ohne Vorwahl sind.
    Irgendwie scheint heuer der Mobile World Congress nicht die wahre Begeisterung zu bringen. Es gibt zwar jede Menge durchaus interessanter neuer Produkte, aber so richtig einen Neuheitenregen gibt es nicht. Die Hoffnung der meisten Hersteller richtet sich auf die Smartphones, die im letzten Jahr als Segment recht gut abgeschnitten haben. Ob allerdings jeder Handybesitzer wirklich einen kompletten Computer in der Tasche haben will, ist eher fraglich. Ein Nebenbereich, der bisher von kaum einem Analyseunternehmen - Ausnahme ist Berg Insight aus Schweden - intensiv studiert wurde, scheint plötzlich für die Anbieter interessant: M2M, die Mensch-Maschine-Kommunikation. Ob allerdings die doch meist staatlichen grossen Versorgungsunternehmen gerade in Zeiten drohender Arbeitslosigkeit ihre Zählerableser durch Maschinen ersetzen sollen?
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2009-02-11: MOBILE TIMES Weekly 0335
Nicht gerade begeisternd findet der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) die Resultate der ECTA Scorecard für Österreich. Unter zwanzig Ländern der zehnte Platz gemeinsam mit Ungarn ist ja sicher keine Glanzleistung. Andererseits gibt es immerhin noch neun Länder hinter uns. In der FMK-Notrufstatistik hat die Euro-Notrufnummer auch 2008 noch nicht den ersten Platz erreicht. Der Pannendienst des ÖAMTC wurde weit häufiger direkt angerufen. Allerdings hat die 112 die traditionellen Notrufe zur Polizei oder Rettung bereits überholt.
    Nach Dell findet sich jetzt auch Acer in der Gerüchteküche, die vor dem Kongress in Barcelona brodelt. Während man bei Dell ein Smartphone mit Touchscreen und Windows Mobile - aber vielleicht auch Goggle Android - vermutet, sind die Details bei Acer noch vager: Es soll ein Smartphone werden. Auch Huawei sagt man Interesse an einem neuen Smartphone nach, das in diesem Fall mit Android ausgestattet sein soll. Schliesslich soll Nokia etwas planen, das es schon bei Psion - das ist die Ur-Firma von der Symbian eigentlich stammt - bereits gab: Ein Netbook. Ein wenig werden wir ja noch warten müssen, aber dann...
    In der Zwischenzeit setzt sich die Abwärtsspirale der Wirtschaft weiter fort. Wie befürchtet, hat Motorola eine tiefrote Bilanz gelegt und wird den geplanten Personalabbau noch deutlich ausweiten. Qimonda hat ein Werk in den USA geschlossen und selbst die Spiele-Industrie kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Leute auch in Notzeiten noch spielen: Electronic Arts hat ein extrem schlechtes Ergebnis geliefert, obgleich Electronic Arts mit den FIFA-Spielen, den SIMs, Trivial Pursuit etc. über ein erfolgreiches Portfolio verfügt. Da wird es die Strategen in der kalifornischen Redwood City kaum trösten, dass auch eine andere Spiel-Ikone pleite ist: Letzte Woche musste mit Märklin, die grosse deutsche Modellbahnmarke Konkurs anmelden.
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2009-02-03: MOBILE TIMES Weekly 0334
Da offensichtlich auf Grund der in den letzten Jahren stark gesunkenen Preise kaum mehr «Tarifinnovationen» neue Kunden locken können, verlegen sich die Mobilfunker mehr und mehr auf andere Angebote. Bei A1 ist das offensichtlich das Bankgewerbe. Da versucht man mit Handyparken, Handyfahrschein usw. alle jene Bereiche abzudecken, die den «richtigen» Banken wohl zu klein sind. Praktisch für den Kunden ist es jedenfalls, wenn er seinen Kurzparkschein oder sein Bahnticket einfach mit dem Handy lösen kann. Bei T-Mobile dagegen hat man offensichtlich das Thema M2M entdeckt und testet nun in Klagenfurt die Steuerung von Strassenlaternen über Mobilfunk. Die Fernablesung von Strom-, Gas- und Wasserzählern, wie sie in Skandinavien bereits sehr weit verbreitet ist, ist da wohl auch nur mehr eine Frage der Zeit.
    Die ersten neuen Handys des neuen Jahres wurden jetzt vorgestellt. Da es ja keine grosse Einkaufssaison gibt, kann das nur bedeuten, dass der Mobile World Congress in Barcelona vor der Tür steht. Das heisst, dass es in den nächsten Wochen eine Fülle von Neuigkeiten geben wird.
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2009-01-25: MOBILE TIMES Weekly 0333
Während die Weltwirtschaft im Wanken ist, wird hierzulande noch gemütlich diskutiert (oder auch gestritten). Die Ärztekammer Wien jubelte - wohl etwas verfrüht - über ein vom französischen Umweltminister geplantes Handy-Verbot für Kinder unter sechs Jahren und das ebenfalls diskutierte Werbeverbot für Kinder unter 12 Jahren. Die Wiener Ärztekammer sah Frankreich damit «einen grossen Schritt vor Österreich, wo es nach wie vor keinen gesetzlichen Schutz vor Handy-Strahlung für Kinder gibt» und fordert entsprechende gesetzliche Massnahmen.
    Natürlich konterte das Forum Mobilkommunikation (FMK) sofort mit «Kein Handy-Verbot für Kinder in Frankreich», denn ganz so, wie es sich die Ärzte wünschen, hat es der französischen Umweltminister auch nicht gemacht. Er will allerdings per Gesetz Handys, die speziell für Kinder unter 6 Jahren entworfen wurden, verbieten. Weil aber laut FMK diese Handys von den österreichischen Anbietern nicht mehr vertrieben werden - hauptsächlich mangels Geschäftserfolg damit - und weil ein generelles Handy-Verbot für Kinder nicht vorgeschlagen wurde, sieht sich das FMK im Recht.
    Überdies verweist man natürlich wieder auf die Einschätzung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das wissenschaftlichen Gremium der EU-Kommission (SCENIHR).
    Wie man auf Kritik positiv reagiert, führte m-parking vor. Weil es immer wieder zu Problemen beim Handy-Parken kommt, rief der ÖAMTC seine Mitglieder auf, Fälle, in denen SMS Parkscheine nicht zeitgerecht zugestellt wurden, an den Club zu melden. Die m-parking Betreibergesellschaften begrüssten diese Initiative und sprachen eine Einladung an den ÖAMTC zur Kooperation bei der Weiterentwicklung von Handy-Parken aus. Das gab auch gleich Gelegenheit, sich selber zu loben: Seit der Einführung im Jahr 2004 wurden über 22 Millionen Parkscheine per SMS gelöst. Die mehr als 260.000 angemeldeten Autofahrer kaufen im Monat knapp 900.000 Parkscheine per SMS.
    Die Krise beginnt voll zuzuschlagen: Konnte man die Pleite von UIQ in Schweden noch als Folge der Umwälzungen im Symbian-Lager erklären, so ist weder die Pleite von Nortel - immerhin einer der grössten Netzwerkausrüster - noch die von Qimonda - letztere trotz kräftiger öffentlicher Unterstützung aus Deutschland und Portugal - einfach wegzudiskutieren. Bekämpft wird die Krise durch Unmengen an Geld, die eigentlich durch nichts gedeckt sind. Das heisst, die Krise, die ihre Ursache in einer zu grossen Geldmenge hatte, versucht man durch Vermehrung eben dieser Geldmenge zu bekämpfen. Die gängigen Wirtschaftstheorien, die mehrheitlich dem Wachstum verpflichtet sind, helfen da auch wenig, denn sie gehen fast immer davon aus, dass die jeweils nötigen Rohstoffe praktisch unbeschränkt vorhanden sind und lediglich ein Verteilungsproblem besteht, das es zu lösen gilt.
    Im Internet tummelt sich immer mehr bösartiges Getier, das gefährlicher als je zuvor ist und auch die Spezialisten der Virenbekämpfung vor teilweise unlösbare Probleme stellt. Manche Probleme, die dann entstehen, sind zwar hausgemacht, wie etwa die Verseuchung von Computern in Kärntner Spitälern, wo nach Medienberichten die aktuellen Patches noch nicht installiert waren - aber wir sollten uns doch darauf einstellen, dass es möglicher Weise in absehbarer Zeit heisst «rien ne va plus» - nicht geht mehr. Und das gilt für die Wirtschaft ebenso wie für die Elektronik.
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