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2010-01-26: MOBILE TIMES Weekly 0354
Telekom Austria überrascht - LTE statt UMTS
Der kleine Riese aus Wien, die Telekom Austria, hat ihre Teilnehmerzahlen für 2009 veröffentlicht. Was dabei überrascht: Der Abwärtstrend beim Festnetz konnte tatsächlich gestoppt werden. Erstmals seit zehn Jahren verzeichnete man im vierten Quartal 2009 sogar einen Zuwachs an Festnetzanschlüssen. Im Mobilfunkbereich bleibt die bulgarische Mobiltel weiterhin die teilnehmerstärkste Landesorganisation und vermeldete zum Jahresschluss 5,35 Millionen Kunden. An zweiter Stelle liegt die mobilkom austria mit 4,83 Millionen und an dritter Weissrussland mit 4,10 Millionen.
Das Thema, das weltweit die Branche bewegt, heisst derzeit LTE. Die «Long Term Evolution» von GSM über GPRS/EDGE zu UMTS und HSDPA geht einen Schritt weiter. Was für den Endanwender daran interessant ist, sind nicht nur die hohen Datenraten, die versprochen werden, sondern auch, dass LTE die Basis für Mobilfunknetze, die nur mehr IP nutzen, sein könnten. Über kurz oder lang werden damit unsere hochmodernen Smartphones wieder einmal zu Schrott, den man nur mehr für ein Museum brauchen kann. Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders, weil die Entwicklung der Wirtschaftslage die Finanzierung der neuen Netze nicht im erwünschten Umfang ermöglicht, denn das 2010 kein besonders gutes Jahr werden wird, geben jetzt auch schon Experten zu, die noch vor wenigen Monaten vom Aufschwung gesprochen haben. Vermutlich haben sich die Sparbücher der einfachen Menschen schneller geleert, als man bisher angenommen hat. Technologisch jedenfalls ist LTE ein hoch interessantes Projekt, das von der ITU vielleicht sogar zum Standard gemacht wird - wahrscheinlich gemeinsam mit einem IEEE 802.6-Derivat. Aber das ist eine andere Geschichte...
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2009-11-13: MOBILE TIMES Weekly 0352
Drei beste Netze in Österreich - Austausch von Nokia Netzgeräten
Hurra, wir haben drei beste Netze in Österreich. Das deutsche Magazin connect testete in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Mobilfunknetze und jeder sucht sich aus den Testergebnissen das heraus, was ihm gefällt.
Schon am Morgen des 6. November um 9:57 Uhr freute sich mobilkom austria darüber «Netztest-Sieger in (der) D-A-CH-Region» zu sein: «Testsieger im gesamten deutschsprachigen Raum ist mobilkom austria» und wusste zu berichten, dass sich der österreichische Marktführer auch in den ländlichen Gebieten in allen sechs Testkategorien (Internet-Seitenaufruf, E-Mail-Download, E-Mail-Upload, Download städtischer Raum, Download ländlicher Raum und Upload städtischer Raum) zu mobilem Datentransfer als Punktesieger behaupten konnten. Bei der mobilkom sieht man damit sich und auch die führende Position Österreichs als Land des mobilen Breitbands bestätigt. Man zitiert das Magazin: «So sind die durchschnittlichen Download-Datenraten von knapp 3 Mbit/s in der Stadt eine Topleistung, doch die nahezu gleichen mittleren Geschwindigkeiten mit hoher Zuverlässigkeit auch auf dem Land zu realisieren, ist meisterlich».
Am 6. November um 13.36 Uhr meldete dann 3, dass das «3MegaNetz» laut connect-Test bei Sprachtelefonie im deutschsprachigen Raum Massstäbe setze, hohe Stabilität und eine «phänomenal geringe» Störungsrate habe. Das 3MegaNetz schlage in der Kategorie «Sprache» den Mitbewerb - und zwar im gesamten deutschsprachigen Raum. Neben der besten Sprachqualität habe das 3MegaNetz im Test auch mit der höchsten Erfolgsrate bei Sprachanrufen und der mit Abstand niedrigsten Rufaufbauzeit, die teilweise fast doppelt so schnell ist wie die des Mitbewerbs, gepunktet.
Last but not least ritt dann um 14:35 auch Orange in die Arena und hatte zu berichten, dass man laut connect das zuverlässigste Netz in Österreich habe: 99,3 Prozent der Testgespräche seien in Städten «ohne Beanstandung» geführt worden. Bei den Überlandfahrten waren es 98,6 Prozent. «Im schwer zu versorgenden Österreich ist das Zuverlässigkeitsrekord», wird zitiert. Das Orange Netz sei mit der Note «Sehr gut» bewertet und unter die Besten im deutschsprachigen Raum eingereiht worden und habe in der gesamten Qualitätsbewertung bei Sprach-Telefonaten die anderen grossen Mobilfunkanbieter in Österreich hinter sich gelassen. Selbst bei den Tests der Datenverbindungen sieht man sich bei Orange als Spitzenreiter: 99,8 Prozent Erfolgsrate und 100 % der E-Mails kommen am Handy an. Bei der Geschwindigkeit der Datenverbindungen liege Orange bei den Tests ebenfalls sehr gut im Rennen.
So haben wir uns das immer schon vorgestellt - und die Netzbetreiber wohl auch: Tests, die niemand weh tun - ausser dem für connect heimischen Platzhirschen T-Mobile, aber die finden sicher auch noch etwas, wo sie gewonnen haben. Eigentlich bringen solche Tests nicht wirklich etwas: Wer baut schon ein Gespräch blitzschnell über das 3Meganetz auf, führt es dann relativ störungsfrei über das Orange-Netz und versendet die zugehörigen Daten über das Netz von A1?
Die Schweizer Netzbetreiber, die ähnlich abgeschnitten haben. meldeten sich bisher nicht zu Wort. Wahrscheinlich sind ihnen in ihrem Patriotismus deutsche Ergebnisse ziemlich egal.
Austausch von Nokia Netzgeräten
Nokia hat ein freiwilliges Austauschprogramm für Ladegeräte bekannt gegeben. Kunden, die solche Nokia Ladegeräte besitzen, wird der kostenlose Austausch empfohlen: Bei Modellen der Typen AC-3E und AC-3U, die zwischen dem 15. Juni 2009 und dem 9. August 2009 produziert wurden, sowie beim AC-4U, das im Zeitraum vom 13. April bis zum 25. Oktober 2009 hergestellt wurde, können sich die Kunststoffabdeckungen (ab)lösen und so die innen liegenden Komponenten des Ladegerätes freilegen. Bei Berührung der innen befindlichen Komponenten könnte eventuell ein elektrischer Schlag ausgelöst werden, wenn das Ladegerät an einer stromführenden Steckdose angeschlossen ist. Von den angeführten Modellen wurde nur das Modell AC-3E in Europa verkauft, die Modelle AC-3U und AC-4U waren ausschliesslich in Nord- und Latein-Amerika erhältlich. Es gibt eine eigene Website für das Austauschprogramm: http://chargerexchange.nokia.com
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2009-11-05: MOBILE TIMES Weekly 0351
Digitale Dividende und neue Angebote
Die Debatte um die so genannte «Digitale Dividende» läuft weiter. So fordert etwa T-Mobile die rasche Schaffung gesetzlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen für den Mobilfunk, um das mobile Breitband «als Wachstumsmotor für Österreich» ausbauen zu können. Schliesslich biete der Mobilfunk die am schnellsten umsetzbare und günstigste Lösung für Breitband im ländlichen Raum. Für T-Mobile-Chef Chvátal ist «...die gegenwärtige Tendenz in der öffentlichen Diskussion, auf die Versorgung mit Glasfaser zu fokussieren, ist zu kurz gegriffen, will man Breitband im ländlichen Raum ohne staatliche Förderung erschwinglich machen». Durch eine Zuweisung der durch die Digitalisierung von Rundfunk und Fernsehen frei werdenden Frequenzen an den Mobilfunk, könnten Breitbanddienste rasch zur Verfügung gestellt werden.
Nach der Bekanntgabe des Termins für die Mobilfunk-Frequenzauktion in Deutschland erhöhte T-Mobile in Österreich den Druck und forderte erneut die rasche Vergabe der «Digitalen Dividende» an den Mobilfunk auch in Österreich. In Anlehnung an Deutschland, wo die Frequenzvergabe im zweiten Quartal 2010 geplant ist, möchte Chvátal in Österreich eine rasche politische Entscheidung zur Zuweisung der «Digitalen Dividende» an die Telekom-Branche bis Mitte 2010 und die ehestmögliche Vergabe der Frequenzen zur Nutzung für mobile Breitbanddienste.
Als erstes Ministerium hat jetzt das Finanzministerium eine spezielle Version der Website für mobile Endgeräte ins Netz gestellt. Unter «m.bmf.gv.at» kann man jetzt auch unterwegs mit mobilen Endgeräten herausfinden, welche Steuern man wo zu entrichten hat. Ziel des Ministeriums ist es, auch unterwegs benötigte Informationen zur Arbeitnehmerveranlagung, zu FinanzOnline (Steuern zahlen per Mausklick) oder das Finden des zuständigen Wohnsitzfinanzamtes mit seinen Öffnungszeiten zu ermöglichen. Die Informationen der mobilen Internet-Site des Ministeriums sind mit denen der normalen Web-Site «www.bmf.gv.at» identisch. Eine Ausnahme bilden komplizierte Berechnungsprogramme, die auf einem Handy schwer, oder gar nicht zu bedienen wären - wie beispielsweise der Brutto/Netto-Rechner oder der Steuervergleichsrechner.
Die Telekom Austria hat für ihr Mobilfunkangebot bob anlässlich der 25. EFFIE-Gala der Internationalen Advertising Association bereits zum zweiten Mal den EFFIE in Gold erhalten. Diesmal war es eine für integrierte Kampagne, die von Demner, Merlicek und Bergmann realisiert wurde und es mit vergleichsweise geringem Budget schaffte, die Anzahl der bob Kunden um 47 % im Vergleich zum Vorjahr zu steigern.
Mitte Oktober stellte Tele2 ihr «Mobiles Backup» vor, mit dem bei Ausfall der Primärverbindung automatisch eine redundante Verbindung über ein Mobilfunknetz aufgebaut wird. Die Unternehmensstandorte werden im Backup-Fall über einen leitungsunabhängigen Zweitweg via Mobilfunk-Anbindung (HSDPA/UMTS/EDGE/GPRS) abgesichert. Dabei übernimmt ein Backup-Router bei einer Störung die IP-Konfiguration der Primärleitung, bis diese wieder verfügbar ist. Der Kunde kann wählen, ob er einen «Kombi-Router» mit SIM-Karten-Einschub einsetzen möchte, oder ein zweites Gerät parallel angeschlossen werden soll. In diesem Fall ist neben der Leitungs- auch eine Geräteredundanz sichergestellt. Der Kunde kann die benötigte(n) SIM-Karte(n) entweder selbst beistellen, oder Tele2 sucht den am besten geeigneten Servicepartner aus und stellt ein Gesamtpaket bereit.
Telekom Austria stellt künftig komplette Büroarbeitsplätze zum Fixpreis bereit und glaubt so, kleinen Unternehmen bis zu 17 Prozent Kostenersparnis bieten zu können. In einer aktuellen IFES-Studie fand man heraus, dass fast jeder zweite österreichische KMU ungenutzte Büro-Infrastruktur hat. Das Telekom Austria BüroKomplett Paket bietet einen vollständig ausgestatteten Büroarbeitsplatz (Festnetz, Mobilfunk, Internet, Hardware, Software und Service) ab monatlich 59 Euro. Die Telekom möchte mit dem Paket zum «verlässlichen Partner in jedem österreichischen Büro» werden. Das BüroKomplett Paket beinhaltet alle professionellen Internet-Features, die Unternehmenskunden für ihren Geschäftserfolg benötigen: Eigene Domain, Business Webspace, Business Mailboxen, WLAN-Router sowie Viren- & Spam Protection. Die Telefonie-Basisfeatures pro Arbeitsplatz bestehen aus: Tischapparat mit eigener Durchwahl, Voicemail-System, Comm Manager für die einfache Verwaltung der Kontakte und ein innovatives Tarifmodell inklusive Freiminuten ins österreichische Festnetz. Bei der Mobilfunktelefonie können Kunden aus sechs unterschiedlichen Handymodellen wählen. Bei den Rechnern können die Kunden zwischen einem Desktop PC oder drei unterschiedliche Business-Laptops von HP wählen. Als Betriebssystem kommt Microsoft Windows Vista Business oder XP Professionell zum Einsatz, ein umfassendes Softwarepackage (Microsoft Office 2007, Antivirensoftware, etc.) ist installiert.
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2009-10-16: MOBILE TIMES Weekly 0349
mCommerce-Jubiläum, Breitbandtheater und eine tote Messe
Ein Jubiläum feiert gerade paybox austria: Der erste m-Commerce-Dienst startete vor 10 Jahren in Österreich. Heute steht man bei vier Millionen Vertragskunden von A1, T-Mobile, Orange und tele.ring, die über die Handyrechnung bezahlen können. Längst vergessen ist, dass der ursprüngliche deutsche Betreiber vom Markt verschwunden ist und der Dienst nur durch das rasche Zugreifen der mobilkom austria gerettet werden konnte. Heute wird bereits alle drei Sekunden wird ein Parkschein mit dem Handy gelöst und auch Tickets, Snacks, Zigaretten, Getränke werden usw. heute mit dem Handy bezahlt.
Im Prinzip ebenfalls mit dem Handy bezahlt wird bei «Nokia Comes With Music», das in Österreich neu eingeführt wurde. Kauft man im Fachhandel ein «Nokia 5530 Comes With Music» oder bei A1 ein «Nokia 5800 Comes With Music», dann kann man innerhalb eines Jahres unbeschränkt aus sechs Millionen Titel aus dem Nokia Music Store herunterladen und diese für immer behalten: Nach einem Jahr und Ablauf der Comes With Music Lizenz stehen dem Kunden weiterhin alle seine Songs unlimitiert auf seinem PC und seinem Comes With Music Gerät zur Verfügung. Damit ist Österreich eines der wenigen (kaum ein Dutzend) Länder, in denen es «Comes With Music» bereits gibt.
Dass in Österreich ein Breitbandausbau nötig ist, darüber sind sich zwar alle einig, aber über den Weg ist man sich uneiniger als zuvor. Es gibt zwar inzwischen das Alpbacher 6-Punkte-Programm, das Folgendes fordert:
1. Neue Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft mit klaren Zielvorgaben und zentraler Koordination
2. Schnellere Verfahren durch neue Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern
3. Rechtssicherheit im Vollzug, klare Wettbewerbsrichtlinien und faire Regulierung
4. Schaffung von Investitionsanreizen für nachhaltige Investitionen im Infrastrukturbereich
5. Förderung von Zukunftstechnologien zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen
6. Neue rechtliche Rahmenbedingungen zur Verfahrensvereinfachung und -beschleunigung
Die Industrie spielt also den Ball wieder der Politik zu, die hat aber schon im Sommer in Gestalt von Infrastrukturministerin Doris Bures anlässlich der Präsentation des Technologieberichts Österreich bei Forschung und Entwicklung auf gutem Weg gesehen und im Bericht die Dokumentation eines kontinuierlichen Aufholprozess im Bereich Forschung & Entwicklung. «Österreich ... ist auf den Sprung zur Spitzengruppe. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Österreich unter die Top 3 der innovativsten Volkswirtschaften zu bringen» heisst es in einer Erklärung des Ministeriums. Und auch der Koalitionspartner freut sich in Gestalt von Mag. Karin Hakl darüber, dass die Forschungs- und Entwicklungs-Quote 2009 trotz der Verschlechterung der konjunkturellen Wirtschaftsentwicklung gestiegen ist.
Technologisch sind die Mobilfunker der Meinung, dass Mobile Breitbandnetze die digitale Kluft schliessen können, wie der Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) erklärte. Glasfaserleitungen bis in die Wohnzimmer der Endkunden zu verlegen sei speziell in dünner besiedelten und entlegenen Gebieten einfach zu teuer. VAT-Präsident Berthold Thoma spricht sich daher dafür aus, die vorgesehenen EU-Mittel für den Breitbandausbau im ländlichen Raum bevorzugt für die leistungsstarke Anbindung von Mobilfunkstationen im ländlichen Raum aufzuwenden und spricht sich gleichzeitig entschieden gegen die Subvention von Glasfaseranschlüssen der Telekom Austria in Städten, die dem ländlichen Raum nicht wirklich zuzurechnen seien, aus.
Für diesen Ausbau des Mobilfunks wünschen sich die Mobilfunker natürlich mehr Frequenzbänder und wollen diese aus der so genannten «Digitalen Dividende» - durch die Digitalisierung des Fernsehen frei gewordene Frequenzbereiche - erhalten. Das gefällt der Rundfunkbranche wiederum gar nicht. Sie präsentierte eine Studie der SBR Juconomy Consulting aus der hervor geht, dass eine solche Umwidmung volkswirtschaftlich nicht unbedingt von Vorteil sein muss: Die Neuvergabe der Frequenzen zwischen 790 und 862 Megahertz an den Mobilfunk hätte demnach ein gewaltiges Störpotenzial für andere Anwendungen wie Kabel-TV und die Tontechnik bei Grossveranstaltungen - was Migrationskosten für technologische Umstellungen von wenigstens 150 Millionen Euro bedeuten werde. Und natürlich könnte der Rundfunk selbst die Digitale Dividende für den zukünftigen Ausbau von HD-TV, mobilem TV, DVB-T2 und mehr Programme nutzen. Die Studie fragt sich auch, ob im Hinblick darauf, dass in Österreich bereits fünf Frequenzbänder für den Mobilfunk reserviert sind, wirklich noch mehr Frequenzen an den Mobilfunk gegeben werden müssen. Der Rundfunk arbeite einzig im UHF-Bereich und dessen mögliche Öffnung könnte massive Nachteile bedeuten. Labor- und Feldtest zufolge könne der Betrieb von Rund- und Mobilfunkdiensten im gleichen Frequenzbereich bis hin zum Totalausfall von Bild und Ton führen. Laut Studie seien Störungen bei Kabel-TV-Endgeräten zu erwarten, was den Austausch von rund 315.000 Endgeräte erfordere, was mindestens 95 Millionen Euro kosten würde. Schliesslich seien auch noch Funkmikrophone, Funkkopfhörer und verschiedene Heimanwendungen betroffen. Alleine Theater, Veranstalter oder auch Kirchen müssten ca. 36.000 Geräte komplett auswechseln, was wenigstens 38 Millionen Euro koste.
Was den Ausbau der Glasfaser betrifft, sind die Internet Service Providers Austria (ISPA) zwar unbedingt dafür, fordern aber mehr Fairness. So werde Mitbewerbern der Telekom Austria versagt, neue Breitbandsysteme wie VDSL2 einzusetzen. Durch die technische Auslegung des Netzes der Telekom Austria könne man über vorhandene Infrastruktur alternativer Netzbetreiber nicht die gleichen Bandbreiten über ähnlich weite Versorgungstrecken erreichen. Die Telekom Austria hat inzwischen mit dem ersten «GigaNetz-City» in Villach den Startschuss zur Festnetz-Modernisierungsinitiative gegeben. 128 «Street Cabinets» genannte Kabelverzweiger wurden errichtet und mittels Glasfaser an die Vermittlungsstelle angebunden. Die Kunden werden an das Street Cabinet mit dem herkömmlichen Kupferkabel angeschlossen. Als Zusatzoption können Kunden in Villach jetzt den «GigaBooster 30» mit bis zu 30 MBit/s im Download und bis zu 3 MBit/s im Upload buchen. Monatlich kostet sie das 14,90 Euro.
Ebenfalls in Kärnten haben Alcatel-Lucent und der regionale Stromversorger KELAG ein Pilotprojekt für «End-to-End Smart Metering» gestartet. Dafür stellt Alcatel-Lucent seine Smart Metering Lösung für bis zu 550 Haushalte bereit.
Heimlich still und leise ist die einzige Fachmesse für Informationstechnologie und Telekommunikation in Österreich, die ITnT, entschlummert und wird im Jänner 2010 nicht mehr stattfinden. Jetzt sucht man nach neuen Konzepten.
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2009-08-20: MOBILE TIMES Weekly 0348
Glasfaser in Wien und Villach
Der zweite Versuch - der erste war Jahns TelMe - von Wien aus ein internationales Handygeschäft aufzuziehen, ist bekanntlich schief gegangen und der Hyundai-Handyvertrieb bzw. Leitz-Austria insolvent. Der Alpenländische Kreditorenverband meldet dazu nur lapidar, dass das Vorhaben, ein europaweites Hyundai-Vertriebsnetz aufzubauen, erhebliche Geldmittel in Anspruch nahm. Ausserdem sei aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit der Hyundai Mobile Europe Generalvertretung GmbH hinsichtlich deren Vermögen ebenfalls ein Ausgleichsverfahren beantragt. Seltsam ist es schon. Dass ausgerechnet die wichtigste Technologie des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts in Österreich und speziell in Wien nur dann zu einem Geschäft werden kann, wenn das Geschäft von Unternehmen betrieben wird, die ihren Hauptsitz nicht hierzulande haben.
Dafür kann man aber mit einem digitalen Umweltstadtplan Wien neu entdecken. Der digitale Umweltstadtplan «Wien Umweltgut» der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 bietet die Möglichkeit, sich über zahlreiche, teils streng geschützte Tiere und Pflanzen in den Grünräumen der Stadt und über 435 Naturdenkmäler (mächtige Einzelbäume, Wälder, Alleen, Auwaldreste, Gewässer oder Felsengebilde) zu informieren. Worüber der Umweltplan nicht informiert, ist die zunehmende Bebauung bisheriger Grünflächen.
Die Telekom Austria Group hat angekündigt, in den nächsten vier Jahren 1,5 Milliarden Euro in Österreich zu investieren. Damit soll die österreichischen Telekommunikations-Infrastruktur modernisiert und eine neue Ära im Festnetz eingeläutet werden. So will man z. B. mit «Fiber Cities» und Gigabit-Anschlüssen im Rahmen von Glasfaserpilotprojekten für über 150.000 private Haushalte das mit Abstand schnellste Breitbandnetz Österreichs schaffen. Die Testmärkte sind in Klagenfurt und Wien vorgesehen, wo bereits erste Vorbereitungen laufen. Weitere 750.000 private Haushalte und Gewerbebetriebe im ländlichen Raum sollen High-Speed-Breitband für mehr als erhalten und das bestehende Telefonsystem in eine All IP Serviceplattform umgewandelt werden. Während ins Festnetz eine Milliarde investiert wird, soll die mobilkom austria mit 500 Millionen Euro den wachsenden Bedarf nach mobilem Internetzugang begegnen und ihr Netz auf 28 Mbit/s hochrüsten.
Villach soll schon Ende September die erste «Fiber City» Österreichs sein. Dort wird die so genannte Fiber to the Curb-Technologie (FTTC) eingesetzt. Über 128 abgesetzte Netzelemente können alle Villacher Haushalte mit bis zu 30 Mbit/s versorgt werden.
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2009-08-13: MOBILE TIMES Weekly 0347
Roaminganrufe billiger, Datenroaming weiter teuer
Der rührige EU-Abgeordnete Dr. Paul Rübig von der EVP ist wohl im Europäischen Parlament die treibende Kraft bei der Senkung der Preise für SMS und Handyanrufe im EU-Ausland. Bereits im dritten Jahr in Folge sinken die Kosten für Auslandsanrufe mit dem Handy, diesmal werden die Preise auf 43 Cent für ausgehende und 19 Cent für eingehende Anrufe gesenkt. Bis zum 30. Juni betrugen die Kosten 46 Cent für aktive und 22 Cent für angenommene Anrufe. Ausserdem müssen ausgehende Roaminganrufe bereits nach den ersten 30 Sekunden sekundengenau abgerechnet werden. Eingehende Anrufe sogar ab der ersten Gesprächssekunde. Das Versenden einer SMS im EU-Ausland kostet ab dem 1. Juli 11 Cent. Damit wird der Preis auf beinahe ein Drittel des bisherigen EU-Durchschnittspreises von 28 Cent gesenkt. Eingehende SMS sind überhaupt kostenfrei, freut sich Rübig.
Noch nicht europaweit geregelt ist das Datenroaming, was beim Virenschutz am Handy zu einem beinahe unlösbaren Problem beim Auslandsurlaub führt: Bleibt er eingeschaltet, dann können zum Teil extrem hohe Datenkosten für automatische Updates anfallen. Einzige Abhilfe: Bereits daheim das Datenroaming und die automatischen Updates ausschalten bzw. gleich gar nicht einschalten und hoffen, dass kein neuer bösartiger Handyvirus während des Urlaubs auftaucht. Fährt man gar mit dem mobilfunktauglichen Notebook auf Urlaub, dann sollte man auf Mobilfunk verzichten und sich auf WLAN, das in vielen Hotels kostenlos ist (vorher fragen!) beschränken.
Eine Abweisung die ein Sieg ist, hat sich Silver Server nach eigener Einschätzung beim Verfassungsgerichtshof geholt. Der Anbieter wandte sich im März 2008 im Zuge einer Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes SPG) mit dem Wunsch nach gesetzlicher Klarheit an den Verfassungsgerichtshof (VfGH). Man hielt speziell die zwei Gesetzespassagen §53 Abs 3a und 3b für nicht rechtmässig. Da geht es um die ausgedehnte Speicherungs- und Auskunftspflicht von Kommunikationsdaten, sowie den aus Sicht von Silver Server unklaren Status von IP-Adressen. Der VfGH hat zwar sämtliche Individualanträge gegen die Novelle aus formellen Gründen zurückgewiesen, gleichzeitig aber die monierten gesetzlichen Unschärfen präzisiert und damit offensichtlich der erweiterten Speicherung von Internetdaten die gesetzliche Grundlage entzogen.
Silver Server-Chef Obereder hält die nun getroffene Präzisierung für ausreichend: «Nun ist klargestellt, dass zugewiesene IP-Adressen, wie im Telekommunikationsgesetz definiert, als Verkehrsdaten gelten. Das heisst, wir sind weiterhin zur gesetzlich vorgeschriebenen Löschung oder Anonymisierung verpflichtet. Daten, die über die Rechnungslegung hinausgehen, brauchen wir nicht zu speichern».
In Vorarlberg haben sich in kürzester Zeit mehr als 700 Handynutzer für den Ende Mai vorgestellten SMS-Infodienst angemeldet, mit dem sich Wassersportler am Bodensee per Kurznachricht über aktuelle Starkwind- und Sturmwarnungen informieren lassen.
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2009-08-03: MOBILE TIMES Weekly 0346
Datenroaming ist teuer und die Preise unbekannt
Bei den jüngsten Quartalsstatistiken gehen die Meinungen darüber, ob das «Minuswachstum» grösser oder kleiner zehn Prozent ist, auseinander. Einig sind sich aber alle, dass eine derartige Schrumpfung im Vergleich zum letzten Quartal geradezu eine Erholung der Wirtschaft darstellt. Vielleicht will man aber auch nur Optimismus verbreiten, denn die Zahl der Jobwechsel bleibt - ungewöhnlich für die Jahreszeit - hoch. Ansonsten gibt es die sommerlichen Warnungen vor hohen Roamingkosten - diesmal bei Daten. Im Herbst werden wird dann wieder hören, wer die Warnungen nicht beachtet hat und daher vor dem Ruin steht. Tests zeigten, dass Handynavigation natürlich noch verbesserungswürdig ist und UPC verspricht Geschäftskunden jeden Preis zu halten.
Vorsicht vor Datenkosten im Urlaub: Die Arbeiterkammer warnt einmal mehr vor hohen Kosten beim Surfen und Mailen im Urlaub. Ein AK-Test bei sechs Anbietern über die Roamingkosten für Italien, Griechenland, Spanien, Kroatien und der Türkei zeigte, dass der Versand eines Fotos mit einem Megabyte im Extremfall bis zu knapp 21 Euro kosten kann. Der Verbrauch von 200 Megabyte kann im ungünstigsten Fall die Geldbörse mit rund 4.000 Euro belasten. Ab 1. Juli 2009 gelten zwar durch eine neue EU-Verordnung auch Höchstgrenzen für das Datenroaming in der EU. Diese gelten jedoch nur für die Vorleistungsentgelte, also die Beträge, die sich Netzanbieter untereinander verrechnen. Für Konsumenten gelten beim Datenroaming aktuell noch keine Höchstgrenzen.
Bei Hutchison kostet abseits des «3 Like Home»-Angebots das Megabyte im Ausland von 0,90 bis 15,95 Euro (in den untersuchten Haupturlaubsländern bei UMTS).
T-Mobile verrechnet für das Zonenroaming zwei bis 15 Euro pro Megabyte in den untersuchten Urlaubsländern. Daneben gibt es noch Datenpauschalen von null bis 200 Megabyte pro Monat und monatlichen Kosten von 4,50 (null Megabyte inklusive Datentransfer ein Euro pro Megabyte) bis 89 Euro. Der «WorldClass Data DayPass» hat 50 Megabyte Datenvolumen und kostet 15 Euro für 24 Stunden.
A1 verlangt pro Megabyte im Ausland bei den Tarifen A1 Europedata und A1 World Data 2,97 bis 10,14 Euro (bei Wahl des bevorzugten Goldpartnernetzes). Alternativ wird auch ein Tagespauschalpaket um 15 Euro für 30 Megabyte angeboten, mit dem der Preis pro Megabyte auf 50 Cent sinkt. Daneben gibt es noch A1 Breitband Roaming Packages mit Datenpauschalen zwischen 20 und 200 Megabyte pro Monat und monatlichen Kosten von 29 bis 99 Euro.
Bei Orange kostet das Megabyte Datenroaming ohne Grundgebühr acht und zwölf Euro pro Megabyte - je nachdem ob man in einem bevorzugten oder anderen Partnernetz einwählt. Ohne zusätzliche Grundgebühr existiert auch noch Data-Roaming-Plus mit teilweise deutlich geringeren Kosten pro Megabyte (3,99 - 8,09 Euro pro Megabyte in bevorzugten Partnernetzen). Daneben gibt es noch «Mobiles Internet Roaming Pakete» mit Datenpauschalen zwischen 15 Megabyte und 200 Megabyte pro Monat und monatlichen Kosten zwischen 19 und 98 Euro.
Tele.Ring verlangt pro Megabyte im Ausland acht bis 15 Euro (Zonenroaming). Es gibt keine zusätzlichen Pakete.
YESSS bietet kein Auslandsdatenroaming an.
Die Kunden haben keine Ahnung: Die erste mobile Panel-Umfrage in Österreich von MindTake New Media Research und IQ mobile hat sich genau mit diesem Thema beschäftigt und direkt am Handy die neuen Roaming-Tarife abgefragt. Das Ergebnis: Die Kunden sind, trotz reger Nutzung des Handys im Ausland, wenig interessiert an - und informiert über - die nun geltenden Vergünstigungen im EU-Ausland. Obwohl 83 % der Befragten meinen, schon einmal von den EU-Roaming-Tarifen gehört zu haben, zeigen sich nur 30 % der Österreicher wirklich informiert, wenn es um die Details der Regelung geht und wissen Bescheid, dass sie für das Versenden von SMS ins EU-Ausland nun 11 Cent bezahlen müssten. 47 % der Österreicher hingegen gaben an, «keine Ahnung» über die nun geltenden SMS-Tarife zu haben.
Handynavigation «ausbaufähig»: Die Zeitschrift «Konsument» hat in ihrer August-Ausgabe die Navigation per Handy getestet und sie für «ausbaufähig» befunden. Zwölf Handy-/Softwarekombinationen wurden geprüft und davon erwiesen sich für den «fallweisen Gebrauch ... einige Geräte durchaus brauchbar». Bemängelt wurde, dass die Zuverlässigkeit der Geräte und die Standortbestimmung noch zu wünschen übrig lassen. Bei der Bestimmung der Ausgangsposition fallen zwei Probanden im Stadtgebiet glatt durch. Wo eine Positionsbestimmung möglich ist, häufen sich im weiteren Betrieb Ungereimtheiten und Irritationen wie etwa der Ausfall des Kartenaufbaus, Netzausfälle oder ungenaue Positionsbestimmungen. Gestört hat die Tester vor allem bei Geräten mit «Google maps» das systembedingte Fehlen einer Sprachausgabe und die fehlende Reaktion auf Abweichungen.
Die Routenberechnung dagegen war - sobald der aktuelle Standort erst einmal bestimmt ist - bei allen Geräten zumindest «gut». Dennoch empfiehlt Konsument bei regelmässigem Gebrauch eher ein Navigationsgerät.
Gewarnt wird auch vor Navigation nach dem verbrauchten Datenvolumen: Hier können vor allem bei Auslandreisen die Kosten ins Unermessliche steigen.
Apple-Applikation der APA: Die als APA bekannte Austria Presse Agentur tritt nun auch im iPhone-App Store auf und offeriert eine optimierte Anwendung ihres Angebotes - in Text, Bild, Audio und Video. Technologie und Inhalte werden nun Medienhäusern, Verlagen und Unternehmen zur Verfügung gestellt, die diese für eigene Geschäftszwecke nutzen können. Die APA liefert ihren Kunden das gesamte Know-how in Form der vollständigen iPhone-Applikation. Die inhaltliche Zusammensetzung, ob Newsmix, lokale Termine, Kinoprogramme oder ähnliches, bestimmt der Kunde selbst. Bei der APA arbeitet man bereits an Applikationen für BlackBerry und sonstige gängige Smartphones.
Alte Verkaufsmethode neu aufgelegt: Mit dem Versprechen «Wir halten jeden Preis!» buhlt UPC um Geschäftskunden. In Baumärkten galt das ja schon bisher: Wenn man die gleiche Ware zu einem günstigeren Preis (ausgenommen Sonderaktionen) anderswo findet, erhält man die Differenz zurück. Bei UPC ist es ein klein wenig anders: UPC Neukunden, die ein preiswerteres Angebot für ein vergleichbares Produkt eines anderen Anbieters vorlegen, erhalten diesen günstigeren Preis auch von UPC. Die Aktion läuft bis 15. September 2009 und erfordert eine Mindestvertragsdauer von 36 Monaten und gilt für fast alle xDSL (entbündelte) Internet-Produkte.
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2009-07-27: MOBILE TIMES Weekly 0345
Aktuelles (fast) unkommentiert
Die Vorarlberger haben es gut: Schon seit Mai hat die dortige Landeswarnzentrale ihr Leistungsangebot erweitert und bietet per SMS Starkwind- und Sturmwarnungen für den Bodensee. Eigentlich ist der Dienst für Wassersportler gedacht, aber bei der aktuellen Wetterlage ist die Information wohl für alle, die in der Nähe des Sees leben, wichtig.
Das AIT - Austrian Institute of Technology soll als österreichisches Forschungsinstitut von europäischem Format wirken. Tatsächlich ist das AIT aber eigentlich nichts Neues, sondern eine neue Marke für ARC (Austrian Research Centers), die einst aus dem Forschungszentrum Seibersdorf hervorgegangen sind. Das «neue» AIT beschäftigt sich wie die alten ARC mit der Entwicklung von Technologien, Methoden und Verfahren für Innovationen. Aber die Organisation ist ganz neu, sagt die Führung. Das AIT hat zwei Standorte in Wien. Einer heisst weiter Tech Gate, der andere wurde von «arsenal research» in Tech Base umbenannt. Daneben gibt es nach wie vor Seibersdorf, Wr. Neustadt, Ranshofen und Leoben für angewandte Forschung, Innovation und Technologie. In Seibersdorf sitzen zwei Tochtergesellschaften: Seibersdorf Labor GmbH, und Nuclear Engineering Seibersdorf.
Die Gesellschafterstruktur ist ebenfalls neu: 59,46 % Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und Österreichische Industriellenvereinigung (IV) mit 49,54 %.
Forum Mobilkommunikation und Samariterbund haben gemeinsam die Notruf-Karte mit dem Aufkleber «112» aufgelegt. Leider wird die Mitteilung «Der Euro-Notruf 112 funktioniert in 37 Ländern und kann auch ohne Vertrag, SIM-Karte oder Guthaben angewählt werden» wohl bald nicht mehr stimmen: In zahlreichen Ländern muss nämlich wegen der vielen «Spassanrufe» sehr wohl ein SIM-Karte eingelegt sein. Nach Belgien, Grossbritannien, Italien, Rumänien, der Schweiz und Zypern hat per 1. Juli auch Deutschland das Herstellen von Notrufverbindungen ohne betriebsbereite SIM-Karte unmöglich gemacht.
Die Regulierungsbehörde RTR hat den Mobilfunkbetreibern ein wenig mehr Zeit gegeben, sich auf niedrigere «Zusammenschaltungsentgelte» einzustellen. Ursprünglich sollten diese bis Jahresbeginn 2011 in mehreren Schritten auf 2,01 Cent abgesenkt werden. Jetzt dauert es bis 1. Juni 2011.
Die nächste Runde im sommerlichen Handymasten-Theater eröffnete die «Bürgerinitiative Hadersdorf» und forderte «die Regelung der Grenzwerte in Österreich und den Stopp des Wildwuchses von Mobilfunkanlagen». Die Bürgerinitiative kämpft seit August 2008 gegen die Errichtung einer geplanten UMTS-Sendeanlage im 14. Bezirk, die auf einem Privathaus errichtet werden soll. Pikant: Es ist dort eine gemeinsame Anlage von Mobilkom und Orange geplant, also genau das, was Bürgerinitiativen seit Jahren fordern: Das Zusammenlegen von Standorten - aber wohl bitte nicht in meiner Nachbarschaft. Man holt sich moralischen Beistand aus Belgien, wo eine Diskussion über einen Grenzwerte von 3 Volt pro Meter angestossen wurde.
Die erste Antwort kam von der SPÖ-Fraktion im Wiener Gemeinderat, die darauf hinwies, dass die Stadt Wien die Strahlungs-Höchstwerte für Sendeanlagen auf Gemeindebauten freiwillig niedriger ansetzt. Während der oberste Sanitätsrat 100mW/m² empfehle und die EU bis zu 10.000mW/m², erlaube die Stadt Wien hingegen gerade einmal 10 mW/m². Ehrlicherweise wies man auch gleich darauf hin, dass der gewählte Wert von 10mW/m² auf keiner wissenschaftlichen Basis ruht, sondern das Ergebnis eines internen Diskussionsprozesses unter Beteiligung von Umweltmedizinern der Stadt Wien und der Wiener Umweltanwaltschaft ist.
Zum Tagesabschluss meldete sich dann noch das Forum Mobilkommunikation mit einem Aufruf zu sachlicher Mobilfunk-Diskussion. FMK-Geschäftsführer Maximilian Maier versuchte es sprichwörtlich: «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Eine Studie kann nicht den gesamten wissenschaftlichen Kenntnisstand umwerfen» erklärte er zur jüngsten Berichterstattung rund um die belgische Mobilfunk-Studie und mahnte, dass wissenschaftliche Fakten Grundlage unseres Handelns sein sollten, alles andere würde der Willkür Tür und Tor öffnen. Bei der belgischen Arbeit handle es sich um eine Doktorarbeit an 31 Mäusen, die in keinem Fachmagazin veröffentlicht ist und somit auch nicht die nötigen Qualitätskontrollen durchlaufen hat.
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2009-06-23: MOBILE TIMES Weekly 0344
Neues Telekom-Gesetz
Die gute alte kostenlose Zeitansage unter 1503 ist endgültig Geschichte. Dafür haben wir jetzt eine neue kostenpflichtige bekommen. Die Telekom bietet sie unter 0810 001503 an. Der Tonbanddienst, dessen Zeit vom Zeitsignalsender in Mainflingen bei Frankfurt stammt, hatte zuletzt mehr als 600.000 Anrufen pro Monat. Statt der Stimme von Renate Fuczik, eine längst in Pension befindliche einstige Mitarbeiterin der Telekom Austria, spricht jetzt ORF-Redakteurin Angelika Lang. Ein Anruf bei der neuen Zeitansage kostet 0,067586 Euro pro Minute. Unter der «alten» Nummer läuft zwar auch noch ein Tonband, das verweist allerdings auf die «neue» Nummer.
Wichtigstes Ereignis war allerdings der Beschluss der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) durch den Österreichischen Nationalrat. Sie soll einen wirtschaftlicheren Aufbau neuer Festnetzinfrastruktur und eine Erneuerung bestehender Infrastruktur ermöglichen. Zudem wurde der Regulierungsrahmen geändert, was die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in die Infrastruktur verbessern soll. Für Grundstückeigentümer bringt das Gesetz eine Verschlechterung: War es früher für Leitungsbauer gar nicht so einfach, ein Leitungsrecht über ein Grundstück zu erhalten, so bringt die Gesetzesänderung eine Beschleunigung und Vereinfachung zur Erlangung des Leitungsrechts und umfasst nun auch die Durchleitung von Kabeln durch Häuser, die Nutzung von bereits vorhandenen Hausverrohrungen und Kabelschächten zur Schaffung von neuen sowie zur Erneuerung von bestehenden Leitungen. Für das Verfahren zur Erlangung des Leitungsrechts wurde die bisher zulässige Dauer bei privaten Grundbesitzern von 4,5 Monaten auf drei Monate verkürzt. Bei öffentlichen Grundstücken muss der jeweilige Verwalter sogar binnen vier Wochen zu begründen, warum die vorgeschlagene Verlegung nicht möglich ist und einen Alternativvorschlag vorzulegen. Bisher gab es hier keine Fristen und auch keine Verpflichtung zur Erstellung eines Alternativvorschlages.
Des Weiteren entfällt der Automatismus, dass Telekom Austria bei Infrastrukturbauvorhaben wie z.B. bei Strassen und Schienen die Kosten trägt. Jetzt müssen alle Beteiligten darüber verhandeln, wer die Kosten trägt.
Bestehende Leitungen, Kabelschächten und Leerverrohrungen von Telekommunikationsunternehmen, Kabelnetzbetreibern und erstmals auch der Infrastruktur von Energieversorgungsunternehmen müssen gegen entsprechendes Entgelt zugänglich gemacht werden.
Der Regulator muss bei Marktanalysen künftig die Marktmacht von Unternehmen berücksichtigen. Dazu zählen die Berücksichtigung des marktübergreifenden Wettbewerbs, der regionalen Besonderheiten sowie der Auswirkungen auf zukünftige Investitionen des regulierten Unternehmens. Ausserdem muss der Regulator bei einer Preisfestlegung die Auswirkungen auf mögliche zukünftige Investitionen berücksichtigt werden.
SPÖ-Nationalrat Josef Auer zeigte sich «sehr zufrieden» mit der Novelle zum TKG und hofft, dass die Anzahl der Breitbandanschlüsse bald steigt. Laut Auer liegt sie in Österreich mit 21,5 Prozent unter dem EU-Durchschnitt. Spitzenreiter sei Dänemark mit 37 Prozent.
Die ÖVP-Sprecherin für Innovation und Telekommunikation Abg. Karin Hakl hält die TKG-Novelle für einen grossen Wurf für die nachhaltige Breitbandversorgung in ganz Österreich, betont aber, dass Österreich im Bereich des mobilen Breitbands Europameister ist und will diese Position halten. Hakl verweist aber auch darauf, dass die USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland die «Digitale Dividende» an den Mobilfunk vergeben haben. Über diese durch die Umstellung auf digitales Fernsehen freigewordenen Frequenzen sollte, so Hakl, die Entscheidung nicht erst 2015 fallen, sondern als nächster Schritt nach der TKG-Novelle folgen. Sie fordert dazu von Infrastrukturministerin Doris Bures die Einberufung eines Runden Tisches mit allen Beteiligten zu diesem Thema.
Der Forderung von SPÖ-Abg. Matznetter, der eine Verstaatlichung vom gesamten Telekom-Netz fordere, kann sie allerdings nichts abgewinnen: «Der richtige Schritt ist die TKG-Novelle und keine Verstaatlichung. Dem erteile ich eine klare Absage. Wir brauchen Rahmenbedingungen und Innovation und keine gestrigen Ideen».
Unterstützung findet Hakl bei FMK-Präsident Michael Krammer, der die frei gewordenen Frequenzen für den Mobilfunk einfordert. Die Freigabe der Digitalen Dividende an den Mobilfunk und die Nutzung durch mobiles Internet - noch deutlich vor 2015 - könnte ein starker Wirtschaftsmotor für den ländlichen Raum sein meint Krammer.
Der ISPA - Internet Service Providers Austria dagegen scheint die Maznetter-Idee zu gefallen: «Der jetzt von Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher und Vizepräsident der Wirtschaftskammer wieder ins Spiel gebrachte Vorschlag zur Telekom-Separation ist eine zentrale Forderung der ISPA ... Eine eigenständige Infrastrukturtochter der Telekom Austria würde sowohl der eigenen Vertriebstochter als auch anderen untergemieteten Anbietern gleiche Bedingungen und diskriminierungsfreie Vorleistungen bieten» ist sich ISPA-Generalsekretär Andreas Wildberger sicher. Allerdings sei der Matznetter Vorschlag, der eine Re-Verstaatlichung des Infrastrukturteils der TA vorsieht, ein hehres Ziel, aktienrechtlich sowie in punkto Finanzierung aber nicht unproblematisch und bedürfte überdies einer Änderung des ÖIAG Gesetzes. Das ISPA-Modell sei leichter und rascher umsetzbar: Abspaltung der gesamten Infrastruktur als ersten Schritt. In einem weiteren Schritt könnte eine von Telekommunikationsunternehmen gegründete Gesellschaft das Festnetz dieses Tochterunternehmen der Telekom Austria dann pachten, wobei die Pachteinnahmen als Investitionen in das Netz zurückfliessen würden.
Generell sieht die ISPA durch das novellierte TKG eine Möglichkeit der «Breitbandausbau-Beschleunigung mit kleinen Aussetzern». Als Wermutstropfen betrachtet man den Automatismus, der alle Verpflichtungen für marktbeherrschende Unternehmen aufhebt, sobald ein bestimmter Markt dereguliert wird und zwar ohne dass es dagegen ein Rechtsmittel gibt.
So sicher wie - wenigstens im Kalender - der Sommer kommt, so sicher bricht zur gleichen Zeit eine Diskussion über die Grenzwerte für Mobilfunksender aus. Diesmal sind aber die Bandagen schon etwas härter: Der Bürgermeister von Spittal an der Drau wurde auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft durch den Nationalrat, dem er angehört, ausgeliefert. Ermittelt wird nicht nur gegen den Bürgermeister Gerhard Köfer, sondern gegen den gesamten Gemeinderat, weil der die Aufstellung eines Handymasts verhinderte. Alle 31 Spittaler Gemeinderäte und Köfer sollen wegen Amtsmissbrauchs angeklagt werden. Der Gemeinderat von Spittal hat sich schon 2007 gegen die Aufstellung eines Handymasts ausgesprochen, obwohl es einen positiven Bescheid des Landes für dessen Errichtung gibt. Als Argument musste das Ortsbild herhalten, denn dafür ist der Gemeinderat zuständig, nicht aber für eine echte oder eine behauptete Gesundheitsgefährdung.
Erfreuliche Meldung aus Salzburg zum Abschluss: Der Telekom Distributor TFK Austria sucht Mitarbeiter.
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2009-06-08: MOBILE TIMES Weekly 0343
Wieder Debatte um Breitbandausbau
Das Geld aus dem EU-Konjunkturpaket soll - das wünscht sich die Arbeiterkammer (AK) - zuzüglich der österreichischen Mitfinanzierung für Investitionen in das Breitband am Land verwendet werden. Insgesamt seien das 58 Millionen Euro. Die AK geht davon aus, dass Breitbandinvestitionen neue Arbeitsplätze bringen. Die AK bezieht sich bei ihrer Forderung auf das vom EU-Rat beschlossene Konjunkturpaket für den ländlichen Raum in der Höhe von rund einer Milliarde Euro aus dem Österreich rund 44 Millionen Euro erhält. Die Verteilung der Gelder obliegt Landwirtschaftsminister Berlakovich.
Beinahe passend dazu fordert die ISPA - Internet Service Providers Austria den wettbewerbs- und technologieneutralen Ausbau des Festnetzes der Zukunft. Da würde es sicher passen, wenn das nun zum Landwirtschaftsministerium ressortiert, das sicher der Telekommunikation ziemlich neutral gegenübersteht. Die ISPA bezieht sich aber auf den andiskutierten gemeinsamen Breitbandausbau für den Infrastrukturkomponenten wie Leerverrohrungen, Kabelschächte, unbeschaltete Glasfaser, etc. zugänglich gemacht werden sollen. Die ISPA wünscht sich, dass die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen so festgelegt werden, dass der Breitbandausbau sowohl wettbewerbs- als auch technologieneutral erfolgen kann und wünscht dazu die Schaffung einer offenen Netzwerkinfrastruktur (Open Access), die von einer eigenen Infrastrukturgesellschaft verwaltet werden sollte.
Sollten mangels Wettbewerb öffentliche Förderungen vergeben werden, so sollte diese keinesfalls an im Endkundenmarkt tätige Unternehmen vergeben werden.
Angestossen hatte die Diskussion eigentlich die Innovationssprecherin der ÖVP Karin Hakl, die bereits im März einen Ausbau des Breitbandnetzes nebst einer eine Forcierung intelligenter Energiesysteme gefordert hatte. Sie verlangte einen «Breitbandausbau, der seinen Namen auch verdient» und verwies darauf, dass es teilweise noch Netze mit einer Leistung von nur einem Megabit gebe. Die durch die Abschaltung der analogen Fernsehsender frei werdenden Frequenzen will Hakl für mobiles Breitband genützt sehen.
Anfang Juni wurde dann von den Abgeordneten Karin Hakl (ÖVP) und Kurt Gartlehner (SPÖ) ein Initiativantrag für eine Novelle des TKG (Telekommunikationsgesetz) eingebracht. Ziel ist es, durch Änderungen - vor allem im Bereich «Inanspruchnahme und Abgeltung von Leitungsrechten» - allen Marktteilnehmern, grossen etablierten wie auch kleineren mittelständische Unternehmen, die Möglichkeit zu geben, in das Netz der Zukunft zu investieren. Mehrfache Aufgrabungskosten sollen vermieden werden, indem alle vorhandene Infrastruktur auf Nachfrage in einem kurzen Verfahren durch Leistung einer «angemessenen geldwerten Abgeltung» genutzt werden kann, sofern es für den Eigentümer «wirtschaftlich zumutbar» und «technisch vertretbar» ist. Grundsätzlich ist die ISPA zufrieden, will aber die Praxis abwarten und ortet als mögliche Streitpunkte die wirtschaftlichen Zumutbarkeit, die technischen Vertretbarkeit sowie die angemessenen geldwerte Abgeltung.
Bedauerlich findet die ISPA, dass im Änderungsvorschlag auch ein Automatismus vorgesehen ist, der alle Verpflichtungen für marktbeherrschende Unternehmen aufhebt, sobald ein bestimmter Markt dereguliert wird und zwar ohne dass es dagegen ein Rechtsmittel gibt.
Ende Mai wurde der «New Media Journalism Award 2009» vom Vorstand des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) an Chefredakteur Peter Rietzler und die LAOLA1-Redaktion vergeben. Bei der feierlichen Übergabe im Vienna International Press Center am vergangenen Freitag wurde vor allem das grosse LIVE-Ticker Angebot auf www.laola1.at und die zahlreichen Online-Videos auf www.laola1.tv hervorgehoben. Zusätzlich konnte die Jury durch die vielen interaktiven Möglichkeiten, welchen allen Sportfans täglich geboten werden, überzeugt werden.
Der «New Media Journalism Award» wird jedes Jahr vom ÖJC an Journalisten vergeben, die besonders neue Kommunikationstechnologien verwenden und sich für das Überwinden der «digitalen Kluft» in der Informationsgesellschaft einsetzen.
Theoretisch könnte das Nachbarland Liechtenstein ab 2013 ohne Mobilfunk dastehen. Der dortige Landtag hatte im Mai 2008 beschlossen, die Strahlungsgrenzwerte für Sendeanlagen von zellularen Mobilfunknetzen und von Sendeanlagen für drahtlose Teilnehmeranschlüsse im Umweltschutzgesetz festzuschreiben. Bis Ende 2012 gelten dieselben Grenzwerte wie in der Schweiz. allerdings sollen ab dem Jahre 2013 um einen Faktor 10 tiefere Werte gelten. Laut Regierungsbericht hätten die Mobilfunkanbieter festgestellt, dass sie sich bei Beibehaltung der ab 2013 gemäss Umweltschutzgesetz geltenden Grenzwerte aus Liechtenstein zurückziehen werden, da der Betrieb von Mobilfunknetzen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr machbar sei. Die mobile Kommunikation in der heutigen Abdeckung, Zugänglichkeit und Qualität sei mit den vorgesehenen Grenzwerten in technischer Hinsicht auch bei einem Ausbau der Antennenstandorte um den Faktor 7 bis 10 nicht mehr erreichbar.
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