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2008-09-23: MOBILE TIMES Weekly 0323
Jetzt ist das Google-Phone tatsächlich da: Als T-Mobile G1 wurde das von HTC produzierte Gerät in New York vorgestellt und die Amerikaner können das Smartphone mit Android bereits ab 22. Oktober kaufen, während man in Österreich bis 2009 warten muss.
Seitens T-Mobile erklärte man bei der Präsentation, dass für den Durchbruch des mobilen Internets die passenden Endgeräte gefehlt hätten. Eine seltsame Erklärung, denn das neuen Android-Handy sieht einer Reihe von HTC-Geräten, die es schon bisher gab, durchaus ähnlich und auch Nokia hatte mit der Serie Communicator ein Gerät, mit dem man im Internet surfen konnte. Den Durchbruch verhindert haben bisher die Tarife der Netzbetreiber und an denen kann auch Google nichts ändern.
In wenigen Tagen sind Wahlen. Dabei spielt die Frage, wie gut die Europäische Union ist und wie viel davon wir brauchen, eine entscheidende Rolle. Ein Lehrbeispiel dafür, was nationale Regierungen gar nicht können ist die Senkung der Roamingpreise. Natürlich könnte die heimische Regierung anordnen, dass Ausländer weniger für Handytelefonate zahlen müssen, aber das würde wohl kaum jemand verstehen. Übergreifend kann das nur die EU. Derzeit plant sie wieder eine Senkungsrunde für die Roamingpreise. Sie sollen so weit absinken, dass innerhalb der EU Gespräche, SMS und Datenübertragung gleich viel kosten wie im Heimatland. Damit wird die «Bürokratie» in Brüssel wieder einen Erfolg für die Verbraucher erzielt haben, der in der Union mehr oder weniger sofort, in Ländern, die nicht der Union angehören, wie Schweiz und Liechtenstein, allenfalls mit Verzögerung wirksam wird. Konsumentenschützer wird das freuen, Anhänger der freien Marktwirtschaft und natürlich die Mobilfunkunternehmen wird das weniger freuen. Fraglich ist ja auch, wie sich die Senkungen auswirken. Bisher nützten die Betreiber in Österreich die hohen Roamingeinnahmen dazu, im europäischen Vergleich sehr niedrige Inlandstarife anzubieten.
Man sollte sich jedenfalls hüten, alles nur Schwarz und Weiss zu sehen. Das hat noch niemals funktioniert. Wenn er sich den heurigen Wahlkampf ansieht, hätte wohl der selige Bruno Kreisky gemurmelt: Geschichte haben's noch immer nicht gelernt...
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2008-09-09: MOBILE TIMES Weekly 0321
Eine wahre Klagewelle rollt nun beim Verwaltungsgerichtshof gegen die Entscheidung der TKK, die Regulierung des Breitbandmarktes in Ballungsgebieten zu beenden. Die klagenden Alternativen werfen der Regulierungsbehörde RTR vor allem formale Fehler beim Zustandekommen der Entscheidung vor.
Erfreulich ist, dass sich nun auch T-Mobile mit tele.ring dem mobilen Zahlungssystem paybox angeschlossen hat. Damit fehlt jetzt eigentlich nur mehr Hutchison zu einem einheitlichen Zahlungssystem.
Vor dem Hintergrund der in Deutschland bekannt gewordenen Weitergabe von Daten und Kontodetails durch grosse Unternehmen - auch der Telekom wurde das vorgeworfen - wäre es interessant zu wissen, ob der Oberste Gerichtshof hierzulande auch jetzt noch entscheiden würde, dass die von den Mobilfunkern eingehobene Zahlscheingebühr in Ordnung ist, weil ja jeder auch problemlos via Konto zahlen könnte. Vielleicht könnten die Konsumentenschützer von den Mobilfunkern eine schriftliche Garantie einfordern, dass im Falle einer missbräuchlichen Verwendung der Daten jedenfalls der Halter der jeweiligen Datenbank für alle Schäden haftet - sie können sich dann ja an den schuldigen Personen regressieren.
Weltweit strebt alles nach einer einheitlichen Handy-Plattform. Die grossen Anbieter Ericsson und STMiceroelectronics legen jetzt das Geschäft für Mobilfunkplattformen in einem Joint Venture zusammen. Sie wollen damit erreichen, dass das neue Unternehmen rund 80 % des Weltmarktes für Mobilfunkplattformen abdeckt. Schon jetzt beziehen LG, Nokia, Samsung, Sharp und Sony Ericsson bei den beiden Mutterunternehmen des künftigen Gemeinschaftsunternehmens ihre Plattformen. Das erste Android-Handy steht vor der Tür, Samsung startet mit dem OMNIA eine neue Familie und Leute über 30 wissen - wenigstens in den USA - mit den vielen Features am Handy wenig anzufangen.
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2008-08-19: MOBILE TIMES Weekly 0320
Langsam bekommt man das Gefühl, dass kaum eine Woche vergeht, in der nicht irgend eine Klausel in irgendwelchen Mobilfunkverträgen vom Handelsgericht Wien als ungültig erklärt wird. Ist das Gericht strenger geworden oder sind die Verträge seltsamer als früher? Dafür scheint es bisher niemandem aufgefallen zu sein, dass T-Mobile die Gebühr für Zahlung per Zahlschein um 50 % erhöht hat. Wahrscheinlich finanziert man damit das Fairplay, das man so gross propagiert.
Sommerzeit ist Gerüchtezeit. So berichteten renommierte Finanzmagazine, dass HTC Probleme habe, das angekündigte Android-Handy noch heuer auf den Markt zu bringen. So dicht waren die Gerüchte, dass HTC, sonst eher zurückhaltend, diese Gerüchte in einer eigenen Erklärung ausdrücklich als «Falschmeldung» bezeichnete und weiter «mit Spannung den Launch des ersten Android-basierten Gerätes im 4. Quartal» erwartet.
Dem Apple iPhone 3G hingegen sagt man 3G-Verbindungsprobleme nach. Vordergründig ist natürlich Apple und hintergründig das Chipset schuld. Die Frage, ob es nicht doch auch am Netz liegen kann, stellt niemand - weil andere Handys in unserem 3G-Netz ja auch funktionieren. Dass praktisch jedes 3G-Handy für jedes 3G-Netz zertifiziert werden muss und die Funktion in fremden Netzen entweder Zufall oder - dank GSM - 2G ist, wird nirgends erwähnt.
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2008-08-05: MOBILE TIMES Weekly 0319
Für viele ziemlich überraschend hat Telekom-Festnetzchef Rudolf Fischer, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria Group und Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria TA AG das Handtuch geworfen und tritt mit Ende August zurück. Seine Agenden übernimmt Konzernchef Nemsic zusätzlich. Inzwischen liefern sich ONE und T-Mobile eine Schlacht um die Herkunft von ONE-Kundenadressen, die T-Mobile zur Werbezwecken genutzt hat.
Die Arbeiterkammer warnt vor der Datennutzung im Ausland. Ein aktueller AK Test bei Drei, T-Mobile, A1, One und Tele.Ring für Griechenland, Italien, Kroatien, Spanien und die Türkei habe gezeigt, dass jemand, der z. B. 200 Megabyte verbraucht, im ungünstigsten Fall bis zu rund 3.000 Euro zahlt. Wasser auf die Mühlen von 3CEO Berthold Thoma, der nicht müde wird, von der EU im Datenverkehr gleichartige Massnahmen wie bei der Sprachtelefonie zu fordern.
T-Online Austria stellt ihre Tätigkeiten als eigenständiger Portalanbieter, Netzwerkvermarkter und technischer Dienstleiter ein. Der Portalbetrieb wird Ende September beendet.
Während das Apple iPhone unter Lieferschwierigkeiten zu leiden hat, kommt die Konkurrenz immer mehr in Fahrt und stellt der Reihe nach ihrer Alternativen vor. Derzeit hoch im Kurs ist das HTC Touch Diamond, das man aber nicht «anstatt» betrachten sollte, sondern als eine eigenständige Kreation mit zahlreichen interessanten Ideen. Sony Ericsson nutzt die bei anderen Herstellern entstandene Sommerpause, um nicht nur angekündigte Geräte auf den Markt zu bringen, sondern auch, um neue vorzustellen. Das wohl auch in der Hoffnung, den leichten Rückschlag im zweiten Quartal wieder ausgleichen zu können.
Bei ONE hiess es zuletzt: «Die Bestellungen werden chronologisch nach Eingangsdatum, sowie nach Verfügbarkeit beliefert. Aufgrund der grossen Nachfrage kann es daher bei der Auslieferung zu Verzögerungen kommen» und bei T-Mobile meldete man schon am 16. Juli mit, dass alle iPhones 3G ausverkauft sind. Man versprach bald eine neue Lieferung und dass mit den verfügbaren Geräte dann im ersten Schritt die Vorbestellungen abgearbeitet werden.
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2008-07-21: MOBILE TIMES Weekly 0318
Die Österreichische Nationalbibliothek hat ihren digitalen Lesesaal für Zeitschriften wieder erweitert und die Telekom hat ihre Tests für Carrier ENUM abgeschlossen. Ein weiterer alternativer Anbieter weint darüber, dass sein einst mit eTel abgeschlossener Wiederverkäufervertrag im VoIP-Bereich gekündigt wurde. Angeblich zittern die Internetanbieter bereits vor Kündigungen von bestehenden Bitstream-Wiederverkäuferverträgen. Ein Grund mehr für Silver Server erneut eine Trennung von Netz und Telekom zu fordern. Andere Sorgen hat der ÖGB, denn die angekündigte weltweite Streichung von 17.000 Posten bei Siemens wird wohl auch an Österreich nicht spurlos vorübergehen. Im Kampf gegen eher kundenfeindliche Vertragsbestimmungen hat der VKI jetzt auch gegen ONE wieder einen Sieg davongetragen: Wenn aus verschulden von ONE ein Vertrag aufgelöst wird, muss der Kunde nicht mehr für die ursprünglich vereinbare Vertragsdauer seine Monatsgebühren entrichten.
Weltweit will Orange mit einem neuen Leitbild und einer Markenkampagne den Ruf des Unternehmens weiter verbessern. Satellitenbetreiber Thuraya hat den dritten Satelliten übernommen und kann jetzt sein Versorgungsgebiet bis nach Australien ausdehnen. NAVTEQ gehört endgültig Nokia womit beide grossen Anbieter digitaler Karten ihre Selbständigkeit verloren haben, denn Tele Atlas ist ja schon früher von TomTom übernommen worden. Erstaunlich: Handybesitzer halten Recycling für einen wichtigen Beitrag zu einer bessern Umwelt, recyceln aber ihre alten Handys kaum.
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2008-07-08: MOBILE TIMES Weekly 0317
Der Streit um die De-Regulierung des Breitbandes in Ballungsräumen macht vor der Sommerpause nicht halt. Aktueller Anlass ist die Kündigung eines Wiederverkaufsvertrages durch die Telekom-Tochter eTel. Selbst der VAT ist der Meinung, dass ein guter Kaufmann möglichst an allen Leistungen selbst verdienen will und keinem Dritten das Geschäft überlassen will - und definiert damit natürlich die Regulierung auch als Systems, das der Telekom kein optimales Wirtschaften erlauben darf.
Die Aufarbeitung der Fussball Europameisterschaft stand für die beteiligten Unternehmen an erster Stelle. Telekom Austria jubelte, Teltron als Betreiber des digitalen Behördenfunknetzes jubelte und selbst Wien Energie musste wohl oder übel eine Erfolgsmeldung abgeben, weil man sonst geglaubt hätte der Fehler bei der Stromversorgung sei ihr anzulasten.
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2008-06-23: MOBILE TIMES Weekly 0316
Eine schwierige Aufgabe versucht das Forum Mobilkommunikation wieder einmal zu lösen: Wie mache ich dem Publikum klar, dass Mobilfunk ohne Antennen und damit eben auch Masten nicht funktioniert. FMK-Geschäftsführer Maximilian Maier hat sich dazu diesmal den Spruch «Handy ohne Mast ist wie ein Zug ohne Schienen» einfallen lassen. In Österreich gibt es zwar mit 115 % eine der höchsten Durchdringungen mit Mobilfunk weltweit, aber die nicht immer und überall als optische Schönheiten anzusehenden Masten gefallen den Leuten auch nicht. Andererseits wird die Antennendichte wesentlich durch die Kundennachfrage nach Mobilkommunikation bestimmt: Je näher sich die Antenne beim Nutzer befindet, umso besser ist die Versorgungsqualität und umso niedriger ist die für die Verbindung notwendige Sendeleistung und damit die Intensität der elektromagnetischen Wellen.
Insgesamt werden in Österreich derzeit 16.784 Mobilfunkstationen eingesetzt, von denen sich 7.517 auf gemeinsam genutzten Infrastrukturen befinden.
Die Konzentration im Festnetz dürfte weiter gehen: Tele2 soll laut Format den Besitzer wechseln. Als potentielle Käufer werden in den Medien immer wieder die UPC, aber auch die Mobilfunker Hutchison, Orange und T-Mobile sowie natürlich so genannte Finanzinvestoren genannt. Die Beteiligten selbst geben dazu keinen Kommentar ab. Falls UPC zuschlägt, stehen Regulator und Wettbewerbsbehörde sicher einige schlaflose Stunden bevor...
Was den Kunden der verschiedenen Internetfernsehangebote bevorsteht wird sich dann erst zeigen. Jedenfalls haben alle die EURO '08 dazu genutzt, entsprechende Angebote - auch in HDTV - lancieren. Wenig dagegen hört man über das vorher hochgejubelte Handy-TV DVB-H. Lag es daran, dass es nicht genug Handys gab oder war das Interesse einfach wirklich zu gering?
Das jahrelang umstrittene TETRA-Behördenfunknetz dürfte zur EURO '08 seine Bewährungsprobe bestanden haben. Indiz dafür: Keine Meldung in der Boulevardpresse, dass irgendetwas nicht geklappt habe.
Das iPhone wird nie mehr das sein, was es anfangs war: T-Mobile Deutschland bietet das Kultmodell zum gleichen Preis wie so genannte Wegwerfhandys an: Ab einem Euro ist man dabei. Damit wird das iPhone in den Augen der Kunden zu einem anderen Wegwerfprodukt, wie es schon eine Menge andere gibt. Für den Netzbetreiber - andere werden sicher folgen - ist das aber ein Weg, um mehr Datenumsätze zu generieren.
Sony Ericsson hat eine breite Palette an Neuheiten vorgestellt. Darunter überraschend ein USB-Modem mit integriertem GPS. Mindestens ebenso überraschend war aber das Fehlen der lange erwarteten neuen Symbian-Modelle.
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2008-06-16: MOBILE TIMES Weekly 0315
Apple hat also jetzt doch ein iPhone mit UMTS vorgestellt und offensichtlich kann es fast jeder Netzbetreiber der es haben will, haben. In Österreich werden es zunächst ONE/Orange und T-Mobile anbieten. Weltweit soll das iPhone 3G am 11. Juli auf den Markt kommen. Für Endkunden interessant ist, dass das iPhone jetzt subventioniert werden darf. Das heisst, dass Angebote kommen werden, die durchaus erschwinglich sind und man den eigentlichen Kaufpreis während der Vertragslaufzeit mit der monatlichen Grundgebühr abstottert.
Die Euphorie der Netzbetreiber wird vom Markt bisher nur mässig geteilt, denn nach unseren internen Marktbeobachtungen hatte Apple im Startquartal 3/2007 einen Weltmarktanteil von unter 0,5 Prozent, der dann im Weihnachtsquartal bis auf etwa 0,7 Prozent anstieg um im ersten Quartal 2008 wieder auf 0,5 Prozent zu fallen.
Das TETRA Behördenfunknetz BOS-Austria scheint in der aktuellen Inkarnation von Tetron die Wünsche von Polizei, Rettung usw. während der Europameisterschaft erfüllt zu haben, denn bisher gab es keinerlei Beschwerden. Allerdings dauert die EURO '08, während der bis zu 20.000 Geräte im Netz sein werden, noch eine Weile. Immerhin wurden schon am ersten Spieltag innerhalb von acht Stunden 37.000 Funksprüche abgesetzt.
Dass die Gerichtsbarkeit mit dem Tempo der Industrie gar nicht mehr mithalten kann, zeigte einmal mehr eine erfolgreiche Verbandsklage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI): Das Handelsgericht Wien untersagt eine irreführende Mobilfunkwerbung von Tele2 und zwar eine «Blickfangwerbung für Gesprächspreise pro Minute» für den Tarif «Champion», der nach einer Taktung 90/60 abgerechnet wird. Zwar gibt es von Tele2 schon längst kein Mobilfunkangebot mehr gibt und Gerüchte sprechen bereits davon, dass sich Tele2 ganz aus Österreich zurückziehen wird, dennoch darf sich der VKI freuen, denn das Urteil ist ein weiterer Schritt in Richtung einer Reduktion von «Fangangeboten», die mit «Kleinstgedrucktem» garniert sind. Vielleicht dauert auch das nächste Mal das Durcheilen des Rechtsweges erster Instanz weniger lang.
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2008-06-09: MOBILE TIMES Weekly 0314
Angesichts der EURO '08 ist mobilkom austria doch noch in das mögliche Geschäft mit DVB-H eingestiegen und hat mit MEDIA BROADCAST eine Kooperationsvereinbarung zur «Komplettierung des A1 Mobile TV Angebotes» unterzeichnet. Es ist ja auch irgendwie paradox: A1 hat als Sponsor der UEFA EURO 2008 die exklusiven Rechte für die Fussballvideos, könnte also als einziger Anbieter ein «Vollprogramm» zur Europameisterschaft über DVB-H senden, hat allerdings keine Sendemöglichkeit. Die, die senden können, haben die Rechte für die Fussballvideos nicht. Für die Euro kommt der Vertrag mit MEDIA BROADCAST allerdings schon zu spät, denn noch gilt es organisatorischen Rahmenbedingungen zu klären und behördliche Vorgaben zu erfüllen. Von Laola soll demnächst der erste «echte» DVB-H-Kanal aufgeschaltet werden. Das wäre der erste überhaupt, denn die anderen sind ja doch nur Fernsehen wie gehabt.
Weniger Probleme haben die Festnetzbetreiber, die anlässlich der EURO '08 auch gleich heftig ihre neuen HDTV-Angebote bewerben können.
Die EURO '08 selbst ja hat nicht so gut begonnen, wie gehofft. Über den Start mit einer als unverdient empfundenen Niederlage tröstet auch nicht hinweg, dass es dem Partnerland Schweiz genau so erging. Es tröstet zwar nicht, aber es lenkt vielleicht ab: Das Angebot neuer Handys beginnt wieder zu rollen.
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2008-06-02: MOBILE TIMES Weekly 0313
Mit der EURO '08 vor der Tür konzentriert sich die Aufmerksamkeit weniger auf das Handy, dafür mehr auf das Fernsehen. Nach wie vor gibt es die beiden Seiten: Eine Seite setzt auf normales freies Digitalfernsehen am Handy und die andere erwartet durch das spezielle Handyfernsehen DVB-H eine zusätzliche Einnahmequelle.
Hierzulande startet nun das DVB-H-Angebot endgültig. Es gibt vorerst 14 TV-Kanäle - einer ist noch nicht belegt - und vier Radiokanäle. Die beiden Netzbetreiber, bei denen man das Angebot bekommt, sind Hutchison und ONE. Die meisten TV-Programme gibt es auch via Kabel, Satellit oder auch terrestrischen Empfang. Die Radioprogramme sind alle ausnahmslos mit jedem Handy, das ein FM-Radio eingebaut hat, zu empfangen. DVB-T-Angebote gibt es bei A1 und bei T-Mobile. Während A1 ein für DVB-T geeignetes Modem von Huawei für Notebooks offeriert, bietet T-Mobile ein LG-Handy mit DVB-T an.
Eine interessante Idee, wie man digitale Musik vor Raubkopierern schützt, ohne rechtmässige Käufer an der legitimen Nutzung zu hindern, hat das Fraunhofer SIT vorgeschlagen: Digitale Wasserzeichen. Bei illegalen Downloadbörsen kann man so ganz leicht feststellen, wo die Quelle des Musikstückes ist und der normale Nutzer merkt überhaupt nichts und braucht auch keine speziellen Installationen, um gekaufte Musik zu hören. Die Abschaltung irgendwelcher DRM-Server macht dann auch nichts mehr, denn man kann sich ja jederzeit für den Eigengebrauch eine Sicherheitskopie (oder mehrere) anfertigen.
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2008-05-26: MOBILE TIMES Weekly 0311
Die EURO '08 steht nun bereits vor der Tür. Gebührenpflichtiges Handy-TV ist eine Möglichkeit. Eine andere zeigt T-Mobile mit dem DVB-T-Handy von LG auf: Einfach «normales» Digitalfernsehen am Handy - ohne zusätzliche Gebühren. Den Nutzer freut es sicher, aber ob jemand, der ohnehin das alltägliche Fernsehen ohne Kürzung am Handy empfangen kann, dann noch für ein spezielles Handyfernsehen zahlt, wird sich wohl erst weisen.
Wer in den Hochgeschwindigkeitszügen von Thalys in Europa unterwegs ist, braucht auch bei 300 km/h nicht mehr auf eine Internetverbindung zu verzichten; eine Kombination von Satellit, UMTS und Wi-Fi macht es möglich.
Aufpassen heisst es jetzt für alle, die beruflich oder privat ins Ausland fahren und dort ihr Handy nutzen wollen. Die Roamingtarife wurden zwar durch den Druck der EU-Kommission gesenkt, aber bei vielen Netzbetreibern gibt es noch zusätzliche Vergünstigungen, die man aber extra bestellen muss. Dabei sollte man auch beachten - zumindest wenn die Vergünstigungen kostenpflichtig sind - dass man sie auch wieder abmelden muss. Sonst sitzt man im nächsten Winter womöglich daheim hinter dem warmen Ofen und zahlt für reduzierte Roamingkosten, die man gar nicht nutzt.
Sogar Nordkorea hat jetzt ein 3G-Netz, zumindest meldet das 3G-Lizenzinhaber Orascom aus Ägypten. Rein theoretisch gab es in Nordkorea unter der Bezeichnung «SUN NET» ja schon seit 2003 ein GSM-Netz, das aber keine Teilnehmer hat, weil man nach kurzem Betrieb die Handys in Privatbesitz wieder eingesammelt hat.
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2008-05-19: MOBILE TIMES Weekly 0310
Dass Nokia Siemens Networks ausgerechnet Österreich als Testort für den ersten Live-Versuch mit I-HSPA (Internet High Speed Packet Access) ausgesucht hat, ist kein Zufall. Immerhin gibt es hier bei mobilem Breitband bereits eine Marktdurchdringung von 6,29 %. Im Nachbarland Italien surfen gerade 2,33 % mobil und das reicht noch immer, um hinter Österreich in Europa den Platz 2 zu belegen.
Die Exklusivität für einzelne Netzbetreiber scheint bei Apple nun vorbei. Sowohl Vodafone als auch Orange haben inzwischen fast weltumspannende Verträge für den Vertrieb des Kulthandys - allerdings nur in eigenen Netzen. Das heisst, dass ONE - demnächst ja Orange Austria - wohl auf das iPhone zugreifen kann und neben T-Mobile als weiterer Verkäufer agieren kann. Für mobilkom und 3 hiesse das dann bitte warten. Doch die zwei sind sich recht einig: So lange das iPhone kein UMTS kann, wollen wir es ja gar nicht.
Der Kampf von Microsoft um Yahoo scheint nun doch noch nicht zu Ende, denn Microsoft redet wieder mit Yahoo. Wie erwartet sitzt Investor Carl Icahn dem Yahoo-Management im Nacken, das jetzt durchaus für Gespräche mit Microsoft offen ist.
Abgesehen von diesen eher wirtschaftlichen Meldungen, gab es in letzter Zeit auch einige wissenschaftliche Sensationen. So hat man in den HP Labs den seit fast 40 Jahren theoretisch vorausgesagten Memristor realisiert. Die praktischen Möglichkeiten dieses vierten Elektronikbauteils (neben Widerstand, Kondensator/Kapazität und Spule/Induktivität) sind noch gar nicht abzuschätzen. Gut abzuschätzen ist aber, dass die Lithium-Ionen-Batterie mit nicht brennbarem Elektrolyten - entwickelt von einem Fraunhofer Institut - die Angst vor explodierenden Handys stark reduzieren wird.
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2008-05-05: MOBILE TIMES Weekly 0309
Dass die Fussball-Europameisterschaft vor der Tür steht, kann man auch in unserer Branche erkennen. Netzbetreiber versuchen einerseits den maximalen Werbewert aus der EURO '08 zu holen und andererseits dem geliebten Kunden möglichst viele Services zur Veranstaltung zu verkaufen. Spezielle Euro-Handys werden zwar nicht angeboten, aber z. B. T-Mobile und Vodafone in Deutschland beeilten sich, DVB-T-Handys auf den Markt zu bringen - was mittelfristig durchaus kontraproduktiv sein könnte, denn warum soll man sich später ein DVB-H-Handy zulegen, mit dem man (fast) nur kostenpflichtige Dienste empfangen kann, während das DVB-T-Handy das ganz normale TV-Programm auch unterwegs empfangbar macht? Auch die Navigationsspezialisten haben sich aufgemacht, um sich zur EURO '08 zu plazieren. Das reicht von kostenlosen Downloads bis zu speziellen Editionen von Navigationsgeräten. Seltsam ist nur, dass man auf der Strasse kaum etwas davon merkt, dass demnächst die EURO '08 beginnt. Wahrscheinlich haben die Menschen andere Sorgen...
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2008-04-28: MOBILE TIMES Weekly 0308
Der ORF dürfte der erste öffentlich-rechtliche Sender im deutschen Sprachraum sein, der einen HD-TV-Satellitenkanal betreibt: ORF1 HD geht ab 2. Juni 2008 über Astra in Betrieb. Im Streit gegeneinander, im Ergebnis aber durchaus kombinierbar, haben Forum Mobilkommunikation und Wiener Ärztekammer jeweils 10 Handyregeln vorgestellt. Während aber die des FMK darauf zielen, dass sich Handynutzer ordentlich aufführen - damit das Handy-Telefonieren nicht an noch mehr Orten verboten wird -, wollen die Ärzte mit ihren zehn Regeln die Nutzung des Handys wegen möglicher Gesundheitsgefahren reduziert sehen.
In Europa scheint die Lust, noch grössere Telekomkonzerne zu schaffen, wieder da (in den USA ging sie ja nie wirklich verloren): France Télécom flirtet mit TeliaSonera und die spanische Telefónica hat ihren unendlichen Flirt mit der niederländischen KPN offensichtlich wieder aufgenommen. Bei den Endgeräten spielen immer mehr auch Notebooks eine Rolle, was auch durch die nötige Auslastung der Netze bedingt ist: Auf der einen Seite haben die Netzbetreiber in Europa Mobilfunknetze gebaut, deren Kapazität nun nirgendwo wirklich ausgelastet ist. Daher werden nun Kunden mit Dumpingpreisen zum «mobilen Breitband» gelockt. Weil dieses mobile Breitband aber gar nicht so breit ist, wird bereits heftig an einer neuen Technologie gewerkt, die noch schnellere Datenübertragung ermöglicht. Da dann die Netze aber mehr Kapazität haben werden. als die Kunden überhaupt brauchen, andererseits die Investitionen aber zurückverdient werden müssen, denkt man in den Marketingabteilungen schon heftig darüber nach, wie man die neuen Überschusskapazitäten vermarkten kann...
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2008-04-21: MOBILE TIMES Weekly 0307
In Wien gab es Jubel über die Tatsache, dass Österreich im IKT-Ranking, das vom britischen Wirtschaftsforschungsinstitut Economist Intelligence Unit gemeinsam mit dem IBM Institute for Business Value durchgeführt wird, erstmals den 10. Platz geschafft hat und klassische IKT-Länder wie Finnland verdrängte. Österreich führte in Westeuropa die Teilkategorien «Legal Environment» und «Consumer and Business Adoption». In der Kategorie «Government Policy and Vision» landete Österreich gar in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz hinter Dänemark. Bei einer winzigen Kleinigkeit schlägt uns aber die Schweiz um Länge: Bei der IKT-Infrastruktur haben die Eidgenossen ganz klar den ersten Platz unter allen Ländern erreicht. Hat Österreich also die Theorie und die Schweiz die Praxis?
Wie zu erwarten war, haben die grossen Handyanbieter bei den drei grossen Messen in Barcelona (Mobile World Congress), Hannover (CeBIT) und CTIA Wireless (Las Vegas) so ziemlich alles vorgestellt, was sie im Laufe des Jahres auf den Markt bringen wollen. Jetzt geht es darum, diese Ankündigungen in praktische Produkte umzusetzen und das dauert erfahrungsgemäss etwas. Tageszeitungen, die auf Sensationen angewiesen sind, haben da vielleicht ein Problem und machen aus koreanischen Autoherstellern, die schon seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder ein Handy mit dem eigenen Namen versehen, plötzlich einen neuen Handyhersteller. Immerhin können wir diese Woche über ein NFC-Handy von Nokia berichten, das wohl nicht zufällig in zeitlicher Nähe zum NFC Forum in Monaco angekündigt wurde.
Von viel weiter tragender Bedeutung ist die Anerkennung des von Microsoft vorgeschlagenen OOXML als ISO-Norm, denn nun gibt es zwei offizielle Formate für Textdokumente und das kann eigentlich nicht wirklich gut sein, weil man so wohl kaum zu einem einheitlichen Standard kommt. Aber ISO denkt dabei wohl so wie einst die ITU, als sie mit IMT-2000 ein weltweit einheitliches Mobiltelefonsystem einführen wollte: Nehmen wir alle Normen und die Hersteller sollen das irgendwie einbauen. Tatsache wird wohl werden, dass sich das von Microsoft vorgeschlagene Format durchsetzt, weil man in den meisten Büros eben mit Microsoft Office arbeitet.
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2008-04-14: MOBILE TIMES Weekly 0306
Die Regelung des Breitbandkommunikationsmarktes wird nun noch lange auf sich warten lassen. Die RTR hat sicherheitshalber gleich einmal 530 Parteien zur Stellungnahme eingeladen und sucht darüber hinaus per öffentlicher Bekanntmachung der TKK «zur Ausforschung unbekannter Parteien» weitere. Erfreulich ist, dass sich Österreich im «Global Information Technology Report 2007» um zwei Plätze nach vorne gearbeitet hat. Für Fussballfans mit geeignetem Handy ebenfalls erfreulich ist, dass sich MEDIA BROADCAST und ORS geeinigt haben und so dem Handyfernsehen zur UEFA EURO 2008 nicht mehr im Wege steht. LOALA1 - früher Sport1.at - hat bereits einen eigenen DVB-H-Kanal angekündigt.
Am Weltmarkt für Handys taucht mit Kyocera Wireless ein neuer Mitspieler auf. Nach der Übernahme der Handyaktivitäten von Sanyo ist das Unternehmen plötzlich weltweit sechstgrösster Handyhersteller. Ob das so bleibt, ist natürlich eine andere Frage. Jedenfalls bringen die Japaner, die bisher ausschliesslich CDMA-Endgeräte produziert haben, erstmals auch GSM-Modelle auf den Markt. China Mobile hat die von ihr gekaufte pakistanische Paktel in «Zong» umbenannt und bewirbt in Pakistan diesen Namen sehr stark. Der Name klingt für uns doch sehr chinesisch und diese Vorgangsweise könnte vielleicht Folgen haben, weil in der Mobilfunkbrache die Nachahmung fremder Ideen - egal ob gut er schlecht - längst zum guten Ton gehört.
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