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2010-09-20: MOBILE TIMES Weekly 0364
Breitbandausbau - Ist Handy etwas für Arme?
Vorsichtig positiv beurteilte die ISPA, der Verband der österreichischen Internet Service Provider, den Bescheid der TKK (Telekom Kontroll Kommission) für den Breitbandausbau, sieht aber die Feuerprobe für die TKK-Leitentscheidung erst bei der tatsächlichen Umsetzung. Der Bescheid M3/09 gibt z. B. der A1 Telekom AG drei Monate Zeit, um Vorleistungsprodukte wie virtuelle Entbündelung, oder Zugang zu Leerverrohrung und unbeschalteter Glasfaser anzubieten. Auch die Vorgaben für Planungsrunden zum Breitbandausbau oder für Investitionsabgeltungen werden erst in konkreten Ausbauprojekten ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen müssen. In einer ersten Reaktion sieht die ISPA, dass wesentliche Forderungen, wie etwa die Möglichkeit, VDSL ab dem Hauptverteiler einzurichten, von der TKK aufgegriffen wurden. Auch sei berücksichtigt, dass durch Verzögerungen beim Anbieten von Vorleistungsprodukten dem marktmächtigen Unternehmen keine zeitlichen und damit wettbewerbsverzerrenden Vorteile entstehen. Offen geblieben sei aus ISPA Sicht hingegen die Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung von frustrierten Transaktionskosten von alternativen Betreibern bei einer Abgeltung bereits getätigter Investitionen.
Der serbische Kultsender B92 ist jetzt in der Senderauswahl von aonTV enthalten. So weit bekannt ist das eine Premiere im deutschsprachigen Raum. Schon bisher war der serbische Sender RTS Sat im Angebot von aonTV. B92 Info gibt es auch auf A1 mobile TV. B92 ist bekannt für seine kritischen Interview-Shows und galt im Westen während der Kriegsereignisse auf dem Balkan als vertrauenswürdige Informationsquelle.
Zwei überraschende Untersuchungen können wir diesmal in MOBILE TIMES Weekly präsentieren: Die dänische Secunia hat festgestellt, dass bei der Gesamtzahl der Schwachstellen - unabhängig von ihrer potentiellen Gefährlichkeit - Apple inzwischen führt. Man hat damit den bisherigen Spitzenreiter Oracle (eigentlich Sun Microsystems, aber die sind ja jetzt Oracle) verdrängt. Microsoft bleibt stabiler Dritter. Die zweite Untersuchung stammt vom deutschen Institut für angewandte Sozialwissenschaft infas und besagt nicht mehr und nicht weniger, als dass Leute, die nur ein Handy kein Festnetz haben, eher zum ärmeren Teil der Bevölkerung gehören. Wenn Sie also demnächst jemanden mit dem Handy im Internet surfen sehen, bedauern Sie ihn - es könnte sein, dass er aus finanziellen Gründen gar nicht anders kann.
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2010-09-07: MOBILE TIMES Weekly 0363
20 Jahre Internet - 11889 pleite - Android legt zu
A1 Telekom Austria feierte am 10. August zwanzig Jahre Internet in Österreich. Den Geburtstag nützte Telekom-General Ametsreiter, um zu erklären: «Wir bauen jetzt die Infrastruktur für Internet-Anwendungen der nächsten 20 Jahre. Die Zukunft des Internets ist konvergentes Highspeed-Breitband ...»
Private Telefonauskunft 11 88 99 ist pleite
Am 1. September wurde bekannt, dass Österreichs erste private Telefonauskunft 11 88 99 «Alles Auskunft» pleite ist und das Handelsgericht über das Vermögen der 118899 Alles Auskunft Telefonauskunft AG mit Sitz in Wien das Insolvenzverfahren eröffnet hat.
T-Mobile Austria liess durch das Meinungsforschungsinstitut Peter Hajek die Bedeutung der Internetnutzung im ländlichen Raum untersuchen. Die Studie zeigte erwartungsgemäss, dass das Internet im ländlichen Raum einen sehr grossen Stellenwert hat: 73 % der Bevölkerung, 91 % der Unternehmen und 77 % der Landwirte haben Zugang zum Internet. Allerdings fühlen sich 36 % der Bevölkerung (das entspricht ca. eine Million Menschen), 41 % der Unternehmen und 37 % der Landwirte benachteiligt. Kritisiert wird der mangelnde Ausbau und die langsame Verbindung des Internets. DI Robert Chvátal, Vorsitzender der Geschäftsführung T-Mobile Austria, erklärte auf Basis der Untersuchung ebenso erwartungsgemäss. «Aus diesem Grund plädieren wir dafür, dass die Frequenzen der Digitalen Dividende so schnell wie möglich zur Versteigerung freigegeben werden, so dass vor allem der ländliche Raum noch mehr vom digitalen Zeitalter partizipieren kann und das Stadt-Land Gefälle nicht zunimmt». Als Lösungsansatz setzt er auf LTE und verweist auf Tests, die T-Mobile mit LTE in Berndorf (Niedeösterreich) auf der Frequenz 800 MHz und in St. Pölten und Wien auf der 1800 MHz Frequenz durchführt.
Schockrechnungen beim Daten-Roaming sollten der Vergangenheit angehören. Seit 1. Juli gilt EU-weit automatisch eine gesetzliche Kostenobergrenze von 50 Euro plus Mehrwertsteuer. Kunden können sich allerdings für andere Obergrenzen entscheiden, was den Netzbetreibern gewisse Spielräume geben könnte. Betreiber sind verpflichtet, dem Nutzer eine Warnung zu schicken, sobald er 80 Prozent seiner Kostenobergrenze für das Datenroaming erreicht hat. Wenn die Obergrenze erreicht ist, muss der Betreiber die Mobilfunk-Internetverbindung unterbrechen, sofern der Kunde nicht ausdrücklich erklärt, dass er die Nutzung fortsetzen möchte.
Die neuesten Marktzahlen zeigen, dass Android zu einem ernsthaften Mitspieler im Markt der Betriebssysteme für Smartphones geworden ist. Weltweit hat Android Apple vom Platz 3 verdrängt. Davor liegen nur mehr Symbian und BlackBerry. Windows Mobile ist auf Platz 4 abgerutscht. In den USA, wo Symbian nach wie vor keine Rolle spielt - das war schon zu Zeiten als das Betriebssystem EPOC hiess und von Psion kam so - liegt Android sogar bereits auf Platz 1 vor BlackBerry und Apple. Vor diesem Hintergrund ist nun ziemlich klar, warum Microsoft das eigene Handymodell wieder einstellt. Die Gründe warum Google das eigene Android-Smartphone wieder sterben lässt, sind etwas komplexer und haben auch etwas mit der Marktmacht der Netzbetreiber zu tun.
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2010-08-02: MOBILE TIMES Weekly 0362
Insolvenzen, E-Bikes und WLANs
Wer geglaubt hat, dass die Krise bereits vorüber ist, wurde kürzlich durch die Insolvenz der Data Systems Austria AG aus seinen Träumen geweckt. Das Unternehmen ist wahrscheinlich das traditionsreichste heimische Unternehmen des Computerzeitalters. Immerhin wurde das Unternehmen bereits 1946 gegründet. Data Systems Austria ist eines der grössten Softwarehäuser Österreichs und ein Lösungspartner für die mittelständische Wirtschaft und öffentliche Verwaltung. Nun plant man ein Sanierungsverfahren nach dem neuen IRÄG, das irgendwie in Richtung des berühmten Chapter 11 des US-Insolvenzrechtes geht. CEO Markus Berndt hofft bei der Sanierung auf die stabile Basis des Unternehmens «und das starke Fundament unserer treuen Kunden».
Fröhlicher geht es vermutlich beim bisher grössten Test für Elektrofahrräder (E-Bikes) zu, der bei Wien Energie läuft. 50 Tester bloggen ihre Erfahrungsberichte. Der Test findet in Kooperation mit KTM statt. Die Testpersonen führen ein Onlinetagebuch auf blog.wienenergie.at. Die E-Bikes der Marke KTM eCross verfügen über einen Akku, der eine Reichweite von bis zu neunzig Kilometern hat. Der Motor verhilft den Rädern zu einem Tempo von bis zu 25 km/h. Die Akkus können von den Rädern abgenommen werden und sind an jeder Steckdose anschliessbar. Die Ladezeit beträgt drei bis vier Stunden.
Ohne eigenes Mobilfunknetz will sich nun UPC als Anbieter eines «Turbo fürs Smartphone» profilieren. Man will die WLAN-Funktion vieler Smartphones nutzen und verweist darauf, dass es im gesamten UPC Versorgungsgebiet schon über 100.000 Haushalte mit UPC Modems mit WLAN Funktion gibt. Damit sei das mobile Surfen zu Hause mit dem Smartphone oder Notebook per Wireless LAN möglich und vor allem erheblich günstiger und schneller lautet die Botschaft. Vor allem möchte Mag. Gerald Schwanzer, UPC-CMO den Wissensstand seiner Kunden verbessern: «Viele Menschen wissen gar nicht, dass gerade auch mit dem Smartphone die Möglichkeit besteht, sich zu Hause direkt ins aktive und gesicherte WLAN-Netz von UPC einzuwählen und per Modem Daten runterzuladen».
In den USA scheint ein veritabler Preiskrieg um E-Book Reader auszubrechen. War bisher Amazon mit dem «Kindle» unbestrittener Marktführer, so droht dem Versandunternehmen nun aus zwei Richtungen Gefahr. Die eine Gefahr stellt das iPad von Apple dar, das zwar mit einem Listenpreis von US$ 499 preislich keine Konkurrenz darstellt, aber dafür einen gewissen Modeeffekt mitbringt. Die andere Konkurrenz wiegt vorerst schwerer: Barnes & Noble hat Nook, ihre Familie an E-Book Readern, um ein Modell erweitert, das um US$ 149 verkauft wird und die Preise der vorhandenen Modelle drastisch gesenkt. Der Nook 3G ist nun das erste und vorher einzige 3G/Wi-Fi E-Reader am Markt unter US$ 200. Einen Tag später senkte Amazon den Preis für den Kindle auf US$189. Ob es den E-Book-Readern bald so gehen wird, wie den Handhelds?
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2010-07-05: MOBILE TIMES Weekly 0361
Von iPhone und Elektronikschrott
«Superphones» nennt 3 jene Smartphones, die nach aktuellem Stand der Dinge quasi alles können, was man von ihnen erwartet. Sogar eine Liste gibt es bereits: HTC HD2, Nokia X6, Samsung Wave und von Sony Ericsson Vivaz und X10. Das Apple iPhone ist nicht auf der Liste, wohl auch, weil es von 3 nicht vertrieben wird. Von A1 bisher auch nicht. Die Situation in der Schweiz ist ähnlich: Orange und Sunrise kündigen das iPhone an, Marktführer Swisscom aber nicht. Vielleicht hat der dänische Consulter John Strand nicht so ganz unrecht, dass erfolgreiche Netzbetreiber eher weniger auf das iPhone setzen oder noch schlimmer: Es könnte sein, dass die Anbieter, die auf das iPhone setzen, dadurch wirtschaftlich in Nachteil geraten. Neben dem iPhone ist ein anderes Lieblingskind der Massenberichterstattung ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Facebook und andere «Social Networks» gefährden die Datensicherheit von Unternehmen deutlich stärker als mobile Pornos, die bisher als der Hort des Bösen angesehen wurden.
Zurück zum iPhone. Mit dem Download der aktuellen Version des iPhone-Betriebssystems erlaubt der Kunde nach einem Bericht der LA Times Apple seine Standortdaten an dritte Firmen weiterzugeben bzw. zu verkaufen. Damit will man offensichtlich die Erfolgschancen des eben gestarteten Werbesystems iAd erhöhen, denn iAd nutzt neben den interessenbezogenen Informationen über die Nutzer auch deren Standortdaten. In Zukunft soll man sich bei Apple auch von der unerwünschten Weitergabe der Daten abmelden können. Man kann allerdings die Ortungsdienste auch auf dem iPhone selbst deaktivieren. Dann wird man aber auch von Freunden nicht mehr gefunden. Der grosse Bruder wird aber nicht nur von Apple realisiert, auch Google weiss durchaus, wo sich Besitzer von Android-Handys befinden, so weit man das nicht untersagt hat. Neben GPS dienen auch die Daten beim Einbuchen in einer Mobilfunkzelle oder an WLAN-Hotspots zur Feststellung des Standorts.
Elektronikschrott wird mehr und mehr zum Problem, auch wenn uns die Werbung anderes suggeriert. Im dritten Programm der britischen BBC lief kürzlich eine Dokumentation, die zeigte, dass selbst Elektronikschrott aus dem öffentlichen Bereich illegal seinen Weg in Entwicklungsländer findet. Konkret wurde der Weg von Elektronikschrott nach Ghana verfolgt, wo dann Kinder das teils giftige Material nach Verwertbarem durchsuchen. Dabei wäre ein solcher Export nach EU-Regeln (WEEE Directive 2007, wobei WEEE für Waste Electronic & Electrical Equipment steht) schon seit 2007 ausdrücklich verboten. Strenge Regeln und Gesetze nützen halt nirgends etwas, wenn sie nicht kontrolliert werden. Derartige Exporte sind zudem kurzsichtig. Nach einer jüngeren deutschen Studie wird den Europäern in vielen Bereichen der Nachschub an bestimmten seltenen Rohstoffen ausgehen, weil bisherige Lieferländer wie etwa China, diese Rohstoffe selber benötigen. Der einzige Weg diese Rohstoffe zu gewinnen wäre dann ein gut organisiertes Recycling. Müllhalden aus Afrika nach Europa zum Recycling zu transportieren dürfte dann zumindest teuer werden.
Nach einer einjährigen Testphase mit 42 Personen haben Alcatel-Lucent, der Arbeiter-Samariter-Bund und Orange die erste mobile e-Health-Lösung Österreichs für chronisch kranke Menschen gestartet. Vitalwerte wie Blutdruck oder Blutzucker werden bei jeder Messung automatisch und verschlüsselt via Handy an eine zentrale Plattform versendet. Das als «healthe» bezeichnete Service wird in allen Orange Shops angeboten. Gratis ist das Angebot allerdings nicht: Das «healthe Gesundheitspaket», das die Datenübertragung, die Nutzung der medizinischen Plattform sowie den Zugang für bis zu fünf Betreuer umfasst, kostet monatlich zehn Euro und ist mit jedem Orange Tarif kombinierbar. Als Zusatzpaket bietet man das «healthe Benachrichtigungspaket», das dafür sorgt, dass, je nach Einstellung, automatisch ein SMS oder E-Mail verschickt wird, wenn etwa der Anwender nicht zur vereinbarten Zeit misst oder die Messwerte ausserhalb der Norm liegen. Das Zusatzpaket kostet zwei Euro im Monat. Mit «healthe» bietet Alcatel-Lucent eine Weiterentwicklung ihres «TeleHealthManager» an, die in Kanada schon im kommerziellen Einsatz ist.
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2010-06-20: MOBILE TIMES Weekly 0360
Wer zahlt für den Datenverkehr?
Der Tod von H3G-Austria-Chef Berthold Thoma traf den dienstältesten österreichischen Mobilfunkchef zwar nicht unerwartet, aber glauben konnte es bis zuletzt doch niemand. Weniger dramatisch ist dagegen der Abgang von Ex-Telekom Austria-Boss Boris Nemsic bei der russischen VimpelCom. Nach wenig mehr als einem Jahr hat er das Handtuch geworfen. Personalmeldungen dominieren nach wie vor die Branche, wenngleich neben der Fussballweltmeisterschaft die Mobilfunkthemen in der öffentlichen Wahrnehmung natürlich verblassen. Dabei spielen sich gerade jetzt einige spannende Entscheidungen ab. So wird sich für viele Netzbetreiber vorerst die Frage stellen, ob man wirklich in LTE investieren muss, wenn HSPA+ mittelfristig 168 Mbit/s verspricht? Verlierer dieser Diskussion könnte WiMAX sein. Mit dem Kauf von Palm durch Hewlett Packard könnte es für viele Marken-Freaks eine Alternative zu Apple und deren iPhone geben. Aber auch weitere mobile Betriebssysteme stehen inzwischen schon mehr als in den Startlöchern, um Apple das Leben schwer zu machen.
Google wird von so manchem Mobilfunkbetreiber als Bedrohung empfunden. Während die einen mit Begeisterung Android-Handys in ihr Portfolio aufnehmen, verlangen die anderen, dass die Europäische Union ein Machtwort spricht und Google dazu zwingt, an die Mobilfunker für die Datenübertragung zu zahlen. Für den Konsumenten vielleicht im ersten Moment keine schlechte Idee: Statt dass man selbst an den Netzbetreiber für die übertragenen Daten von Google zahlt, zahlt Google an den Netzbetreiber dafür. Die Antwort, die Google in so einem Fall geben würde, ist ziemlich klar: Mehr Werbung, mehr verkaufte Plazierungen und damit weniger Relevanz der Suchergebnisse. Am Ende sind dann alle die Dummen.
Eine vernünftigere Methode wird wohl sein, für Mobilfunkkunden die unlimitierten Datenflatrates wieder abzuschaffen - so wie es AT&T schon tut. Für «Normalbürger» sind auch heute 5 GB im Moment mehr als ausreichend und die Netzbetreiber haben damit das Problem jener 20 Prozent Kunden, die 80 Prozent der Datenleistung verbrauchen ohne mehr zu bezahlen auch los.
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2010-05-25: MOBILE TIMES Weekly 0359
Besticht die Telekom? Ist das iPhone nur Hype?
Nachdem das Nachrichtenmagazin «profil» über Zahlungen der Telekom Austria an Vorfeldorganisationen der ÖVP und der FPÖ und an den Technologiesprecher der SPÖ, die über die BUWOG-Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger abgewickelt worden sein sollen, berichtet hatte, empörte sich der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und forderte die Telekom Austria auf, Transparenz in die Affäre zu bringen «und als teilstaatliches Unternehmen offenzulegen, wofür diese Zahlungen geleistet wurden». Der VAT scheint anzunehmen, dass die aus seiner Sicht einseitige Bevorzugung der Interessen der Telekom Austria in verschiedenen Bereichen, damit in Zusammenhang gebracht werden können. Gelernte Österreicher wissen allerdings, dass eine Zahlung an Politiker bzw. politische Organisationen nicht unbedingt eine Garantie für eine Gegenleistung darstellt - es hilft allerdings.
Während in Österreich das Apple iPhone zum bestverkauften Smartphone aufgestiegen ist, scheint in den USA bereits die Götterdämmerung für das kalifornische Handy angebrochen zu sein. Wie der «NPD Group Mobile Phone Track» enthüllt, hat das Android Betriebssystem (28 %) dort bei den Smartphones das iPhone OS (21 %) vom zweiten Platz verdrängt. RIM behält mit dem BlackBerry OS (36 %) weiterhin Platz eins. Die Führung von Apple in Österreich ist deshalb so interessant, weil sich die Österreicher gerne als Bewohner eines Umweltmusterlandes sehen, andererseits aber Apple laut Kronen-Zeitung zu jenen Unternehmen gehört, die sich weigern, mitzuteilen, ob in ihren Geräten «Blut-Tantal» aus dem Kongo verarbeitet wird. Dagegen fordern nach dem gleichen Bericht Unternehmen wie Intel, Motorola, Nokia oder Vodafone von ihren Lieferanten eine Bestätigung, dass ihr Tantal nicht aus Kriegsgebieten stammt.
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2010-04-09: MOBILE TIMES Weekly 0358
Schreckgespenst Android?
Neue Geräte werden, nach dem durch die diversen Messen wie Mobile World Congress, CTIA Wireless und CeBIT ausgelösten Boom, weiterhin relativ häufig angekündigt. Besonders bemerkenswert ist die relativ grosse Zahl an Smartphones mit dem Betriebssystem Android. Das löst inzwischen bei Netzbetreibern und Herstellern Befürchtungen einer Google-Dominanz aus. Ob man mit Android die oft als solche angesehenen Teufel Nokia (Symbian) und Microsoft (Windows) möglicher Weise durch einen Beelzebub Google (Android) ersetzt, ist für manche zu einer Überlebensfrage geworden, wenngleich Google bisher noch keine Bösartigkeiten gezeigt hat - aber die gab es ja von Nokia und Microsoft auch nicht wirklich.
In Wien errichtet der kalifornische Chiphersteller Qualcomm ein Forschungszentrum mit Schwerpunkt «Augmented Reality» namens «Qualcomm Austria Research Center GmbH». «Augmented Reality» ermöglicht Menschen den Cyberspace als integralen Teil der sie umgebenden physischen Welt zu sehen. Damit, so Qualcomm-CEO Dr. Paul E. Jacobs, kann man die echte Welt «anklicken» und «verlinken».
Basis der Arbeit des Forschungszentrums sind Rechte, die Qualcomm von der «Imagination Computer Services GesmbH» erworbenen hat. Auch ehemalige Mitarbeiter der Imagination Computer hat man angestellt. Imagination Computer ist 1998 durch Forscher der TU Wien gegründet worden.
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2010-03-25: MOBILE TIMES Weekly 0357
Mobiles Zahlen wird Mainstream - Vorwärts zuräck bei Telekom Austria
Jetzt kommt wieder zusammen, was schon früher beisammen war: Telekom Austria und mobilkom Austria werden zur neuen A1 Telekom Austria. Jetzt fehlt eigentlich nur mehr, dass auch die Post hineinfusioniert wird. Da gibt es allerdings ein kleines Problem: Seit die Post halb privatisiert ist, hat sich so etwas wie eine Tradition herausgebildet. Ihr erster General Dr. Anton Weis war der erste Geschäftsführer der einstigen Ö-Call, des Unternehmens, das wir später als max.mobil kannten und das heute T-Mobile heisst. Der zweite noch heute aktive Post-Boss ist Dr. Georg Pölzl und der war Vorsitzender der Geschäftsführung von T-Mobile Austria. Man könnte also schon beinahe von einer Tradition sprechen.
Die neuen Zahlungsmethoden werden langsam zu einer Herausforderung der etablierten Anbieter. Der Marktführer bei Handy-Zahlungen meldet, dass die Zahlungen per paybox 2009 um 52 % gestiegen sind. Die Zahl der aktiven Kunden stieg auf rund 700.000, die Zahl der Transaktionen auf 5,5 Millionen. Die Liste der beliebtesten paybox-Anwendungen hat sich allerdings noch kaum geändert: HANDY Parken, Lotto spielen und Zahlungen an Automaten sind die TOP 3.
Der vom Handy eher unabhängige Anbieter paysafecard, der sich mehr auf Zahlungen im Internet spezialisiert hat, konnte mit SPAR eine der grössten Handelsketten Österreichs als Vertriebsschiene für seine Prepaid-Voucher gewinnen. Die können jetzt direkt an SPAR-Kassen gekauft werden. Die paysafecards sind im Wert von EUR 10, EUR 25, EUR 50 und EUR 100 erhältlich und können von jedermann genutzt werden. Es wird keine Kreditkarte und auch kein Konto benötigt. Die paysafecard group ist heute in 24 Ländern weltweit mit den drei Marken paysafecard, Cash-Ticket und YUNA präsent.
In China bleibt auch das Mobile Internet nicht von der Zensur verschont. Wie die britische BWCS berichtet, hat es bei der letzten «Internetreinigung» in China nicht weniger als 140.000 mobile WAP-Sites erwischt, die nach Meinung der Regierung Pornographie verbreiten. Google hat inzwischen die Konsequenzen gezogen und ist aus China in die Sonderverwaltungszone Hongkong übersiedelt, wo die Gesetze nicht so streng sind.
In Deutschland bemüht sich die Telekom die ethischen Standards im Telefongeschäft zu erhöhen und hat eine Ethikdiskussion mit Callcenter-Partnern begonnen. In die Berliner Hauptstadtrepräsentanz des Konzerns waren rund 200 Vertreter der grössten Callcenter-Betreiber in Deutschland gekommen. Allein die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, reicht der Deutschen Telekom nicht aus. Sie hat daher sämtliche Partner im Telemarketing-Geschäft dazu verpflichtet, sich vom TÜV Rheinland zertifizieren zu lassen. Mit Partnern, die die Anforderungen in Bezug auf Datenschutz und kundenfreundliches Telefonverhalten nicht erfüllen, arbeitet der Konzern nicht mehr zusammen. Die Deutsche Telekom testet derzeit zudem, Mitarbeitern von Partner-Callcentern parallel zu ihrer Arbeit Zusatzqualifizierungen anzubieten, die bis zu einem Studium führen können.
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2010-02-16: MOBILE TIMES Weekly 0356
Android ohne Google?
In China muss Google der Realität ins Auge sehen, dass mit den chinesischen Behörden nicht so gut Kirschen essen ist, wie man das beim Champion der Suchmaschinen gedacht hat. Inzwischen geht es nämlich nicht mehr nur um die Suchmaschine selbst, sondern auch um das Betriebssystem Android. Zwei Modelle mit Android (von Motorola und Samsung), die China Unicom präsentieren wollte, wurden kurzfristig zurückgezogen. Nicht weil die Chinesen das wollten, sondern weil Google verlangte, dass auf diesen Handys alles, was mit Google zu tun hat, zu entfernen sind. Die Unterstützer von Android, die China beliefern, stehen daher jetzt vor dem Problem, mit welcher Plattform sie den gerade erst erblühenden chinesischen Smartphone-Markt attackieren sollen. Damit können sich plötzlich andere offenen Systeme wie LiMo oder Symbian Hoffnungen machen. Android kann zwar auch ohne Google verwendet werden, doch fehlt dann dafür wahrscheinlich
die Motivation.
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2010-02-07: MOBILE TIMES Weekly 0355
EU akzeptiert RTR-Sicht zum Breitbandvorleistungsmarkt
Zwar haben so manche alternative Netzbetreiber bis zuletzt versucht, den von der RTR-GmbH im Rahmen eines europaweiten Koordinationsverfahrens vorgelegten Entwurf einer Novelle zur Telekommunikationsmärkteverordnung 2008 (TKMV 2008) zu verhindern, doch hat inzwischen die Europäische Kommission mitgeteilt, dass sie die Ansicht der RTR zur Marktabgrenzung des Breitbandvorleistungsmarktes akzeptiert. Dr. Georg Serentschy, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Fachbereich Telekommunikation, freute sich wohl besonders darüber, dass die Mitteilung der Europäischen Kommission zu bestätigen scheint, dass es nirgendwo sonst in Europa so fortschrittliche mobile Breitband-Dienste für Privatkunden wie in Österreich gibt. Bei der Diskussion ging es darum, dass die RTR eine sektorspezifische Regulierung des Breitbandvorleistungsmarktes nur mehr für jene Breitbandvorleistungsprodukte der Telekom Austria (TA) vorsieht, die alternative Anbieter von der TA beziehen, um sie in weiterer Folge am Breitband-Endkundenmarkt an Geschäftskunden anzubieten. Sobald die TKMV-Novelle in Kraft tritt ist dann Telekom Austria nicht mehr verpflichtet, breitbandige Vorleistungsprodukte an ihre Mitbewerber zum nachfolgenden Vertrieb an deren private Endkunden anzubieten.
Erstmals in der Europäischen Union hat mit der Neuregelung eine Regulierungsbehörde dem unmittelbaren Wettbewerbsdruck des Mobilfunks nicht nur im Bereich der Sprachtelefonie, sondern auch bei Breitbandprodukten Rechnung getragen. Der Wettbewerbsdruck aus dem Mobilfunk auf Festnetzprodukte ist in Österreich stärker als in jedem anderen Land der EU.
Personalgerüchte: Schwirrende Gerüchte, dass die Telekom Austria Group bis Mitte 2011 bis zu 1.000 Arbeitsplätze abbauen will, werden heftig dementiert. Hintergrund ist die im Vorstand der Telekom Austria Group begonnene Prüfung einer möglichen Zusammenführung der Festnetz- und Mobilfunk-Aktivitäten in Österreich. Das Ergebnis der internen Evaluierung wird dem Aufsichtsrat als Entscheidungsgrundlage für weitere Schritte vorgelegt werden.
Smartphone-Trends: Wenn man sich die jüngsten Neuheiten am Smartphone-Markt ansieht, könnte man meinen, dass es keine eindeutigen Trends gibt. Die letzten zwei Wochen brachten uns ja nur wenig Neuheiten und bei den Smartphones war das ein übergrosses iPhone mit der Bezeichnung iPad, ein Android-Handy, das ein Meilenstein genannt wird, und von Nokia des X6, das erstmals Symbian^1 als Betriebssystem und Benutzerschnittstelle angibt.
Schnellere Daten: Wenngleich noch immer eine ganz überwiegende Mehrheit der Handynutzer weder an mobiler E-Mail noch am mobilen Surfen interessiert sind, sondern eher an besserer Sprachqualität und stabilen Verbindungen, gilt das Hauptaugenmerk der Industrie der schnellen Datenübertragung. Bei LTE hat man im praktischen Versuch 100 Mbit/s erreicht, HSPA erreicht inzwischen bis zu 42 Mbit/s und selbst das inzwischen geradezu biedere EDGE wurde auf ein Mbit/s gebracht. In der Schweiz ist EDGE bei Swisscom und Sunrise seit 2005 im Einsatz.
Personalwechsel: Das Geschäft geht aber dennoch nicht besonders - oder vielleicht deshalb? - weshalb sich das Personalkarussell munter weiter dreht - auch unter der Berücksichtigung von Pensionierungen zum Jahresende ist die Zahl der Um- und Neubesetzungen, vor allem im Bereich Verkauf und Marketing, deutlich angestiegen.
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