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2012-07-30: MOBILE TIMES Weekly 0391
Viele neue Tablets
Das Warten hat sich gelohnt: Der Markt für Tablets kommt in Bewegung. Apple steht nicht mehr alleine Samsung und einigen kleineren Anbietern gegenüber sondern sowohl Google als auch Microsoft. Google steigt mit einem eigenen Nexus-Tablet in die Arena und Microsoft tritt ebenfalls mit einem eigenen Tablet namens Surface an. Das Apple iPad 3 ist ja seit März bekannt und damit für die heute üblichen Begriffe schon ein «altes» Gerät. Pikant ist, dass das Nexus 7 Tablet von ASUS und das Surface Tablet von Pegatron hergestellt werden. Pegatron ist eine Ausgliederung (Spin off) von ASUS. Während vor allem das Google Tablet als Angriff auf Amazon zu werten ist, bereitet Amazon nicht nur seine Verteidigung mit drei neuen Tablets vor, die im Herbst auf den Markt kommen sollen. Da Verteidigung alleine wohl nicht ausreicht, scheint man bei Amazon auch einen Gegenangriff zu planen, denn die Gerüchte über ein «Kindle Phone» sind zu zahlreich, um nur der Gerüchteküche zu entspringen. Sogar der Produzent wird bereits genannt: Foxconn, das Unternehmen, das auch intensiv für Apple produziert. Eine weitere Attacke gegen Google und Android reitet der chinesische Suchmaschinenanbieter Baidu mit dem Changhong H5018, das die Baidu-eigene Oberfläche Cloud Smart Terminal benutzt. Auch dieses Smartphone wird von Foxconn produziert. Cloud Smart Terminal ist eine Erweiterung des auf Android aufgesetzten Betriebssystems Yi, das neben Android in Zukunft auch auf andere Betriebssysteme wie Windows Phone aufsetzen soll.
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2012-05-16 MOBILE TIMES Weekly 0390
Was Frequenzen wert sind
Nun gab es endlich wieder einmal ein nationale Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Ende Februar konnte in der Schweiz das BAKOM die Neuvergabe der Mobilfunkfrequenzen abschliessen und dafür knapp eine Milliarde Franken an Versteigerungserlös lukrieren. Erhofft hatte man nach den letzten Erfahrungen 630 Millionen Franken Das war eine Europa-Premiere, denn das BAKOM hat alle Mobilfunkfrequenzen neu versteigert. Interessant auch, dass wir jetzt einen aktuellen Marktwert aller Schweizer Mobilfunkfrequenzen haben. Orange zahlte 155 Millionen Franken, Sunrise 482 Millionen Franken und Swisscom 360 Millionen Franken. In&Phone wurde zur Versteigerung nicht zugelassen. Die Auktion erinnerte fast an alte Zeiten und dauerte insgesamt 13 Tage. Die neuen Konzessionen gelten bis 2028 - dann wird es wohl wieder eine Versteigerung geben.
In Österreich steht zwar die Neuvergabe der GSM-Frequenzen noch aus - auch in Österreich sollen die verschiedenen Ablaufdaten vereinheitlicht werden - und auch eine Versteigerung der für LTE vorgesehenen Frequenzen im 800 MHz-Band soll es geben, doch ist der Termin noch völlig unsicher. Grund ist die beabsichtigte Übernahme von Orange durch Hutchison 3G und die damit verbundene Weitergabe von YESSS! an die Telekom Austria. Damit, so die Beteiligten, ist nicht einmal klar, ob drei oder vier Netzbetreiber zur Auktion eingeladen werden. Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat zu der geplanten Übernahme ohnehin ein kräftiges «Nein» gesagt. Allerdings ist die BWB nur für den Übergang von YESSS! an die Telekom Austria, die damit nahe an die 50 Prozent Marktanteil herankommen dürfte, zuständig. Für den Orange-Verkauf sind an sich die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission zuständig, die das Verfahren aber auch an die BWB abtreten könnte. Im Lichte dieser Situation hat die Telekom-Kontroll-Kommission beschlossen, die an sich fertige Ausschreibung vorerst nicht herauszugeben, womit auch der Termin im Herbst 2012 kaum mehr zu halten sein wird.
In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns wieder sehr umfangreich mit dem Angebot an Handys und Smartphones. In der nächsten Ausgabe sehen wir uns das gar nicht so grosse Angebot von Tablets an.
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2012-05-02: MOBILE TIMES Weekly 0389
Android führend aber Symbian noch da
Die Analyse des MWC (Mobile World Congress) in Barcelona durch Strategy Analytics (Boston, Massachusetts) enthüllte, dass insgesamt nur 42 neue Smartphones angekündigt worden sind. Wie die Analyse weiter ausführt, dominierte Android weiterhin den Bereich Betriebssysteme. Dazu trug die Einführung von Ice Cream Sandwich ebenso bei wie die andauernde Präsenz von Gingerbread. Microsoft Windows Phone fanden die Analytiker in zwei Endgeräten und Symbian Belle nur im Nokias 808 PureView. Wie Steve Entwistle, Vizepräsident von Strategy Analytics feststellte, überschritt die durchschnittliche Displaygrösse der vorgestellten Geräte vier Zoll. Die leistungshungrigen Displays erfordern höhere Batterieleistungen. Eine Revolution der Smartphone-Fotografie stellt das Nokia 808 PureView dar, dass eine erstaunliche 41 Megapixel Kamera bietet. Noch etwas ist Entwistle aufgefallen: Das leistungsstarke und eindrucksvolle Ascend-Portfolio von Huawei mit «Retina Displays» und Quad-Core Prozessoren, bietet eine Rechenleistung, die fast alle Tablets übertrifft.
Der Kampf um das Betriebssystem ist also vorerst wieder einmal entschieden. War in früheren Jahren Symbian anscheinend uneinholbar vorne, so liegt jetzt Android mit fast uneinholbarem Vorsprung vorn. Dafür scheint es jetzt um den Prozessor im Gerät zu gehen. MIPS teilte bereits im Dezember mit, dass die neueste Android 4.0.3 Version auch für die MIPS Architektur verfügbar ist und zudem die Android 4.0.3 Open Source Release auch MIPS LLVM Support enthält. Kurz darauf wurde ein Android 4.0.3 OTA Update für bestehende MIPS-basierte Android Tablet-PCs von Ainol Electronics verfügbar. Auf dann ausgelieferten Tablet-PCs wurde es bereits vorinstalliert. Neben MIPS ist auch Intel wieder ein Mitspieler geworden. Lange hatte es so ausgesehen, als ob der Chip-Gigant bei Mobiltelefonen von Texas Instruments an die Wand gespielt worden wäre. Nun ist man aber ganz offensichtlich wieder da. Nach den Intel-eigenen Zahlen, dass man Jahr 2011 über 400 Millionen Mobilfunk-Plattformen ausgeliefert hat, hat man bereits wieder die Nase vorn. Zum MWC 2012 konnte Intel-Boss Otellini neue Smartphones mit einem Herz von Intel ankündigen. Die Hersteller Lava und ZTE sind vielleicht nicht so bekannt und auch Orange als Handymarke sagt höchstens über die Stückzahlen etwas aus, aber einen Fuss hat man nun wieder in der Tür, vor allem wenn man daran denkt, dass bereits früher die Zusammenarbeit mit Motorola Mobility und Lenovo angekündigt werden konnte.
Das Orange Smartphone soll noch im Sommer 2012 auf den Markt kommen und Lava International beim Aufrollen des indischen Marktes helfen. Dort will Lava noch vor dem Sommer 2012 mit einem Smartphone namens XOLO auf den Markt kommen. Mit ZTE konnte sogar - ähnlich wie mit Motorola Mobility angekündigt - eine mehrjährige Zusammenarbeit für Smartphones und Tablet-Geräte abgeschlossen werden. Erste Geräte mit Intel Technologie sollen in der zweiten Hälfte 2012 auf den Markt kommen.
Mit XMM 7160 kündigte man auch eine erweiterte Multimode LTE/3G/2G Plattform an, die 100 Mbit/s (Downlink) und 50 Mbit/s (Uplink), sowie HSPA+ 42Mbps unterstützt. Die neue Plattform ist für Ende 2012 zu erwarten.
Im Bereich mobile Dienste hat Intel mit der Kreditkartenfirma Visa eine mehrjährige strategische Allianz zur Entwicklung mobiler Handelslösungen abgeschlossen. Das Intel Smartphone Referenzdesign ist bereits für mobile Finanztransaktionen über Visa payWave zertifiziert.
Visa hat inzwischen NFC-fähige Smartphones von Samsung Electronics, LG Electronics und Research In Motion für Visa payWave zertifiziert. Konkret sind das Samsung Galaxy SII, LG Optimus NET NFC, BlackBerry Bold 9900, Bold 9790, Curve 9360 und Curve 9380. Die Applikation Visa payWave sitzt dabei auf einem sicheren SIM.
Wir haben natürlich auch gesammelt, was an Informationen zu bekommen war. Unser Hauptaugenmerk gilt aber Endgeräten, die tatsächlich am Markt zu bekommen sind. Diesmal von Alcatel bis Nokia. In der nächsten Ausgabe geht es im Alphabet dann weiter.
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2012-04-13: MOBILE TIMES Weekly 0386-0388
Gefährden Regulatoren die Netze?
Der Mobile World Congress 2012 ist vorüber und brachte mit 67.000 Besuchern wieder einen neuen Rekord. Thematisch war der Kongress diesmal weniger von neuen Technologien beherrscht - LTE ist nach wie vor nicht wirklich fertig - sondern von der Sorge um die Zukunft. Wie die dänische Beratungsfirma Strand Consult schon mehrmals festgestellt hat, scheint die Politik die Telekomindustrie kaum zu verstehen und erwartet einfach weitere Milliardeninvestitionen in die mobile Infrastruktur, die für unsere aktuelle Gesellschaft geradezu lebenswichtig ist. Aus Sicht der Telekoms sind die Aktionen der Regulatoren rund um die Welt nicht immer zu erwarten. Unvorhersehbare Entscheidungen - so zumindest die Grossen der Industrie - gefährden nicht nur den weiteren Ausbau der Netze, sondern machen es den Telekoms auch schwer, auf die Herausforderungen von Unternehmen wie Amazon, Apple, Facebook, Google usw. zu reagieren.
Manche Diskussionsteilnehmer stellten sich sogar die Frage, ob die nächste globale Krise eine Kommunikationskrise wird. Das Szenario könnte damit beginnen, dass die Telekoms beginnen, ihre Investitionen in neue Systeme drastisch zurückzuschrauben. Als Ergebnis werden die Menschen mehr Probleme bekommen, wenn sie auf ihre inzwischen lieb oder gar unverzichtbar gewordenen Dienste zugreifen wollen. Strand formuliert das so: Wir glauben dass die nächste globale Krise nicht durch Regierungen, die zu viel Geld ausgeben oder durch unverantwortlich geführte Banken oder Finanzinstitutionen ausgelöst wird, sondern durch Telekoms, die keine andere Wahl haben, als ihre Investitionen drastisch zu reduzieren.
Technisch war vielleicht die Nokia 808 Pure View mit ihrem 41 Megapixel Kamerasensor die gesuchte Sensation, die es natürlich in alle einschlägigen Berichte schaffte. Aber ehrlich - wer braucht 41 Megapixel? Ausser Profiphotographen und Künstlern wohl niemand. Wer es mehr technisch als künstlerisch will, kann sich über das HTC One X freuen. Es ist das erste Smartphone mit einem Quadcore-Prozessor. Eine interessant Idee wieder aufgegriffen hat Asus mit dem Padfone. Das ist ein Android Smartphone, das an ein grösseres Display angedockt werden kann. Damit hat man einerseits ein normales Handy und andererseits ein echtes Tablet.
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2012-03-09: MOBILE TIMES Weekly 0383-0385
Ist Nokia am Ende?
Wenn Sie zu jenen Menschen gehören sollten, die auf Grund einer negativen Bonitätsauskunft keinen Handyvertrag bekommen haben, dann sollten Sie sich ein Beispiel an europäischen Politikern nehmen: Gibt die überprüfende Firma - neudeutsch auch Ratingagentur genannt - eine negative Auskunft, dann gründen Sie halt ihre eigene Ratingagentur, die Ihnen eine bessere Bewertung gibt. Ob die Mobilfunkfirmen deren Auskunft dann aber ernst nehmen, können wir Ihnen nicht versprechen - genau so wenig können die Politiker davon ausgehen, dass ihre eigene Ratingagentur die Geldgeber beeindruckt - es sei denn, die ist noch strenger als Finch, Moody's und Standard & Poors, aber das werden sie ja wohl auch nicht wollen.
Die CES in Las Vegas brachte diesmal eher keine Massen an neuen Modellen, aber dafür einige interessante Neuigkeiten. Intel konnte für den Atom-Prozessor Motorola und Lenovo als Kunden gewinnen, womit ein Durchbruch des Prozessor-Giganten, der im Smartphone-Bereich bisher wenig erfolgreich war, möglich scheint. An einer anderen Front scheint Intel ebenfalls erfolgreich: Das Ultrabook scheint für viele Anwender interessanter als ein Tablet.
Nokia stellte mit dem Lumia 900 ein weiteres Smartphone mit Windows vor. Das war immerhin das erste derartige Smartphone mit LTE und das erste LTE-Smartphone von Nokia überhaupt. Andererseits scheint man sich doch ein wenig gegen eine Vereinnahmung durch Microsoft absichern zu wollen und kaufte sich den norwegischen Hersteller Smarterphone. Der Name Sony Ericsson ist schneller verschwunden als erwartet, denn das Xperia S wird bereits als «erstes Smartphone von Sony» angeboten.
Die italienische Sisvel International hat von Nokia 47 Patentfamilien übernommen, die aus mehr als 450 Patenten und Anwendungen bestehen und ursprünglich von Nokia angemeldet wurden. 33 der Patentfamilien, die aus mehr als 350 Patenten und Anwendungen bestehen, wurden von Nokia als essentiell für Kommunikationsstandards der zweiten, dritten und vierten Generation bezeichnet. Nokia ist in dem Portfolio als Teil der Übernahme lizenziert. Interessant daran ist vor allem, dass Nokia die Patente abgibt. Andere Unternehmen wie etwa Ericsson oder Qualcomm machen aus der Patentlizenzierung eine regelmässig sprudelnde Geldquelle, während vom Untergang bedrohte Firmen wie Kodak ihre Patente verkaufen. Was Nokia bewegt, «essentielle» Patente abzugeben, wird man wohl bald hören.
In Österreich hat die RPR Privatstiftung von Ronny Pecik sich inzwischen mehr als 20 % an der Telekom Austria gesichert. Aufgeregte Debatten, was Pecik damit machen will, verursachen ein Rauschen im Blätterwald. Neuestes Gerücht: Pecik will die Telekom Austria für Telenor erwerben. Unterstützt werde er dabei vom ägyptischen Telekom-Investor Sawiris. Ja und Orange Austria wurde jetzt tatsächlich an Hutchison 3G Austria verkauft - wenn die Behörden es zulassen. Das dürfte aber nur eine Formalität sein, denn im Vergleich zur Stärkung der Machtmarkt von T-Mobile durch die Übernahme von tele.ring ist die Marktbeherrschung von Hutchison + Orange doch deutlich geringer, noch dazu, wo YESSS! an A1 abgegeben wurde, was die Teilnehmerzahl von Orange deutlich reduziert.
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2012-01-14: MOBILE TIMES Weekly 0382
Fusionen zum Jahreswechsel
Der Verkauf von Orange Schweiz ist fix: Die britische Investmentfirma APAX kauft den Franzosen ihre Schweizer Tochter ab. Als Verkaufspreis werden Verkaufspreis 2,0 Milliarden Franken (1,6 Milliarden Euro) genannt. Die Einigung erfolgte mehr oder weniger unter dem Weihnachtsbaum. APAX spielt in der Telekom-Liga sehr erfolgreich und ist an Weather Investments (Wind Telecomunicazioni, Wind Hellas, Orascom Telecom Holding), Bezeq (Israel), TDC (Dänemark), Intelsat (Bahamas) und Versatel (Deutschland) beteiligt. Für den Schweizer Verkauf ist natürlich noch die Genehmigung der Behörden erforderlich. Noch vor dem Kauf tauchten bereits Gerüchte auf, dass APAX mit CVC - dem Eigentümer von Sunrise - über eine Zusammenlegung der beiden Unternehmen verhandelt. In Österreich ist man noch nicht so weit, obgleich alles auf einen Verkauf von Orange Österreich an Hutchison 3G hinzudeuten scheint. Die Hongkong-Chinesen haben inzwischen den nationalen 2G-Roaming-Partner A1 abgelegt und sich mit T-Mobile zusammengetan, was für sie auch sinnvoller ist: A1 hat nur etwas zu verkaufen, also muss Hutchison zahlen. T-Mobile braucht dringend 3G-Kapazitäten und die hat 3, also macht man ein mehr oder weniger bargeldloses Tauschgeschäft.
Wie immer um diese Jahreszeit brodelt die Gerüchteküche: Microsoft und Nokia wollen gemeinsam BlackBerry-Macher Research in Motion kaufen heisst das eine, während das andere davon wissen will, dass Microsoft Nokia den Smartphone-Bereich abkaufen will und Nokia dann nur mehr Billig-Handys produzieren wird. Beide Ideen scheinen uns nicht gut wenn man sich ansieht, was aus Handyfirmen, die Microsoft übernommen hat, geworden ist. Da müsste sich Microsoft schon sehr verändert haben, um mit solchen Käufen Erfolg zu haben. Ein warnendes Beispiel sollte da auch die Übernahme von Palm durch Hewlett Packard sein. Auch da ist von dem übernommenen Handyhersteller Palm praktisch nichts mehr übrig und HP steht dennoch mit leeren Händen da, weil man webOS am 9. Dezember zu Open Source gemacht hat. Aber vielleicht ist ein guter Ruf in der Community schon einige hundert Millionen Dollar wert?
Zur CTIA in Las Vegas werden sich praktisch alle Bosse der betroffenen Unternehmen treffen, daher sind Überraschungen nicht ausgeschlossen und wer beim Erfinden von Gerüchten richtig gelegen hat, kann anschliessend erklären, dass man es schon vorher gewusst habe.
Google indes kämpft verbissen gegen die Fragmentierung des Android-Reiches. Die neueste Aktion in diesem Kampf gegen Windmühlen ist die verpflichtende Aufnahme von Holo, der Google-eigenen Android-Oberfläche, beim Einsatz von Android 4.0. Das bedeutet aber nicht, dass man in Hinkunft kein HTC Sense, LG Optimus UI, Motorola Blur oder Samsung TouchWiz mehr zu sehen bekommt, sondern vorläufig nur, dass man beim Einsatz von Android 4.0 es dem Kunden auch ermöglichen muss, anstatt der jeweils firmeneigenen Oberfläche auch Holo zu nutzen. Man hofft, dass so alle im Android-Market verfügbaren Applikationen auch wirklich auf allen Android-Systemen laufen.
In Wien hat mit Silver Server einer der letzten grossen unabhängigen Internet Service Provider aufgegeben. Silver Server wurde an Tele2 verkauft, womit zwar Tele2 ihre Position als grösster alternativer Telekom-Anbieter in Österreich ausbaut, die Wahlmöglichkeiten von Kunden aber weiter eingeschränkt werden. Die Marke will Tele2 weiter erhalten. Infrastruktur-Investitionen werden aber zusammengelegt und auch ein eigenes Büro von Silver Server wird es nicht mehr geben, Die Bundeswettbewerbsbehörde hatte der Übernahme erwartungsgemäss nichts entgegenzusetzen.
Unsere interne Aufholjagd bezüglich Smartphones und Handys wird mit dieser Ausgabe abgeschlossen, so dass uns in der nächsten Ausgabe noch Zeit bleibt, auf die vielen interessanten Zubehör-Artikel einzugehen, die aus dem neuen Smartphone, das man zu Weihnachten bekommen hat, ein wirklich persönliches Exemplar machen sollen. In den nächsten Wochen werden wieder die Neuheiten des Mobile World Congress in Barcelona die Seiten füllen. Wie man aber aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre weiss, kommen die dort angekündigten Geräte meist erst Monate später - oder gar nicht.
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2011-12-23: MOBILE TIMES Weekly 0381
Patentklagen ohne Ende
Kein Weihnachtsfriede zwischen Apple und Samsung - und HTC bekommt auch etwas ab. Nachdem es Apple gelungen war, ein deutsches Gericht davon zu überzeugen, dass das 10-Zoll Galaxy-Tab dem entsprechenden iPad zum Verwechseln ähnlich sieht, schlug Samsung zurück. Inzwischen wirft Samsung die Verletzung insgesamt fünf Patenten, die für den Mobilfunkteil wichtig sind vor und hat noch zwei weitere Patente im Waffenschrank gefunden, die nun gegen Apple in Stellung gebracht werden. Apple hat im Gegenzug - abgesehen vom Designkrieg - weitere sechs Patentverletzungsverfahren gegen Samsung eingeleitet und klagt ausserdem gegen Motorola und HTC. Interessant, dass Samsung einige mögliche Patenklagen noch zurückhält. Kern dieser noch nicht eingebrachten Klagen sind Patente, für die Samsung an Qualcomm Lizenzen erteilt hat und genau jene Chips, für die Qualcomm die Lizenzen besitzt, werden im iPhone 4S eingesetzt. Wahrscheinlich grübeln die Anwälte von Samsung noch, wie man Apple diesbezüglich dennoch vor den Kadi bringen kann.
Wie wir bereits in der letzten Ausgabe vermutet haben, findet der Verkauf von T-Mobile USA an AT&T nicht statt. Am 20. Dezember schnürten die Amerikaner ihre Absagepaket an die Deutsche Telekom. Der Widerstand von Regulator und Justizministerium der USA liessen AT&T den Versuch einer Übernahme aufgeben. Der Deutschen Telekom wird das Ende der Hoffnung auf den grossen Geldsegen aus den USA aber ein wenig versüsst: Sie erhält eine Ausfallzahlung («Break up Fee») von drei Milliarden US-Dollar in bar und ausserdem ein umfassendes Paket aus den so genannten AWS-Mobilfunk-Frequenzen (1700 - 2100 MHz) und eine mehrjährige US-weite UMTS-Roaming-Vereinbarung.
Mit der nächsten Ausgabe können wir dann die Zusammenfassung aller wichtigen Smartphone- und Handy-Neuerscheinungen abschliessen. Von den Grossen kommt dann noch Sony Ericsson. Unter den Kleinen ist wahrscheinlich TAG Heuer recht interessant. Beachten Sie bitte auch, dass wöchentlich ein- bis zweimal neue Personal- und Karrieremeldungen auf http://www.mobile-times.com/ eingestellt werden.
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2011-12-09: MOBILE TIMES Weekly 0380
Kein Verkauf von T-Mobile USA
Huawei startet nun in Österreich auch unter eigener Flagge. Bisher gab es Geräte des chinesischen Herstellers ja nur unter anderen Bezeichnungen. ZTE ist ja am Weltmarkt bereits unter den TOP5. Fast gleichzeitig teilte Nokia Siemens Networks mit, dass man von den bisher 74.000 Mitarbeitern 15.000 werde entlassen müssen, um mit der Konkurrenz aus Asien mithalten zu können. Huawei belieferte in Österreich bisher schon alle Netzbetreiber. Jetzt will man aber am Handy- und Tablet PC-Markt direkt mitspielen und ab Anfang 2012 sämtliche Modelle über viele Vertriebswege - also auch ohne SIM-Lock - anbieten. Im ersten Jahr will man 500.000 Endgeräte aller Art in Österreich absetzen.
Am Sektor Betriebssysteme tut sich Erstaunliches: Die Kooperation zwischen Microsoft und Nokia ermöglicht es, dass erstmals Microsoft Word, Excel, und PowerPoint als Nativ-Programme ausserhalb der Windows-Plattform genutzt werden können. Ein Symbian-Update Anfang 2012 soll das möglich machen.
In den USA steht der Versuch von T-Mobile ihre dortige Tochter an AT&T zu verkaufen vor dem Aus. Die beiden Unternehmen haben ihr Gesuch um Genehmigung durch die FCC zurückgezogen. Nach allem was man über die Vorgangsweise der dortigen Behörden weiss, braucht man den gleichen Antrag kein zweites Mal einzubringen. Nun wird über die Gründung einer gemeinsamen Tochterfirma spekuliert. Ein Muster könnte Everything Everywhere in Grossbritannien sein, wo Orange und T-Mobile ihre Aktivitäten zusammen gelegt haben. Allerdings ist dieses Unternehmen bisher auch kein besonderes Erfolgsmodell. Bezüglich Orange in Österreich und in der Schweiz brodelt weiter die Gerüchteküche. Seitens Orange hält man sich aber weiterhin sehr bedeckt.
In dieser Ausgabe haben wir die nächste Gruppe von Smartphones und Handys sowie Nachträge zu den bisher besprochenen Marken. In der nächsten Ausgabe geht es dann weiter u. a. mit Samsung.
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2011-11-10: MOBILE TIMES Weekly 0379
Verkauf von Orange? -- Kommt UHDTV?
Wie angekündigt, versuchen wir in dieser Ausgabe darzustellen, was sich in den letzten Monaten bei den einzelnen Anbietern von Handys und Smartphones getan hat. Auf Grund der enormen Menge müssen wir die Beiträge über mehrere Folgen aufteilen. Diesmal geht es um Handys und Smartphones der Anbieter von A - M.
Nicht unerwähnt soll allerdings bleiben, dass sowohl Orange Austria als auch Orange Schweiz - neben weiteren Orange-Töchtern - offensichtlich zum Verkauf stehen. Während in der Schweiz von mindestens zwölf Interessenten die Rede ist, kreist in Österreich alles ausschliesslich um Hutchison 3G als Interessenten. Das wäre insoweit lustig, als Hutchison eigentlich die ursprüngliche Gründungsfirma von Orange war, bevor man sie an France Telecom verkaufte.
Bei den Handyherstellern tat sich nach Redaktionsschluss auch noch etwas: Nokia stellte die lange erwarteten Smartphones mit Windows Phone vor. Ob die aber sexy genug sind, um iPhone 4S oder Galaxy II Paroli zu bieten, steht wohl in den Sternen. Extreme Schönheiten sind sie nicht... Und Windows 7.5 wurde nicht nur bei HTC sondern sogar beim ersten Jill Sander Smartphone, das von LG gefertigt wird, früher vorgestellt. Immerhin: Mit Nokia Drive, einer kostenlosen Navigation mit kostenlosen Karten hat man ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Ericsson trennt sich von Sony Ericsson oder auch Sony übernimmt die Alleinherrschaft. Ob Sony in dem Jahrzehnt etwas gelernt hat? Wir dürfen nicht vergessen, dass Sony seinerzeit weltweit im Handysektor keine besondere Rolle gespielt hat, weil man zwar Designideen hatte, die aber weit weg von den Wünschen des Marktes waren. Da traf es sich gut, dass Ericsson gerade dabei war, sich mehr oder weniger voll auf das Infrastrukturgeschäft zu konzentrieren und einen Partner für das zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz so erfolgreiche Handygeschäft suchte.
Nebenbei: Wenn Sie daran denken, endlich einen HDTV-Fernseher zu kaufen - warten sie noch ein wenig. Am 14. Oktober teilte die ITU Study Group on Broadcasting Service (ITU-R Study Group 6) in Genf nämlich mit, dass man der Realisierung von UHDTV (Ultra High Definition Television) schon sehr nahe gekommen sei. Man konnte auch schon eine Demonstration bewundern, bei der statt der zwei Millionen Pixel, die HDTV maximal kann, 33 Millionen Pixel dargestellt wurden. Und wie wir die verschiedenen Hersteller kennen, wird es wohl bald «Vor-Standard UHDTV»-Geräte oder Apparate mit «UHDTV-ready» geben.
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2011-10-20: MOBILE TIMES Weekly 0378
Die Märkte im Umbruch
Vorerst möchten wir allen unseren Freundinnen und Freunden danken, dass sie nicht nur geduldig gewartet haben, sondern dass sie uns auch Mut zugesprochen haben, weiter zu machen. Wir danken wirklich allen ganz herzlich!
Wie versprochen, bringen wir diesmal eine Zusammenfassung der wichtigsten Daten aus den letzten Monaten. Vor allem sind natürlich die Statistiken über Handy- und Smartphone-Stückzahlen zu nennen. Der erwartete Abwärtstrend von Nokia nach der Ankündigung von Symbian auf Windows Phone umzusteigen hat eingesetzt und fiel deutlich stärker aus als erwartet. Dagegen erlebt Samsung nicht zuletzt auch durch das neu eingeführte eigene Betriebssystem bada einen enormen Aufschwung. Motorola dagegen kann nicht mehr an vergangene Glanzzeiten anknüpfen, auch wenn die Übernahme durch Google vor der Tür steht. Aber man sollte die Schaumburger nicht unterschätzen: Es wäre nicht das erste Mal, dass sie ein Comeback schaffen.
Neben Symbian wird wohl auch webOS verschwinden. Der neue schon wieder verschwundene Chef von Hewlett Packard verordnete einen Strategiewechsel weg von der Hardware und hin zur Software und das erste Opfer dieser Strategie war natürlich die Software webOS. Damit sind dann beide Urväter des mobilen Computings verschwunden, denn Symbian stammt eigentlich von Psion und webOS eigentlich von Palm. Palm und Psion aber waren die beiden Träger der Entwicklung von Taschencomputern, die ja heute mehr oder weniger in Smartphones aufgegangen sind.
Neben Handyherstellern und Betriebssystemen sind das dritte grosse Thema die Netzbetreiber. Im Zentrum steht dabei nach wie vor die Frage, ob die US-Behörden AT&T die Übernahme von T-Mobile USA gestatten. Während für AT&T damit wohl der Kampf um die Marktführerschaft in den USA wohl endgültig gesichert wäre, hätte die Deutsche Telekom endlich wieder genügend flüssige Mittel. Kein Wunder, dass man in Bonn gar nicht daran denken will, dass der Verkauf scheitert.
In den nächsten Ausgabe wollen wir uns mit den vielen neuen Smartphone- und Handymodellen beschäftigen, die in den letzten Monaten am Markt erschienen sind.
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2011-03-31: MOBILE TIMES Weekly 0377
Von Ostexpansion und Notfallfunk
Während in Deutschland der Regulator bereits rigoros gegen so genannte «Abzocker» vorgeht, wird bei uns gemütlich die nötige Gesetzesnovelle diskutiert. Inzwischen werden mehr oder weniger schlichte Gemüter mit so genannten Mehrwertdiensten um ihr Geld gebracht. Echte Mehrwertdienste wie Verkehrsinformationen, lokale Wetterdienste etc. sind im Vergleich dazu meist fast geschenkt.
Auch an anderer Stelle verlieren Handynutzer viel Geld. Der Fall vom Vorarlberger, dem eine Rechnung über rund 25.000 Euro ins Haus flatterte, ging ja durch alle Medien und veranlasste den Netzbetreiber die Rechnung zu stornieren. Die Tarife, die zu solchen Rechnungen führen, wurden aber bisher nicht geändert. Die Konsumentenschützer vom VKI wollen nun durch Musterklagen eine Änderung der Praxis erreichen.
Neue Branchengerüchte wollen davon wissen, dass T-Mobile Austria mit Orange Austria zusammengehen könnte. Hintergrund sind einerseits die Gespräche, die zwischen den Muttergesellschaften geführt werden und andererseits bereits aktive Kooperationen wie die in Grossbritannien, wo Orange und T-Mobile gemeinsam als Everything Everywhere auftritt. Viel Widerstand von unseren Wettbewerbsbehörden wird hier wohl nicht zu erwarten sein, geht es doch vorerst nur um technische Zusammenarbeit wie etwa ein gemeinsames Mobilfunknetz.
Die Ukraine bekommt einen österreichischen Netzbetreiber. Laut einer Meldung der ukrainischen Agentur «Worldwide News Ukraine» hat das österreichische Investmentunternehmen EPIC bzw. deren Tochterfirma ESU LLC vom ukrainischen Staatseigentumsfonds 92,79 Prozent des nationalen Telekombetreibers Ukrtelecom um rund 1,3 Milliarden Dollar gekauft. Mit dem Kauf wurden auch die Schulden von Ukrtelecom und eine Reihe von deren Investitionsverpflichtungen übernommen. Ukrtelecom kontrolliert etwa 80 Prozent des Festnetztmarkts der Ukraine und besitzt mit Utel auch eine Mobilfunksparte mit über 630.000 Kunden. Ausserdem hat man eine Lizenz für UMTS/WCDMA. Für wen sich EPIC da ins Zeug gelegt hat, ist noch unbekannt.
Schon bekannt ist allerdings, dass die Telekom Austria Group ein bedingtes Angebot für 51% der Anteile am serbischen staatlichen Telekommunikationsanbieter Telekom Srbija a.d. abgegeben hat. Verhandlungen mit der serbischen Regierung, der das Angebot zu niedrig erscheint, laufen.
Japan hat nicht nur mit dem «Beinahe Super-GAU» in der Kraftwerksanlage Fukushima zu kämpfen, sondern musste auch erfahren, dass digitale System im Ernstfall ein Problem haben, denn ein digitales System funktioniert oder es funktioniert nicht. Analoge Systeme können auch bei schlechter Verbindung noch genutzt werden. Ein krächzender oder krachender Hilferuf, der durchkommt, ist wohl noch immer besser als einer der «kristallklar» wäre, wenn er nur durchkäme...
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