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Artikel aus Mobile Times 26

Mobile News


Strom aus Luft

Das Schweizer Paul-Scherer-Institut hat eine neue Akkumulatorentechnologie entwickelt, die das geringe Gewicht von LiIon-Technik mit den geringen Kosten von Zink-Kohle verbindet. Die Technik nennt sich "Zink-Luft-Batterie", wobei die negative Elektrode - wie bei der Alkalibatterie - aus Zink besteht. Als positive Elektrode dient aber nicht Braunstein, sondern der Sauerstoff der Luft. Dadurch wird einerseits eine Gewichtsreduktion erreicht, die eine spezifische Energie von 100-120 Wh/kg (zum Vergleich hat NiCd 50-55, NiMH 65-75 und LiIon 100-110) möglich macht, und man erzielt auch eine gute Umweltverträglichkeit. Denn was könnte leichter und gesünder sein als Luft ...


CDMA-Krieg beendet

Die Lösung des Qualcomm-Problems kostete im Endeffekt nur das Geld von Ericsson: Um den Patentstreit zu beenden kaufte der schwedische Konzern kurzerhand das gesamte terrestrische CDMA-Geschäft von Qualcomm einschließlich zwei der dazugehörigen Forschungs- und Entwicklungsinstitute der Amerikaner. Das heißt zwar nicht, daß Ericsson Qualcomm gekauft hat, aber es bedeutet, daß Ericsson jetzt alle Patente in der Hand hat, die für die Einführung vun UMTS/ UTRA noch gefehlt haben, und die Qualcomm ursprünglich um keinen Preis herausgeben wollte. Qualcomm bekommt im Gegenzug Zugang zur GSM-Technologie, was ja nichts anderes heißen kann, als daß die Amerikaner jetzt auch GSM-Systeme bauen dürfen - was sie bisher nicht durften.

Schon bei einem Treffen der ETSI SMG 2 (European Telecommunication Standards Institute, Special Mobile Group 2) im Mai vergangenen Jahres hatte man sich auf EDGE als gemeinsame Technologie für hohe Datenraten geeinigt. Die vom UWCC (Universal Wireless Communications Consortium) gepushte TDMA-Technologie, auch als D-AMPS bekannt, hat große technische Ähnlichkeiten mit GSM, so daß eine Zusammenarbeit durchaus Sinn macht. Außerdem sind natürlich beide Lager daran interessiert, die dritte in den USA stark verbreitete Technologie, nämlich CDMA, möglichst in die Ecke zu drängen. Die gemeinsame Weiterentwicklung von EDGE scheint mit ein Grund zu sein, daß Qualcomm jetzt trotz Unterstützung der US-Regierung mürbe geworden ist.

Das Ergebnis heißt jedenfalls, daß alle Beteiligten jetzt auch Zugang zu allen CDMA-Patenten haben - einschließlich der Grundlagen von cdamONE, W-CDMA und CDMA2000.

Für Ericsson ergibt sich dadurch jetzt auch die Möglichkeit, den US-Markt mit CDMA-Terminals zu versorgen - eine Möglichkeit, die die Schweden bisher nicht hatten.


WWW:MMM

Als World Wide Web : Mobile Media Mode ist das Kürzel, das die Überschrift bildet, zu interpretieren. Ericsson, Nokia und Motorola haben unter diesem Titel auf der CeBIT eine neue Marketinginitiative gestartet, mit der der mobile Internetzugang populärer gemacht werden soll. Mit der Marke "WWW:MMM" sollen alle drahtlosen Dienste und Geräte ausgezeichnet werden, die problemlos zusammenarbeiten. "Mobile Media Mode" soll dabei alle jene Internetangebote umfassen, die für einen schnellen Zugang mittels mobiler Systeme optimiert sind.

Derzeit wird die Marke "WWW:MMM" nur im Zusammenhang mit WAP-kompatiblen Produkten, Inhalten und Diensten vergeben. Motorola-Vizepräsident Frank Lloyd erwartet für das Jahr 2005, daß die Zahl der mobilen Internetteilnehmer jene mit einem fixen Terminal übertrifft. Das Logo "WWW:MMM" entstand, wie Juha Reima von Nokia enthüllte, durch ein simples Umkehren der Buchstaben von "WWW" für World Wide Web.


Privatanschlüsse für die Flugsicherung

Bei Flugsicherung ist störungsfreie Kommunikation wichtiger als in anderen Bereichen, denn hier kosten Fehler oft nicht Geld, sondern Menschenleben. Daher gibt es für Kommunikation zwischen den Fluglotsen eigene Kommunikationsnetze, die bisher dem MFC-Standard gehorchten. Im Zuge der Modernisierung und Digitalisierung wurde ATS-Qsig als neuer Standard festgelegt.

Damit auch während der Umstellung alles reibungsfrei läuft, haben die Firmen PDTS und Frequentis die "Q-Box" entwickelt, die zwischen diesen Systemen vermitteln kann. Doch die Q-Box erlaubt es außerdem unter Beibehaltung der Standards der Flugsicherung auch kommerzielle Netze wie ISDN oder ATM zu nutzen. Dadurch steigt nicht nur die Zahl der verfügbaren Verbindungen schlagartig an, sondern man kann über private Telephonanbieter auch noch Kosten sparen, ohne bei der Sicherheit Abstriche zu machen.

ATMAsynchronous Transfer Mode
ATS-QsigAir Traffic System Qsig
ISDNIntegrated Services Digital Network
ITUInternational Telecommunication Union
MFCMulti Frequency Coding
QsigTelekommunikationsstandard der ITU

HANDY TRÜBT BILANZEN DER HOTELIERS

Das Körberlgeld, das die Hoteliers an den Telephonaten ihrer Gäste verdienen, wird drastisch geringer. Im letzten Jahr ist der Umsatz zirka um ein Drittel geschrumpft. Die hohen Aufschläge auf die Gebühren - mindestens 100 % - lassen die Gäste vermehrt zum Handy greifen. Trotz hoher Roamingkosten kommt das Gespräch übers Handy noch immer billiger als der übliche Hoteltarif.

Die Hoteliers des oberösterreichischen Fremdenverkehrsortes St. Wolfgang wollen diesem Trend gegensteuern und haben mit dem alternativen Telekomprovider Netnet einen Vertrag abgeschlossen. Netnet ist der Spezialist für billige Auslandsgespräche im Festnetz. Da ja mehr als 50 % der Hotelgäste aus dem Ausland kommen, eine logische Verbindung. Ein Preisbeispiel soll das neue Angebot illustrieren: Ein Schweizer Gast zahlt pro Gesprächsminute in die Schweiz nun mit dem Netnettarif 6,96 ATS, worin ein 100% Hotelaufschlag inkludiert ist. Telephoniert der Gast mit seinem Handy und ist Swisscom-Kunde, kostet ihm eine Minute 0,99 Franken, was momentan ungefähr ATS 8,50 entspricht. Das Telephon im Hotelzimmer ist also für den Anruf nach Hause durchaus konkurrenzfähig. Wird aber der Telekom-Austria-Tarif plus Aufschlag verrechnet, steht das Handy schon besser da (mind. ATS 8,60). Es lohnt sich also nachzufragen, was das Hotel für die Gesprächsminute wirklich verrechnet. Den Vorteil, daß man übers Handy unter der gewohnten Nummer erreichbar ist, können keine Preisspiele wettmachen. Das mobile Telephonverhalten verändert eben vieles.

ck


Screenphone

Auch im Festnetz gibt es Neuigkeiten: So hat Alcatel jetzt nach längerer Entwicklungszeit das Screenphone auf den Markt gebracht, ein Festnetztelephon mit Bildschirm, das einen einfachen Zugang zum Internet ermöglicht.

Eine Taste wird gedrückt, und man ist drinnen! Content Provider, die Informationsdienste oder Waren anbieten (sprich Versandhandel), die dieses Terminal ihren Kunden gemeinsam mit den Dienstleistungen anbieten, werden noch gesucht.




MOBILE TIMES Home Letzte Überarbeitung: Montag, 10. Februar 2003
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